Corona-Ticker: Kampagne gegen Biontech in Frankreich aufgeflogen

In Frankreich hat eine ominöse „Agentur“ versucht, Influencer für eine Kampagne gegen das Biontech-Vakzin Comirnaty einzuspannen. Eine Spur führt nach Russland. Und: Bald wird jeder zweite Europäer mindestens erstgeimpft sein. Corona-News im Ticker.

Die wichtigsten Corona-News des Tages

16.50 Uhr: Dreyer fordert für die Länder mehr Impfstoff vom Bund

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat die Bundesregierung vor dem Impfgipfel aufgefordert, für mehr Impfstoff und mehr Verlässlichkeit bei dessen Verteilung zu sorgen. „Wir brauchen vor allem mehr Transparenz und Verlässlichkeit rund um die mengenmäßige und gerechte Verteilung von Impfstoff nach Einwohnerschlüssel je Bundesland“, so Dreyer. Dies erwarteten die Länder von dem Impfgipfel an diesem Donnerstag, zu dem sich die Bundesländer mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammenschalten.

16.35 Uhr: Champion League Finale vor 16.500 Zuschauern

Das Endspiel der Champions League wird in diesem Jahr wieder vor einer beachtlichen Kulisse stattfinden. Wie die Europäische Fußball-Union (UEFA) mitteilte, genehmigten die portugiesischen Behörden für das in Porto angesetzte Duell zwischen den englischen Klubs Manchester City und FC Chelsea 16.500 Zuschauer. Damit wäre das Estadio do Dragao zu einem Drittel ausgelastet. Die beiden Vereine erhalten jeweils ein Kontingent von 6000 Karten, dazu gingen über die UEFA am Dienstagnachmittag 1700 Tickets in den freien Verkauf.

Um tatsächlich am 29. Mai zum Endspiel in die Arena zu dürfen, ist allerdings ein negativer Coronatest nötig. Ein Impfnachweis reicht nicht aus.

15.55 Uhr: Transparency kritisiert Veröffentlichungspraxis zu Impfstoffen

Die Anti-Korruptions-Organisation Transparency International kritisiert mangelnde Transparenz bei Studien und Beschaffungsverträgen von Covid-19-Impfstoffen. Bei der Entwicklung und dem Verkauf der weltweit 20 wichtigsten Vakzine gegen Corona seien nur die Hälfte der klinischen Studien und nur sieben Prozent der Verträge veröffentlicht worden. Verwiesen wird auf eine gemeinsame Studie der Organisation und der Universität Toronto mit dem Titel „For Whose Benefit?“ (Wem nützt’s?).

Untersucht wurde den Angaben zufolge die Datenlage auch zu den Impfstoffen von AstraZeneca, BioNTech und Moderna.Von den Verträgen, die veröffentlicht wurden, enthielten fast alle erhebliche Schwärzungen von Schlüsselinformationen wie Gesamtpreis, Preis pro Dosis und Lieferpläne. Die Analyse von 86 registrierten klinischen Studien zeige zudem, dass nur 45 Prozent dieser Studien veröffentlicht wurden.

15.00 Uhr: Bald jeder zweite erwachsene Europäer hat Corona-Erstimpfung bekommen

Bis Ende des Monats sollen insgesamt 46 Prozent der Europäer – 170 Millionen Menschen – eine Erstimpfung erhalten haben. Und: Europaweit nimmt die Impfkampagne weiter Fahrt auf: Die Lieferungen im zweiten Quartal von April bis Juni übertreffen demnach die ursprünglichen Erwartungen: Es sollen 413 Millionen Impfdosen der Hersteller Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson in der EU ankommen. Noch Anfang März hatte von der Leyen von 300 Millionen Dosen im zweiten Quartal gesprochen. Nach der jetzigen Prognose sollen es im dritten Quartal von Juli bis Ende September 529 Millionen Dosen werden, im vierten Quartal dann noch einmal 452 Millionen.

Von der Leyen hatte das Ziel ausgegeben, mindestens 70 Prozent der Erwachsenen in der EU gegen Covid-19 zu impfen. Sie hält dies bis Juli für erreichbar – zumindest für die Erstimpfung.

14.45 Uhr: USA fordern weitere Untersuchungen zum Ursprung des Covid-Virus

Der amerikanische Gesundheitsminister Xavier Becerra hat eine baldige Fortsetzung der internationalen Untersuchung über den Ursprung des Coronavirus gefordert. Die zweite Phase der Untersuchung müsse unter transparenten Rahmenvorgaben laufen, forderte Becerra bei der Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Die Experten brauchten völlige Unabhängigkeit, um den Ursprung des Virus und den Beginn des Ausbruchs zu untersuchen.

Die USA hatten die Qualität der ersten Untersuchung in Zweifel gezogen. Sie warfen China ungebührliche Einflussnahme auf die daran beteiligten internationalen Experten vor. Sie waren nach monatelanger Verzögerung durch China Anfang des Jahres in die chinesische Stadt Wuhan gereist, in der das Virus Ende 2019 erstmals nachgewiesen wurde.

Peking habe die Untersuchungen kontrolliert und eingeschränkt lautet der Vorwurf. Wissenschaftler hätten keinen Zugang zu kompletten Originaldatensätzen und Proben gehabt, kritisierten die USA Ende März in einem Dokument, das 13 weitere Länder unterzeichneten, darunter Dänemark, Großbritannien, Australien und Japan. Die WHO will die Untersuchungen fortsetzen.

13.55 Uhr: Frankreich: Medienkampagne gegen Biontech-Impfstoff aufgeflogen

In Frankreich ist eine Kampagne gegen den Corona-Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer aufgeflogen. Mehrere Influencer erhielten nach eigenen Angaben Mails, in denen sie aufgefordert wurden, das Vakzin im Videodienst Youtube gegen Bezahlung schlecht zu machen. Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran äußerte sich entsetzt: „Das ist armselig, gefährlich und verantwortungslos“, sagte er dem Sender BFM-TV. Zahlreiche Menschen vertrauten auf den Impfstoff.

Nach Angaben Vérans gibt es noch keine eindeutigen Hinweise auf die Urheber der Mails. „Ich weiß nicht, ob sie aus Frankreich kommen oder aus dem Ausland“, sagte der Minister. Die Nachrichten waren an mehrere Influencer adressiert, denen insgesamt mehr als 1,5 Millionen Menschen auf YouTube folgen.

Die Youtuber erklären, die Mails von einer Londoner „Agentur“ erhalten zu haben. Nach Angaben des Videobloggers Leo Grasset warb die Agentur mit einem „kolossalen Budget“ und verlangte, der Sponsor müsse anonym bleiben. Bei Nachforschungen entdeckte Grasset, dass sich hinter der Londoner Adresse ein Zentrum für „Laser-Ästhetik“ verbirgt. Alle Mitarbeiter hätten in ihren Profilen angegeben, zuvor in Russland tätig gewesen zu sein.

13.45 Uhr: Tausende Impfdosen für indonesische Häftlinge gestohlen

Wegen des Handels mit gestohlenen Corona-Impfdosen sind in Indonesien vier Verdächtigte festgenommen worden – unter ihnen ein Gefängnisarzt und ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden. Sie werden beschuldigt, den eigentlich für Häftlinge bestimmten Impfstoff weiterverkauft zu haben, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Demnach hatten sie die Impfdosen aus Lieferungen an Gefängnisse abgezweigt und Käufern in der Hauptstadt Jakarta und auf der Insel Sumatra für umgerechnet je 14 Euro pro Stück angeboten. Den vier Verdächtigen droht im Falle einer Verurteilung eine lebenslange Haftstrafe.

In Indonesien wurden bislang mehr als 1,7 Millionen Corona-Infektionen und fast 50.000 Todesfälle registriert. Impfungen gegen das Coronavirus sind in dem Land mit seinen 270 Millionen Einwohnern eigentlich kostenlos. Millionen von Menschen konnten sich wegen der Impfstoff-Knappheit aber noch nicht impfen lassen.

13.30 Uhr: „Milli Vanilli“-Sänger John Davis an Corona gestorben

Nach Angaben seiner Tochter starb „Milli Vanilli“-Sänger John Davis gestern an den Folgen einer Corona-Infektion. Der Sänger, der in Cadolzburg im Landkreis Fürth wohnte, war als „Stimme“ hinter den Welterfolgen des Playback-Duos Duo Milli Vanilli bekannt geworden, trat aber auch mit den Nürnberger Symphonikern und der Thilo Wolf Big Band auf.

John Davis engagierte sich regelmäßig, etwa für die BR-Hilfsaktion „Sternstunden“. Erst im vergangenen Winter hatte Davis sich an einem musikalischen Weihnachtsgruß für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Nürnberger Klinikums beteiligt. Zusammen mit anderen Musikern bedankte er sich beim medizinischen Personal für den Einsatz während der Corona-Pandemie. Nun ist er selbst an den Folgen einer Covid-19 Erkrankung gestorben.

13.13 Uhr: Island lockert Corona-Maßnahmen

Die Corona-Beschränkungen auf Island sind weiter zurückgefahren worden. Die Menschen auf der Nordatlantik-Insel müssen seit Dienstag unter anderem in Geschäften und am Arbeitsplatz keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen. Eine Maske ist von nun an nur noch bei Sitzplatzveranstaltungen wie Konzerten, Sportveranstaltungen, im Kino oder in der Kirche vorgeschrieben, auch Dienstleister mit unvermeidlich nahem Kundenkontakt wie Friseure und Masseure müssen weiterhin eine tragen.

Island mit seinen gerade einmal 360.000 Einwohnern hat seit langem die auf die Bevölkerung gerechnet niedrigsten Neuinfektionszahlen des gesamten Europäischen Wirtschaftsraums.

12.55 Uhr: Corona-Zahlen in Malaysia steigen massiv

In Malaysia müssen sich die Menschen Experten zufolge auf einen massiven Anstieg der Corona-Zahlen einstellen. Das südostasiatische Land kämpft seit Wochen gegen seine bisher schwerste Corona-Welle. Am Dienstag verzeichneten die Behörden fast 7.300 Neuinfektionen – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. „Die Malaysier müssen sich auf das Schlimmste vorbereiten“, twitterte der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Noor Hisham Abdullah.

12.42 Uhr: Apotheken sollen Corona-Impfzertifikate vergütet bekommen

Wenn Apotheken nachträglich Corona-Impfzertifikate ausstellen, sollen sie dafür eine Vergütung bekommen. Vorgesehen sind für das erstmalige Erstellen voraussichtlich 18 Euro, wie aus einem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht.

Diesen erhöhten Betrag sollen auch Praxen für nachträgliche Zertifikate bekommen, wenn sie die Impfung nicht selbst vorgenommen haben. In der Regel soll dies die impfende Praxis direkt machen und dafür bis zu sechs Euro jeweils für die Erst- und Zweitimpfung bekommen – zusätzlich zu 20 Euro pro Impfung.

12.12 Uhr: Knapp 196.000 Corona-Neuinfektionen in Indien

Erstmals seit Mitte April sind in Indien weniger als 200.000 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages erfasst worden. Rund 196.000 Neuinfektionen verzeichnete das indische Gesundheitsministerium mit Zahlen vom Dienstag. Im Mai waren teils mehr als 400.000 Fälle pro Tag erfasst worden. Inzwischen hat sich das Infektionsgeschehen den offiziellen Zahlen nach verlangsamt.

12.10 Uhr: Spahn fordert mehr Geld für WHO

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat dazu aufgerufen, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) finanziell zu stärken. Neben den niedrigen Mitgliedsbeiträgen, die die 194 Länder seit Jahren nicht erhöht haben, fehle auch Geld in Sondertöpfen, etwa für Noteinsätze. „Das ist inakzeptabel“, sagte Spahn.

Deutschland ist in der Pandemie zum größten Geldgeber der WHO geworden, mit rund 900 Millionen Euro für das Zweijahresbudget 2020/2021. Zweitgrößter Geldgeber ist die Stiftung von Bill und Melinda Gates. Chinas Beitrag für den Zeitraum beträgt nach Angaben der WHO-Budget-Analysten umgerechnet knapp 150 Millionen Euro. 2018/19 waren die USA größter Zahler, aber der frühere US-Präsident Donald Trump hatte die Zuwendungen deutlich zurückgefahren.

12.05 Uhr: Spahn macht sich für globales Pandemie-Abkommen stark

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für die Ausarbeitung eines globalen Pandemieabkommens stark gemacht. Die Zeit für einen ehrgeizigen Pandemievertrag sei jetzt gekommen, betonte Spahn am Dienstag in einer Videobotschaft vor der Weltgesundheitsversammlung in Genf. Basierend auf den Erfahrungen in der Covid-19-Pandemie seien viele Empfehlungen ausgearbeitet worden, um robuste und sichere globale Gesundheitsstrukturen zu errichten, sagte der Minister. Konkrete Vorschläge für einen möglichen Inhalt eines Pandemieabkommens machte er nicht. In einem Pandemiepakt, der derzeit nur als Idee existiert, könnten sich die Länder laut Diplomaten zu einer besseren Früherkennung, einer engeren Kooperation, einer wirksamen Vorbereitung und einer besseren Ausrüstung der Gesundheitswesen verpflichten.

11.55 Uhr: Städte- und Gemeindebund warnt vor Corona-Leichtsinn

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat sich gegen Rufe nach schnelleren Corona-Lockerungen gestellt. „Wir warnen davor zu glauben, die Corona-Pandemie sei bereits vorbei, und alle Einschränkungen könnten aufgehoben werden. Das wäre falsch und gefährlich“, sagte DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Zwar gingen die Infektionszahlen „kontinuierlich zurück“, und beim Impfen gehe es immer schneller voran. Aber die erzielten Erfolge „dürfen jetzt nicht unvorsichtig aufs Spiel“ gesetzt werden, warnte der DStGB-Hauptgeschäftsführer.

Damit stellte sich Landsberg hinter Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der eine Inzidenz von 20 als Zielmarke für eine komplette Aufhebung der Corona-Auflagen genannt hatte. Das war unter anderem von der FDP und der Linkspartei kritisiert worden.

11.48 Uhr: Fast jeder Dritte macht regelmäßig Corona-Tests

Fast jeder dritte Erwachsene macht laut einer Umfrage inzwischen regelmäßig Corona-Tests. Mindestens ein- bis zweimal pro Woche tun dies nach eigenen Angaben 30 Prozent, wie eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab. Mit Nein antworteten 66 Prozent. Am stärksten verbreitet sind regelmäßige Tests demnach unter 18- bis 24-Jährigen (42 Prozent), bei Menschen über 55 Jahre bejahten dies 22 Prozent.

11.30 Uhr: Tausende Corona-Tote in England nach Infektion in Kliniken

Bis zu 8.700 Menschen in England sind nach einer Corona-Infektion gestorben, die sie sich im Krankenhaus zugezogen hatten. Das geht aus Daten des Nationalen Gesundheitsdiensts NHS hervor, wie der „Guardian“ am Dienstag berichtete. Demnach erkrankten mehr als 32.000 Menschen seit März 2020 während eines aus anderen Gründen bedingten Klinikaufenthalts mit Covid-19. Etwa 8.700 von ihnen starben innerhalb von 28 Tagen nach ihrem positiven Test. In wie vielen Fällen Covid-19 die ausschlaggebende Todesursache war oder womöglich nur ein zusätzlicher Faktor, ist nicht bekannt.

11.08 Uhr: Altmaier stellt Lockerungen bei Home-Office-Pflicht in Aussicht

Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat Unternehmen und Beschäftigten schrittweise Lockerungen der Home-Office-Pflicht in Aussicht gestellt. „Ich glaube, dass die Idee, dass man zur Normalität zurückkehrt, sicherlich auch bedeutet, dass man dann dort, wo es Sinn macht, auch wieder vor Ort arbeiten kann“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag der „Bild“. Es werde „Schritt für Schritt weniger Vorschriften“ zum Homeoffice geben.

Zugleich glaube er aber, dass viele Beschäftigte trotzdem weiter von zuhause arbeiten könnten, sagte Altmaier. Viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer arrangierten sich und machten flexiblere Arbeitsmodelle möglich. Das sei eine der positiven Lektionen aus der Corona-Krise.

10.48 Uhr: Bald 170 Millionen Europäer einmal gegen Covid geimpft

Bis nächsten Sonntag sollen 170 Millionen Europäer zumindest einmal gegen Corona geimpft sein. Das seien 46 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in der Europäischen Union, erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach Angaben aus EU-Kreisen am Dienstag beim Gipfel in Brüssel. Bis zum 30. Mai würden in der EU etwa 300 Millionen Dosen Corona-Impfstoff ausgeliefert und davon 245 Millionen Dosen verabreicht sein.

Die Lieferungen im zweiten Quartal von April bis Juni überträfen die ursprünglichen Erwartungen. Von der Leyen hat das Ziel ausgegeben, mindestens 70 Prozent der Erwachsenen in der EU gegen Covid-19 zu impfen. Sie hält dies bis Juli für erreichbar, zumindest für die Erstimpfung.

10.47 Uhr: Impffortschritt hebt Stimmung in Chefetagen

Die Stimmung in den Chefetagen der Wirtschaft steigt angesichts der Impffortschritte in der Corona-Pandemie auf das höchste Niveau seit zwei Jahren. Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im Mai auf 99,2 Punkte von 96,6 Zählern im April, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut am Dienstag zu seiner Manager-Umfrage mitteilte. „Die deutsche Wirtschaft nimmt Fahrt auf“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Manager beurteilten ihre Lage günstiger als zuletzt. Zudem blicken sie deutlich optimistischer auf die kommenden Monate.

10.43 Uhr: Mehr als 45 Millionen Impfdosen verabreicht

Seit Beginn der Corona-Impfkampagne sind in Deutschland mehr als 45 Millionen Dosen verabreicht worden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag (Stand: 10.05 Uhr) wurden am Montag 287.574 Menschen immunisiert, 158.451 davon bekamen nun ihren vollen Impfschutz. Der Feiertag hatte die Zahl der Impfungen damit im Vergleich zur Vorwoche deutlich gedrückt, sieben Tage zuvor wurden mit 543.637 weitaus mehr Impfdosen verabreicht.

Insgesamt sind den Angaben zufolge bisher 40,4 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal und 14,3 Prozent vollständig geimpft.

09.18 Uhr: Britische Regierung verschärft lokale Abstandsregeln

Die Regierung in Großbritannien hat die Abstandsregeln in einzelnen englischen Bezirken mit hohem Auftreten der zuerst in Indien entdeckten Coronavirus-Variante wieder verschärft – allerdings ohne öffentliche Ankündigung. Wie die BBC berichtete, wurde die Regierungswebseite bereits am vergangenen Freitag für landesweit acht Bezirke aktualisiert. Demnach werden die Menschen dort aufgerufen, ihre Bezirke nicht zu verlassen, zwei Meter Abstand zu anderen zu halten und sich nicht in Innenräumen zu treffen.

09.03 Uhr: Mittelständische Unternehmen stellten 2020 weniger Auszubildende ein

Die Corona-Krise hat der Ausbildungsaktivität des Mittelstands und damit den beruflichen Einstiegsmöglichkeiten junger Menschen in Deutschland einen kräftigen Dämpfer verpasst. Einer Sondererhebung im repräsentativen KfW-Mittelstandspanel zufolge hat im vergangenen Jahr jedes vierte (26 %) ausbildende mittelständische Unternehmen aufgrund der Krise weniger neue Lehrlinge eingestellt als ursprünglich geplant. Bei 71 % hatte die Krise keine Auswirkungen auf die Anzahl neuer Azubis, nur 3 % haben ihre Ausbildungsaktivität ausgeweitet.

Die Ausbildungsaktivität der Unternehmen hängt davon ab, wie sehr sie die Folgen der Corona-Krise spüren. Zum Zeitpunkt der Befragung Ende Januar 2021 waren zwei Drittel (67 %) der ausbildenden Firmen unmittelbar von der Krise betroffen, z.B. durch Umsatzeinbußen oder Liquiditätsengpässe. Von diesen Unternehmen haben 32 % im Jahr 2020 weniger Azubis eingestellt als zuvor geplant.

08.47 Uhr: Domscheit-Berg nennt digitalen Impfpass „sinnloses Unterfangen“

Anke Domscheit-Berg, die netzpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, hat den geplanten EU-einheitlichen elektronischen Corona-Impfpass als „sinnloses Unterfangen“ kritisiert. „Er macht ja nur – wenn überhaupt – sehr früh Sinn“, sagte Domscheit-Berg am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. Bei einer Einführung des Nachweises „sechs oder acht Wochen zu spät“ sei eine Herdenimmunität im Prinzip schon erreicht, womit der eigentliche Zweck des elektronischen Impfpasses entfalle.

Eine Einführung des digitalen Impfnachweises noch vor den Ferien beziehungsweise bis Ende Juni, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der vergangenen Woche in Aussicht stellte, halte sie für unrealistisch. Dafür brauche es unter anderem eine einheitliche Praxissoftware, die sich nicht so schnell programmieren lasse, so Domscheit-Berg.

07.05 Uhr: Stiftung Patientenschutz äußert Verständnis für Impftourismus

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, hat Verständnis für Impftourismus in der Corona-Pandemie geäußert. „Bei gerade jetzt knappen Vakzinen für Impfberechtigte der Priorität zwei und drei wächst die Verzweiflung“, sagte Brysch der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Dienstagsausgabe). Unter solchen Bedingungen sei es vorhersehbar, dass Menschen alles unternehmen, um an eine Impfung zu kommen.

„Niemand sollte sich über Impftourismus aufregen, denn die Verantwortlichen dafür sitzen in Berlin und den Landeshauptstädten“, betonte Brysch. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) etwa spekuliere „ungeniert über Impfpläne für Personengruppen in der Zukunft und kann den aktuellen Bedarf gar nicht decken“, kritisierte der Patientenschützer.

06.59 Uhr: Zwei Monate vor Olympia warnen die USA vor Reisen nach Japan

Die USA haben zwei Monate vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) mit Verweis auf die Pandemie-Lage eine Reisewarnung der höchsten Stufe 4 für Japan ausgesprochen. „Reisen Sie nicht nach Japan“, heißt es seit Montag in den Empfehlungen des Außenministeriums. In Tokio sagte Regierungssprecher Katsunobu Kato, dass der US-Warnhinweis keinen Einfluss auf die Olympischen Spiele haben werde. „Wir gehen davon aus, dass sich die Position der USA, Japans Bemühungen um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele zu unterstützen, nicht geändert hat“, sagte er bei einem turnusmäßigen Briefing. Japan sei darüber informiert worden, dass die Empfehlung keine Auswirkungen auf die US-Olympiamannschaft haben werde und dass die Maßnahme kein Verbot darstelle, erklärte Kato.

06.09 Uhr: RKI registriert 1911 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1.911 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 06.05 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 4209 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 58,4 an (Vortag: 62,5; Vorwoche: 79,5). An Feiertagen wie Pfingstmontag suchen weniger Menschen einen Arzt auf, wodurch auch weniger Proben genommen werden und es weniger Laboruntersuchungen gibt. Daher werden weniger Neuinfektionen gemeldet.

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 33 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 221 Tote gewesen.

05.00 Uhr: Kritik an Spahn wegen Ziel einer Inzidenz unter 20

Aus FDP- und Linksfraktion kommt Kritik an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, weil er als Zielmarke für einen unbeschwerten Sommer eine Corona-Inzidenz von unter 20 genannt hat. „Mit seinen Spekulationen verbreitet Herr Spahn nur öffentliche Verunsicherung“, sagte der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Michael Theurer der „Welt“ „Die Intensivbetten leeren sich, die schweren Verläufe werden deutlich seltener. Die Gefährdungslage aus einer spezifischen Zahl, sei es 20, 35, 50 oder 100, ist inzwischen eine ganz andere, als das noch Anfang des Jahres der Fall war.“ Linksfraktionschefin Amira Mohamed Ali sagte: „Konkrete Problemlösung anstatt schwurbeliger Ankündigungen wäre jetzt dringend geboten.“

03.45 Uhr: Knapp zwei Drittel der Bürger für Rückkehr zu Präsenzunterricht

Knapp zwei Drittel der Bundesbürger sind unter Einhaltung von Test- und Hygienekonzepten für eine sofortige Rückkehr der Schulen zum Präsenzunterricht. 65,2 Prozent sind laut einer Umfrage im Auftrag der FDP-Bundestagsfraktion auf jeden Fall oder eher dafür. Die Umfrage liegt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor. 24,7 Prozent sind auf jeden Fall oder eher dagegen. Jeder Zehnte ist unentschieden. Die Mehrheit für die sofortige Rückkehr zum Präsenzunterricht reicht von 78,3 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern bis 55 Prozent in Bremen.

02.00 Uhr: Landkreise – Impftourismus zeigt Versagen der Politik

Die deutschen Landkreise fordern mehr verlässliche Impfstofflieferungen für die Impfzentren, um den Impftourismus zu vermeiden. „Die Lieferungen an viele Zentren sind noch immer zu unzuverlässig, so dass Erstimpfungen zurückgefahren werden müssen. Deshalb weichen die Leute aus und nehmen auch lange Wege auf sich. Im Grunde unterstreicht das die große Impfbereitschaft der Bevölkerung. Und darauf kommt es trotz aller Ruckelei entscheidend an“, sagt der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, der Zeitung „Rheinische Post“ (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht. Der Impftourismus zwischen den Bundesländern zeige aber das Versagen der Politik, die Zentren mit ausreichend Impfstoff zu versorgen.

1.13 Uhr: Altmaier will Corona-Hilfe verlängern

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) verspricht den Unternehmen, die staatlichen Corona-Hilfen über den bislang geplanten 30. Juni hinaus zu verlängern. „Ich sage Ihnen zu: Wir werden das so lange fortführen, wie es eine nennenswerte Zahl von Unternehmen gibt, die unter den Spätfolgen von Corona nach wie vor leiden“, sagt Altmaier im Polittalk der Zeitung „Bild“.

Über das konkrete Datum der Verlängerung von Überbrückungshilfen werde in der Bundesregierung noch diskutiert. „Ich würde es eigentlich gerne bis Ende des Jahres verlängern, weil ich weiß, dass viele Geschäfte eine Zeit lang brauchen werden, um das alles wieder aufzuholen.“ Voraussetzung der Hilfe bleibe, dass der Umsatz mindestens 30 Prozent unter dem Vorjahr liege. Dann könne man bestimmte Fixkosten angeben und andere Leistungen erhalten.

01.01 Uhr: Deutlich weniger Abschiebungen durch Pandemie

In den ersten drei Monaten dieses Jahres sind nach Angaben der Bundespolizei 2880 Menschen aus Deutschland abgeschoben worden – und damit deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum. Das berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben) unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Im ersten Quartal 2020 gab es noch 4088 Abschiebungen, im ersten Quartal 2019 waren es sogar 5613.

Den deutlichen Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren begründeten die Zeitungen vor allem mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Zu den Ländern, in die 2021 am meisten Menschen abgeschoben wurden, zählen Georgien, Albanien, Moldawien und Serbien. 78 Menschen wurden nach Afghanistan zurückgeführt.

Dienstag, 25. Mai 2021

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