Wer politisch korrekt sein will, hat im Journalismus nichts verloren

„Keine falsche Rücksicht auf Mächtige“: WELT AM SONNTAG-Chefredakteur Johannes Boie
„Keine falsche Rücksicht auf Mächtige“: WELT AM SONNTAG-Chefredakteur Johannes Boie

Fast 60 Prozent der Deutschen finden, dass „die Medien“ keinen guten Job machen, wenn es um objektive und überparteiliche Berichterstattung geht. Wir sollten uns als Journalisten ebenso auf die Finger klopfen, wie wir es mit Regierung und Konzernen machen. 421 Anzeige

Zahlen, die meiner Branche zu denken geben sollten: 43 Prozent aller Deutschen glauben, dass Journalisten und Reporter die Menschen absichtlich durch falsche oder übertriebene Informationen in die Irre führen wollen. Fast 60 Prozent sagen, dass „die Medien“ keinen guten Job machen, wenn es um objektive und überparteiliche Berichterstattung geht.

In Redaktionen gibt es eine immer wiederkehrende Frage, die gestellt wird, bevor ein Text veröffentlicht wird: „Kann man das so machen?“ Ich habe diese Frage vor dreizehn Jahren in einer großen Redaktion zum ersten Mal gehört. Sie war damals eine Versicherung, ein Check unter Kollegen oder auch mit Vorgesetzten: Lies bitte mal … Ordne ich die Recherche richtig ein? Stimmt der Ton? Haue ich zu fest oder zu sanft drauf? Habe ich alle Seiten gehört? Die Frage gehörte zum Handwerkszeug, denn es ist ein Qualitätsmerkmal des Journalismus, dass ein Text (oder ein Radiobeitrag, ein Film) durch mehrere Hände und Köpfe geht, dass er bestenfalls geprüft und infrage gestellt wird, bevor er in die Öffentlichkeit getragen wird.

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