Mit matter Stimme! Anmerkungen zur Massenmenschhaltung.

Von Wolfgang Herles

Um Lockerungen bemühen sich die Regierenden gegenwärtig allein auf dem Gebiet der Massentierhaltung. In unserem Land soll niemand Tiere quälen, sondern sie artgerecht halten. Bei Menschen verhält es sich anders.

Lässt sich das Volk von der senffarbenen Verzeihungsshow wirklich beeindrucken? Mit matter Stimme hat die Hauptdarstellerin ja nur eine einzige auf einen einzigen Tag gemünzte Maßnahme zurück genommen. Nicht etwa aus Einsicht in deren Sinnlosigkeit, sondern allein mangels ordnungsgemäßer Durchsetzbarkeit. Ihre falsche „Einzig-und-allein-mein-Fehler“-Attitüde wird sofort als historische Größe gerühmt. Klar, nun kann jeder sehen, wie wissenschaftlich exakt sie Tag und Nacht regiert. Das ist zwar jetzt ihr Kollateralschaden. Doch bedeutend schlimmer ist, dass der falsche Kurs nur noch radikaler fortgesetzt werden wird. Es drohen weit schlimmere durchsetzbare Lebensrestriktionen.

I.

Die in den Köpfen des Teams Irrsinn mitnichten gelockerte Position beruht nach wie vor auf einer doppelten Lebens- oder besser Sterbenslüge. Erstens: Die Schreckensherrschaft sei wissenschaftsbasiert und deshalb unausweichlich. Zweitens: Es komme allein auf das Verhindern der Covid-Toten an, nicht auf die Gesundheits-, Freiheits- und Existenzschäden aller anderen. Das aktuelle Narrativ: Die Mutation sei eine ganz neue Pandemie. Und wehe wenn Mutanten entkommen, dann nützt nicht einmal das Impfen noch etwas. Noch immer setzt das Katastrophenregime auf nichts anderes als auf die Notbremse. Und übersieht die Aufschrift: Missbrauch steht unter Strafe.

II.

Um Lockerungen bemühen sich die Regierenden gegenwärtig allein auf dem Gebiet der Massentierhaltung. In unserem Land soll niemand Tiere quälen, sondern sie artgerecht halten. Bei Menschen verhält es sich anders. Die Stallhaltung der Bevölkerung ändert sich nicht, nicht einmal für die bereits Geimpften. Schon das Schwein ist allerdings so intelligent, dass es unter Reizdeprivation leidet, wenn nicht für Abwechslung gesorgt wird. Der Mensch ist noch ein klein wenig ablenkungsbedürftiger. Aber es nützt ihm nichts. Der Entzug von Kultur, Sport, Geselligkeit gilt als verhältnismäßig. Es wäre deshalb eine Gemeinheit gegenüber unserem Leidensgenossen, dem Schwein, die Verantwortlichen der Stallhaltung des Bürgers mit seinem Namen zu benennen. Das wollen wir den Schweinen nicht antun.

III.

Keine Beleidigung ist es, die Menschenhalter als Verfassungsfeinde zu bezeichnen. Dem sinnlos gepferchten Volk werden die verbrieften Rechte entzogen. Was wir derzeit erleben, ist ein Krieg der Gewählten gegen die Wähler. All-lives-matter! Nicht nur das der Covid-Kranken. Wären wir Schweine, würde sich die Animal-Liberation-Front für uns einsetzen. Aber wir sind ja nur Menschen. Beziehungsweise die dümmsten Kälber. Demokratie gilt als die Regierungsform, die – so Karl Popper – die Regierenden ohne Gewaltanwendung wieder los wird. Popper hat nicht mit Verhältnissen gerechnet, wie sie derzeit in Deutschland herrschen.

IV.

Alternativlos ist das alles natürlich nicht. Wenn es mit der Schutzimpfung nicht hinhaut, so wird doch hoffentlich die Massenmedikamentation gegen Depression zu schaffen sein. Valium für alle. „Hab doch noch Geduld. SIE ist ja bald weg“, fleht mich die Gefährtin an, der mein Zorn zu viel wird. Aber hat man von Laschet ein Nein vernommen in der Ministerpräsidentenkonferenz? Er hat nur das Maul nicht ganz so weit aufgerissen wie sein Konkurrent Söder.

V.

Im Sinne von #wirbleibenzuhause empfehle ich noch ein gutes Buch. Und weil die Theater noch immer vernagelt sind von Blödheit und Ignoranz, ist das Buch ein Stück. Vor mehr als 700 Jahren spielt die Geschichte. 1804 wurde sie veröffentlicht, und wirkt verblüffend aktuell, auch wenn es keinen Wilhelm Tell mehr gibt, schon gar nicht in deutschen Landen. Doch lesen Sie selbst! Vierter Aufzug, dritte Szene.

GESSLER: Ein allzu milder Herrscher bin ich noch
Gegen dies Volk – die Zungen sind noch frei,
Es ist noch nicht ganz, wie es soll, gebändigt –
Doch es soll anders werden, ich gelob es,
Ich will ihn brechen diesen starren Sinn,
Den kecken Geist der Freiheit will ich beugen.
Ein neu Gesetz will ich in diesen Landen
Verkünden – Ich will –
(ein Pfeil durchbohrt ihn, er fährt mit der Hand ans Herz und will sinken. Mit matter Stimme)
Gott sei mir gnädig!

Gesegnete Ostern.

Quelle


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

<span>%d</span> Bloggern gefällt das: