Führt Kernkraft zur Kern­spaltung der „grünen“ Bewegung?

Bild 1. Schön und angeblich CO2-neutral, aber von fragwürdigem Wert, wenn es um den Energiebedarf einer Industrienation geht: Brennendes Holz (Symbolbild: Autor)

Fred F. Mueller
Europa, geführt von Merkel, von der Leyen und Lagarde, bereitet seinen Abschied aus dem Kreis der wirtschaftlich führenden Mächte des Planeten vor. Wider jegliche wirtschaftliche Vernunft und unter Missachtung physikalischer und technischer Gesetze wird die „Dekarbonisierung“ auf allen Feldern der Gesellschaft durchgepeitscht. Über 60 Milliarden € werden allein im Zeitraum eines Jahres in die zwangsweise Umwandlung der Automobilindustrie für die Produktion „grüner“ Batterie-elektrischer Autos investiert. Ohne dass irgendjemand wüsste, woher der dafür benötigte Strom kommen soll, wenn man in den nächsten Jahren immer mehr Kern- und Kohlekraftwerke abschaltet.

Während die Altgrünen vor allem in Deutschland deshalb jubeln und sich für die Wahlen im Herbst auf dem sicheren Weg zum gelobten kernkraft- und CO2-freien Land wähnen, scheint sich für sie langsam, aber sicher Ungemach anzukündigen. Manche Unterstützer der grünen Bewegung haben im Unterschied zu deutschen Politikern noch Restbestände von gesundem Menschenverstand bewahrt. Dort scheint es zu dämmern, dass man mit Wind und Sonne allein die ganzen grünen Wunschträume wie Umstellung von Heizung, Warmwasser, Mobilität, Industrieproduktion usw. auf Elektrizität keinesfalls wird erfüllen können. Wenn keine fossile Energie erlaubt ist, bleibt den Staaten eigentlich nur noch der Rückgriff auf die Kernkraft. Natürlich gibt es überall zahlreiche hämische Forenkommentare über Kosten beim Hinkley-Point-KKW und die angeblich drohende Überalterung der zurzeit aktiven Kernkraftwerke. Dennoch gibt es augenscheinlich rund um die Welt und selbst im grünen Europa immer mehr „Popup“-Vertreter der Kernenergie. Eher leise, aber dafür beharrlich interessieren sich immer mehr Personen, Organisationen und Staaten für die Kernenergie. Russland, China und Korea können daher immer mehr Verträge über die Errichtung von Kernkraftwerken nicht nur in Europa, sondern auf fast allen Kontinenten abschließen. Noch ist der Zuwachs gering, aber ein gewisser Aufwärtstrend ist nicht mehr zu leugnen. Das scheint im Hintergrund am Aktienmarkt einen regelrechten Kapital-Tsunami in Bewegung gesetzt zu haben, obwohl der Uranpreis nach wie vor auf sehr tiefen Werten verharrt. Denn mit den Aktien von Uranminen kann man augenscheinlich sehr viel mehr Geld verdienen als z.B. mit den beliebten ETF-Zertifikaten auf Börsenindices.

Bild 2. Wer am 1.1. 2016 1.000 $ in den Verlauf des DAX investierte, konnte bis Anfang April bis zu ca. 470 $ hinzuverdienen (Grafik: Autor)

Uranpreis: Seit langem in einem Tal der Tränen

Der Uranpreis musste im Lauf der letzten 20 Jahre eine ganze Reihe von Nackenschlägen hinnehmen. Im Jahr 2001 hatte das Energiemetall noch bei Preisen von etwas über 10 US-$/lb gelegen. Der niedrige Preis war u.a. Folge eines Raketen-Verschrottungsprogramms, in dessen Rahmen die USA nach dem Niedergang der UdSSR deren hoch angereichertes (waffenfähiges) Uran abreicherte, so dass es in Kraftwerken als Brennstoff dienen konnte. Dies hatte den Preis des Rohstoffs über viele Jahre gedrückt. Bis 2007 stieg er dann jedoch immer weiter auf bis zu etwa 140 US-$/lb an. In der Folge des Börsencrashs von 2007/2008 kam dann ein tiefer Sturz auf weniger als 40 US-$/lb. Nach einem langsamen Wiederanstieg auf bis zu 77 US-$/lb Anfang 2011 führten die Ereignisse im Kernkraftwerk Daiichi (Fukushima) zu einem erneuten tiefen und sehr lang dauernden Absturz bis auf ca. 18 US-$/lb im Jahre 2016. In dieser Zeit waren viele Kernkraftwerke u.a. in Japan und Deutschland heruntergefahren worden, während kaum neue KKW gebaut wurden.

Bild 3. Wer am 1.1. 2016 1.000 $ in den Verlauf des Nasdaq investierte, konnte bis Anfang April bis zu ca. 1.750 $ hinzuverdienen (Grafik: Autor)

Seitdem hat sich der Kurs langsam wieder nach oben entwickelt. Mittlerweile wurden auch in Japan etliche Reaktoren wieder angefahren. Weltweit sind neue Reaktoren im Bau. „Grüne“ Adepten wie der kapitalstarke Microsoft-Gründer Bill Gates bekennen sich offen zum Nutzen der Kernenergie. Und manche Pro-Kernkraft-Fraktionen der grünen Bewegung wie die „greens for nuclear energy“ propagieren ihre Ziele mit eigenen Internet-Auftritten. Das hat bei vielen ebenso „grünen“ wie finanzkräftigen Glaubensgenossen Interesse geweckt: Die Aussicht auf fette Gewinne.

Bild 4. Wer am 1.1. 2016 1.000 $ in ein breites Portfolio kanadischer Uranaktien investierte, konnte bis Anfang April bis zu ca. 1.830 $ hinzuverdienen (Grafik: Autor)

Die grünen Eliten…

Man darf ja nicht vergessen, dass die „grüne“ Ideologie vom internationalen Großkapital getragen wird. Diese Bewegung der Finanzeliten ging ursprünglich von elitären Zirkeln wie dem „Club of Rome“ aus. Dann kamen immer mehr Stiftungen superreicher US-Bürger wie den Rockefellers, der Familien Hewlett und Packard oder der Gates-Stiftung hinzu. Inzwischen ist nahezu die gesamte Finanzelite der westlichen Welt Klima-aktivistisch unterwegs, darunter die meisten Großbanken, Versicherungen und Hedgefonds sowie Manager von großen Industrieunternehmen. Inzwischen versucht man dort, sich mit Aufrufen zum „Klimaschutz“ gegenseitig zu übertreffen. Das zeigen zahllose Klima-Initiativen der großen Kapitalgesellschaften wie das „Carbon Disclosure Project“ oder die 2-Grad-Initiative, die alles tun, um die Klimahysterie zu fördern. Natürlich nur, um den Planeten vor der Menschheit zu retten. Dass man dabei auch sich selbst Gutes tun kann, ist in diesen Kreisen selbstverständlich. Diese grünen Haie haben begriffen, dass sich ihnen mit dem Klima-Argument eine geradezu einmalige Gelegenheit zu einem unvergleichlichen Raubzug auf die Einkommen und Vermögen der mittleren und unteren Schichten der Bevölkerung bietet. Von allen Kanzeln wird „Verzicht, Verzicht, Verzicht“ gepredigt, Politiker ernten Lobpreis dafür, dass sie dem Volk Fleisch, Autos, Reisen und sogar das eigene Häuschen madig machen wollen. Auch die Gewerkschaften und die „sozialistischen“ Bewegungen, sonst eifrig darauf bedacht, Angriffe auf das Portemonnaie ihrer Anhänger zu bekämpfen, trommeln an vorderster Front für diese Verarmungsoffensive zugunsten der „Rettung des Planeten“. Man vergleiche das mit dem Vermögensanstieg des Sonnenkönigs Asbeck (Gründer und Totengräber von Solarworld) auf geschätzt mehr als 600 Mio. €, während Windmüller Wobben (Enercon) sogar zum Milliardär avancieren konnte.

scheinen Uran als Darling zu entdecken

Nicht wenige dieser Superreichen sind in Wahrheit nüchterne Finanziers, die rechnen können. Viele sind sich darüber im Klaren, dass die Wind- und Solarmasche irgendwann ausgelutscht sein wird. Wenn dies eintritt, muss bereits ein neues Gadget vorbereitet sein, um es dann rechtzeitig aus der Tasche ziehen zu können. Noch attraktiver wird dies natürlich dann, wenn damit an der Börse noch mehr Geld verdient werden kann als mit den klassischen Methoden.

Bild 5. Wer am 1.1.2016 1.000 $ in ausgewählte kanadische Uranaktien mit langzeitiger Performance investierte, konnte bis Anfang April bis zu ca. 3.570 $ hinzuverdienen (Grafik: Autor)

Genau das zeichnet sich derzeit bei den Kursen der Uran-Minengesellschaften ab. Diese sind wegen der seit fast anderthalb Jahrzehnten tief gedrückten Uranpreise massiv unterbewertet. Der Kapitalmangel hat zudem dazu geführt, dass zu wenig neue Minen in Betrieb genommen wurden. In Zukunft könnte eine merkliche Unterversorgung mit Uran drohen, was zu einem Boom im Uran-Minensektor zu führen scheint. Dort ist jetzt weit mehr Geld zu verdienen als beispielsweise mit den klassischen ETF´s auf Börsenindices. Am Beispiel der Wertentwicklung der Indices DAX und Nasdaq sowie der Kurse ausgewählter Kollektive kanadischer Uranbergbau-Unternehmen ist zu erkennen, dass hier die Zuwachsraten und damit die Gewinnmargen seit einiger Zeit teils massiv nach oben gegangen sind. Seit etwa März-April 2020 scheint sich dieser Trend nochmals deutlich zu verstärken. Möglicherweise werden die deutschen und europäischen Altgrünen plötzlich feststellen, dass sie von smarten Geldgrünen beiseitegeschoben werden. Diese Finanzjongleure pfeifen auf jegliche Fukushima-Panik und haben beim Thema Kernkraft nur noch Dollarzeichen in den Augen. Natürlich auch diesmal alles nur, um den Planeten zu retten. Und wer wollte ihnen verwehren, bei diesem löblichen Tun nebenher auch noch reicher zu werden?

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