AstraZeneca-Impfung ausgesetzt – Corona-Strategie der Regierung fällt in sich zusammen

Von Air Türkis

Die Impfung mit AstraZeneca wird auch in Deutschland ausgesetzt, wie in zahlreichen anderen Ländern wegen Verdacht auf schwere Nebenwirkungen. Zusammen mit halbierten Lieferankündigungen zerfällt nicht nur die Impfstrategie der EU – sondern das letzte Fünkchen Argument für den Lockdown.

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen steigt, die Marke der 100er-Inzidenz (was auch immer sie bedeuten mag) wird wohl bald überschritten und der beschlossene Lockerungs-Stufenplan damit wertlos. Die Datenlage, die das RKI bereitstellt, sagt dabei alles und nichts.

Rückwirkend veränderte Daten

DIe Teststatistik des RKI etwa wird wöchentlich aktualisiert – aber es werden eben nicht nur die Daten der jüngsten Woche hinzugefügt, sondern auch wochenalte Daten verändert. Teilweise werden über zwei Monate alte Daten rückwirkend substanziell angepasst. Wie eine Nachmeldung von über 3.000 positiven Tests nach zehn Wochen (!) zustande kommen kann, ist unerklärbar. Bei den Impfungen treibt man ein ähnliches Spiel, vor wenigen Tagen wurde die Zahl der ausgewiesenen Impfungen vom 27. Dezember einfach mal von 23.569 auf 21.257 gesenkt. 54.058 Zweitimpfungen verschwinden plötzlich aus der Statistik.

Obwohl die Corona-Zahlen seit Wochen stagnieren, sinkt die Zahl der Corona-Toten weiter, das liegt maßgeblich daran, dass die Infektionsketten bei Hochrisikogruppen und in Altersheimen gebrochen sind, sie sind weit unterproportional infiziert, ganz anders als im Dezember, als über 80-Jährige etwa dreimal so häufig infiziert waren wie der Rest der Bevölkerung. Das mag an der zumindest in den Heimen weit fortgeschrittenen (BionTech-)Impfung liegen, aber auch am immer stärkeren Einsatz von Schnelltests. Damit dürften die Folgen von Corona jedenfalls auf die einer durchschnittlichen Grippe-Welle minimiert werden.

Astra, am Ende

Die Regierung versteift sich aber auf eine Haltung, nach der Lockerungen erst möglich werden, wenn die Mehrheit der Bevölkerung geimpft wurde. Das mag in Israel oder den USA eine radikale, aber immerhin umsetzbare Strategie sein, in Deutschland ist es das nicht. Erst vor wenigen Tagen kürzte AstraZeneca die Zahl der bis Mitte des Jahres zu erwartenden Impfdosen um mehr als die Hälfte – von 220 Millionen auf 100 Millionen. Auf AstraZeneca baut das ganze Konzept aber auf. Und jetzt das: Nachdem in etlichen europäischen Ländern wie Dänemark, Irland und den Niederlanden die Impfung ausgesetzt wurde, impft auch Deutschland vorerst nicht mehr mit AstraZeneca.

Das Bundesgesundheitsministerium teilte das mit Verweis auf notwendige weitere Untersuchungen mit. Zuvor traten mehrere Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im Zusammenhang mit der Vakzine auf. Das sind zwar zunächst nur einzelne Fälle – aber das Risiko, an Corona zu sterben, ist bei jüngeren Menschen ebenfalls verschwindend gering. In Deutschland liegt die Sterberate bei unter 50-Jährigen Coronainfizierten zwischen 0,01% und 0,03%. 

Es geht im Normalfall weder bei AstraZeneca noch bei Corona um Tote, sondern um unangenehme Krankheitsverläufe. Kopf- und Muskelschmerzen, Schüttelfrost und Übelkeit sind nach offiziellen Angaben sehr häufig nach einer AstraZeneca-Impfung. Bei einem Vektorimpfstoff wird ein Erkältungsvirus geimpft, dass die Covid-19-Bausteine, die eine Immunreaktion auslösen sollen, einschleusen soll. Immer mehr Fälle, bei denen Geimpfte mehrere Tage bettlägerig sind, werden bekannt, teilweise heftige Erkältungssysmptome und allergische Schockreaktionen scheinen nicht selten zu sein. Zahlreiche Leserbriefe erreichen uns, die von schweren und in ihrem Umfeld flächendeckenden Nebenwirkungen erzählen. In Niedersachsen musste eine Grundschule alle Schüler heute beurlauben, weil fast alle Lehrer nach der Impfung ausfielen. Dass AstraZeneca mehr als drei mal so viele Nebenwirkungen erzeugt wie die Konkurrenz, erklärten sich Experten des Paul-Ehrlich-Instituts laut WDR vor kurzem noch so: da Astrazeneca „einen schlechten Ruf als ‚Mittel der zweiten Wahl‘ hat“, würde die Impfreaktionen deswegen schneller gemeldet.

Hätten wir es tatsächlich mit einer weithin tödlichen Seuche zu tun, wären solche Nebenwirkungen tragbar. Da das Risiko, an Corona zu sterben, bei Jüngeren aber extrem gering ist, bisher sind in Deutschland ganze 59 unter 30-Jährige an Corona gestorben, unter 50 sind es 570. Wenn man diese Personen gegen eine solche Krankheit impfen will (gerade für unter 65-Jährige wird Astra Zeneca ja eingesetzt) ist es schon die Frage, ob die Impfung hier mehr hilft oder schadet.

Eine Entscheidung, die jeder selbst für sich treffen sollte – den Lockdown und die Einschränkung von Grundrechten aber an eine Impfquote in der breiten Bevölkerung mit AstraZeneca zu hängen, ist nicht zu verantworten. Die neuen Lieferprobleme und Nebenwirkungen machen das Merkelsche Dogma vom Lockdown bis zur Herdenimmunität zur Farce. Auch noch das letzte bisschen Plan hinter der Corona-Politik fällt zusammen – man kann immer nochmal eine Stufe dümmer dastehen.

Währenddessen möchte Jens Spahn, dass man die positiven Geschichten der Corona-Politik erzählt. Der Satz „In jeder Familie gibt es mittlerweile jemanden, der geimpft worden ist.“, ist wohl mehr als ein handfestes PR-Desaster, wenn wenige Stunden später das eigene Ministerium bekannt gibt, dass diese Impfung wegen Verdacht auf Blutgerinnsel ausgesetzt wird.

Quelle

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