Noch einmal in Berlin

Foto: L.J. Finger

Thorsten Schulte hat gerufen und daraufhin habe ich mich mit vielen vielen Menschen noch einmal aufgemacht um die perfekten Schikanen noch einmal über mich ergehen zu lassen! Zunächst kam mir die Stadt (so zwischen Bahnhof und Reichstag vor wie eine besetzte Stadt. In jeder Etage des Bahnhofs, an jeder kleinen Brücke über die Spree waren überall so Gruppen von 4-8 Polizisten,die einen im Zweifel nicht durch ließen, so das man wieder lange Umwege laufen musste. (Ganz oft in Kampfstellung – so vier Mann immer mit den Rücken zueinander, damit sie nicht von einem Überraschungsangriff übertölpelt werden können!)

Ein bisschen kam der Eindruck auf, der (die) Geisel der Stadt schaute sich das Ganze durch die ständig kreisenden Hubschrauber alles von oben an und sagt dann: So, dann machen wir das noch zu – und dann locken wir sie hier hinein und so weiter. (Und hat dann wahrscheinlich einen tierischen Spaß daran, die Menschen auf den Straßen zu schikanieren) Als Demoteilnehmer hat man ja in der Regel keinen Überblick darüber was dort nun alles verboten wurde. Wir wussten nur, das die große Demo am Brandenburger Tor verboten worden war und dieses Verbot von den Gerichten bestätigt worden war. (Na klar!)

Also liefen ganz viele Menschen – so auch ich – nach dem ich ein paar Kilometer laufen musste um eine Spreebrücke zu finden -welche ich passieren durfte – durch den Tiergarten in Richtung Russisches Ehrenmal, weil die dortige Demo die einzige war, welche nicht verboten wurde. (Sagte man). Der Blick nach links Richtung Brandenburger Tor zeigte nur, das dort ganz hinten richtig was los war! Viel blaues Licht Polizeiautos und sehr viele Menschen. In Richtung Siegessäule waren nun ebenfalls sehr viele Menschen unterwegs zu der Veranstaltung, welche vom Russischen Ehrenmal bis zur Siegessäule stattfinden sollte. Drei oder vier Leute haben dort gesprochen;

Zunächst wurde wieder ein Loblied auf die Polizei gesungen, wie toll man sich doch verstanden habe und das sogar Polizisten Tränen in den Augen gehabt haben sollen! (Ich kann das ganz und gar nicht bestätigen!) Die Taktik kam mir genau so vor, wie es bislang noch jedes mal abgelaufen ist.

Die Polizei (Oder die Geisel – wie man will) hatte die Straße des 17. Juni weit vor dem großen Stern mit ihren Transportern abgeblockt, so das genau das selbe passierte wie im August am Bahnhof Friedrichsstraße – die Menschen kamen in Massen von Richtung Ehrenmal und in Richtung Stern war die Straße dicht, so das es sich genau so wie im August wieder durch diese Schikane aufstaute . Der Platz war schon da, aber die Polizei hat diesen dicht gemacht und dann ganz einfach abgewartet bis wir unser Loblieder auf sie selbst, die Nationalhymne und „Die Gedanken sind frei“ gesungen haben um dann zu Erklären: Der Veranstalter kann die Mindestabstände nicht garantieren und deswegen müssen wir leider die Versammlung auflösen, wir wollen das gar nicht! (Das bekannte Schema – mir kam das so bekannt vor; genau wie Demonstranten im letzten August den Polizisten in ihren Kampfanzügen Wasser wegen der prallen Sonne gaben, damit diese im Nachhinein frisch gestärkt losprügeln konnten)

Dieses Schema erkannte dann auch einer der Organisatoren, und forderte dann die Menge auf diese Sackgasse nach hinten in Richtung Brandenburger Tor zu verlassen um sich dann dort mit den schikanierten Demonstranten am Brandenburger Tor zu vereinigen, welches auch sofort los ging.

Auf einmal schien es so, als wenn die Demonstranten die Polizei mit ihrem ganzen Brimborium dort alleine lassen könnte und würde.

(So wie wenn man einem Kind ein ganz liebes Spielzeug wegnimmt!)

(Das geht natürlich überhaupt nicht wo kommen wir denn da hin?!)

Der Flügel, auf dem die Veranstalter standen wurde also in Richtung Russisches Ehrenmal geschoben.

Und dann kam blitzartig Bewegung in die Kampftruppen, die sich wohl von ihren Opfern allein gelassen vorkamen.

Und ruck -zuck wurde ein schnell zusammengestellter Stoßtrupp in die Demonstranten gekeilt und der Flügel mit samt Leuten darauf festgesetzt und eingekesselt.

Da war dann nichts mehr mit irgendwelchen Sentimentalitäten, da wurde dann schnell richtig zugelangt und Heinrich Fichtner mit seinem einen Arm zu Boden gerungen, gefesselt und verhaftet. Einen kleinen Augenblick lang machte es den Eindruck, als wenn es die riesige Menschenmenge es geschafft hätte den Wagen mit dem Flügel auch gegen diesen Stoßtrupp dort weg zu schieben – nur da kamen sofort Leute – aus den eigenen Reihen und machten klar, das man nie einen Polizisten schubsen und diesen auch nicht anschreien darf, weil man das nicht darf. (Die haben evtl. selbst Kinder – und da geht das nicht)

Zu diesem Zeitpunkt wurde mir klar, das man uns hat ein paar Lieder singen lassen und uns dann mit brutaler Gewalt, genau wie auf den Demos im letzten Jahr wie einen Ochsen am Nasenring durch die Arena gezerrte!

Das hat eine bewährte Methode. Auf meinem Weg weg von der Straße des 17th Juni sah ich noch ein paar Leute tanzen und singen (They do’nt car about us) wobei mir immer klarer wurde das die Gewalttäter sehr wohl „care about us“ machen nur „in a very special way“.

Foto :L.J. Finger

Mir ist auch immer klarer, das die aufgestaute Wut der Bürger durch dieses „Wir sind alle so lieb“ -Getue richtig gehend aufgelöst und zerfasert wurde – es hat überhaupt nichts gebracht, außer, das die Menschen gedemütigt geprügelt und zu guter Letzt auch noch durch Bußgelder abgezogen wurden.

Da steckt nach meiner Befürchtung eine Methode und ein Ziel dahinter, welches ich lange nicht wahrhaben wollte!

Wer dort war, der hat gemerkt, das er trotz der in Kauf genommenen Unanehmlichkeiten umsonst dort war, ja es wurde perfekt demonstriert das selbst wenn Millionen auf die Straße gehen, diese gegen eine perfekte Organisation und eine brutale Polizei von welcher alles und jedes niedergeschlagen wird nicht die Spur einer Chance hat- da braucht man nicht hingehen – und geht besser auch nicht hin!

Und hinzu kommt, das diejenigen, welche uns dorthin eingeladen haben ausser der tollen Organisation nicht wirklich etwas vorangebracht haben – im Gegenteil – man hat alles getan um die Bewegung zu zerplittern.

(Man sehe sich Thorsten Schultes demoralisierendes Video dazu an)

Auf der Rückfahrt mit der Bahn habe ich dann noch etwas so unglaubliches miterlebt – Das passt an diesen Text nicht mehr heran.

Ich schildere es in zweiten Bericht.

L.J. Finger

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: