Wie leicht man Menschen mit Zahlen manipulieren kann


Zahlenspiele bei Corona

Ich habe beruflich Jahrzehnte lang mit Statistiken zu tun gehabt. Daher will ich hier einmal aufzeigen, wie Politik und Medien die Öffentlichkeit mit den Corona-Zahlen manipulieren.

on Anti-Spiegel 7. April 2021 13:52 Uhr

Jeder hat ja so seine „Berufskrankheiten“, denn womit man sich täglich beschäftigt, das einem geht einem in Fleisch und Blut über. Ich war zwei Jahrzehnte in der Finanzwirtschaft und da sind die wichtigsten Instrumente für die Arbeit Statistiken, weshalb ich ein sehr gutes Gespür für Zahlen entwickelt habe. Daher ist mir schon lange klar, wie Politik und Medien die Öffentlichkeit (nicht nur beim Thema Corona) mit Zahlen und Statistiken manipulieren.

Aber wie das so ist, man denkt über Dinge, die für einen selbst offensichtlich sind, nicht weiter nach und meint, das müsste auch für alle anderen genauso offensichtlich sein. Das ist Quatsch, denn für einen Automechaniker sind völlig andere Dinge offensichtlich, die man mir stundenlang erklären müsste. Und so muss ich wohl auch mal erklären, was für mich so offensichtlich ist, dass ich dachte, jeder müsste es sehen.

Wie mit Zahlen manipuliert werden kann

In meinem früheren beruflichen Leben musste ich oft Präsentationen halten, bei denen ich Statistiken nutzen musste. Und natürlich habe ich dabei, das ist normal, berücksichtigt, was ich mit meiner Präsentation erreichen wollte und die Zahlen entsprechend präsentiert.

Wenn es zum Beispiel um Fehlerquoten bei irgendetwas ging, was ich unwichtig fand, weil eine Verbesserung viel Arbeit gemacht hätte, der Effekt aber gering gewesen wäre, wäre ich wie folgt vorgegangen: Ich hätte gesagt, die Fehlerquote liegt bei fünf Prozent, das kann man vernachlässigen, denn es wäre ein Riesenaufwand sie auf drei Prozent zu senken. Und fünf Prozent ist ja nicht viel.

Wenn ich aber der Meinung gewesen wäre, dass das ein wichtiges Problem ist, das man angehen muss, hätte ich das wie folgt präsentiert: Die Fehlerquote liegt bei sagenhaften 50.000 von einer Million Vorgängen, das ist ein großes Problem und wird auf Dauer viel Schaden anrichten!

Merken Sie was? Fünf Prozent klingt nicht nach sehr viel, 50.000 von einer Million klingt aber nach entsetzlich viel. Aber in beiden Fällen sind es fünf Prozent. Ich konnte mein Publikum, egal, ob Mitarbeiter, Vorgesetzte oder Geschäftspartner, hervorragend mit der Art und Weise manipulieren, wie ich ihnen die fünf Prozent präsentiere.

Zahlenspiele bei Corona

Das gleiche Prinzip nutzen Politik und Medien, um die Menschen bei Corona zu manipulieren. Ich habe vor einigen Tagen aufgezeigt, dass die Sterblichkeit bei Corona weltweit – egal, ob die Länder Lockdown haben oder nicht – um 0,1 Prozent liegt, in einigen Ländern liegt sie leicht drunter, in anderen leicht drüber. Und davon sind auch 90 Prozent über 70 Jahre alt und haben schwere Vorerkrankungen. Den Artikel mit allen Links zu den offiziellen Zahlen finden Sie hier.

Es sterben also an (oder sogar nur mit) Corona nur 0,01 Prozent Bevölkerung, die unter 70 Jahren sind. Und auch davon haben die meisten noch Vorerkrankungen, es sterben fast keine gesunden Menschen an Corona. Nur klingen diese Zahlen eben wirklich nicht dramatisch.

Aus irgendwelchen Gründen wollen Politik und Medien aber, dass die Zahlen dramatisch klingen. Also melden sie stattdessen, dass je nach Land zwischen 80 und 180 von 100.000 Menschen an Corona sterben. Das klingt nach viel, denn wer möchte schon, dass 100 und mehr Menschen sterben? Das ist schließlich ganz viel und es könnte ja mich oder meine Liebsten treffen. Nein, dann lasse ich mich besser impfen und ein Lockdown ist auch akzeptabel. So empfinden es viele Menschen.

Dabei ist es höchst ungewöhnlich, überhaupt etwas in soundso viel von 100.000 anzugeben. Normalerweise werden Zahlen entweder in Prozent angegeben, oder es wird für einfach gestrickte Menschen von soundso vielen von 100, im schlimmsten Fall von 1.000 gesprochen. Das ist aber das gleiche, es sind Prozentzahlen, sie werden nur für die Opfer der Bildungsmisere verständlicher ausgedrückt.

Aber was wäre, wenn man die Corona-Zahlen in soundso viele von 100 ausdrücken würde? Es würde dann in den Medien heißen, niemand stirbt daran. Und wenn man es in soundso viele von tausend ausdrücken würde? Dann müssten die Medien melden, dass in Deutschland weniger als einer von tausend an oder mit Corona stirbt, und in Ländern, die es besonders schwer getroffen hat, wären es weniger als zwei pro tausend.

Das klingt nicht dramatisch und wenn man den Menschen mit solchen Zahlen einen Lockdown schmackhaft machen wollte, dann würden sie sagen „Seid Ihr noch ganz dicht?“

Also spricht man stattdessen auch nicht von soundso viel von 10.000, auch die Zahl wäre noch nicht überzeuend, es muss schon soundso viel von 100.000 sein, damit endlich mal eine Zahl gemeldet werden kann, die auch nur halbwegs dramatisch klingt.

So funktioniert Manipulation mit Zahlen und wie wirksam das ist, sehen wir derzeit live und in Farbe…

Quelle

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