Wissenschaft des Kinderpiksens: Lassen dürfen können ohne müssen zu sollen

Vorsicht, Impfoffensive: Auch Kinder dürfen sich jetzt bald in die Impfanwärterschlange stellen können, sie sollen aber nicht müssen.

Vom ersten Moment an war Corona eine Gelegenheit für die Wissenschaft. Während andere Staaten, der inzwischen weitgehend vergessene frühere US-Präsident Donald Trump und sein derzeit aus den Schlagzeilen verschwundener brasilianischer Kollege Jair Messias Bolsonaro sich strikt weigerten, die Erkenntnisse von Virologen, Epidemiologen und Demoskopen als Grundlage ihrer Entscheidungsfindung zu nutzen, war das in Deutschland anders.  

Masken galten hier so lange als nutzlos und sogar schädlich, wie eine Maskenpflicht das Fehlen einer leistungsfähigen nationalen Maskenindustrie hätte offenlegen und damit die vulnerablen Gruppen in der Bevölkerung beunruhigen können. Bei der Impfstoffentwicklung setzte die Bundesregierung mit einer direkten Beteiligung auf die junge Firma Curevac, die bis heute aussichtsreiche Forschungen für einen siebten oder achten Corona-Impfstoff betreibt. Und bei den Impfungen war im Corona-Kabinett immer klar: Die europäische Zulassungsbehörde EMA entscheidet nach gründlicher Prüfung, gründlicher als etwa in den USA, Israel, Russland oder Großbritannien. Aber mit demselben Ergebnis.

Wissenschaft der Rettung

Das gilt dann europaweit, denn der EMA-Bescheid ist Stand der Wissenschaft, der Bund und Länder getreulich folgen, denn in einer Situation, die heute schon der gleicht, die durch die Klimakrise in Kürze ausgelöst werden wird, kann nur science die Rettung sein. Unmittelbar nach der Zulassung des Impfstoffs von AstraZeneca für alle Altersgruppen schränkte die deutsche Impfstoffkommission die Verwendung deshalb wegen wissenschaftlicher Erkenntnisse nach einigen bedauerlichen Todesfällen auf ausschließlich jüngere Empfänger ein. 

Ein deutscher Sonderweg, der auf Rat der Wissenschaft wenig später leicht korrigiert wurde: Nun war „Astra“, wie der Volksmund die britisch-schwedische Brühe nennt, nur noch für Ältere und ganz Alte empfohlen. Zugelassen aber nun doch wie von der EMA bestimmt für alle, außer in einige EU-Nachbarstaaten, die das einheitliche europäische EMA-Urteil auf jeweils eigene Art interpretierten.

Diverse Wege

Dieser wissenschaftlich begründete Weg der diversen Vielfalt half unmittelbar und mit beinahe schon magischer Kraft, zumindest in Deutschland. Hatten nach den ersten vier Millionen Astra-Impfungen noch 59 Fälle von Hirnvenenthrombosen medial so laut beklagt werden müssen, dass der eben noch begehrte Impfstoff wie Blei in den Kühlschränken der Hausärzte lag, folgte auf die Änderung der Strategie kein einziger medial betrauerter Fall mehr. 

Es ist fast wie ein Wunder: Obwohl inzwischen weitere vier Millionen Dosen Astra verimpft wurden und die Wissenschaft sich unterdessen sicher ist, dass ein erhöhtes Thromboserisiko auch bei älteren Frauen besteht, blieben Impfschäden deutschlandweit aus, seit Impfwillige selbst entscheiden, ob sie das Risiko, an Corona zu erkranken, gegen das Risiko eintauschen wollen, mit Astra geimpft zu werden. oder weiter auf Biontech zu warten.

Blaupause für den Impfgipfel

Für den Impfgipfel in Berlin musste das eine Blaupause sein. Die EMA hat das Biontech-Vakzine mittlerweile für Kinder ab zwölf Jahre freigegeben, die deutsche Wissenschaft aber hält am erprobten ab Impfstoffnationalismus fest: Die „Ständige Impfstoffkommission“ als höchstes wissenschaftliches Beratergremium der Bundesregierung, lehnte die Empfehlung einer Impfung für Kinder und Jugendliche ab. Was die im Corona-Kabinett zum Impfgipfel versammelten Führerinnen und Führer der deutschen Impfkampagne zwang,selbst wissenschaftliche tätig zu werden und Elterinnen und Eltern im Lande den Rat zu geben, ihre Kinder impfen lassen zu dürfen können, allerdings weder zu müssen noch zu sollen.

Individuelle wissenschaftliche Entscheidungen sind gefragt, Einzelfallglaube und Vertrauen in den tageswahren Wasserstand der wissenschaftlichen Auskunftslage. Wer sich eben noch gegen den falschen Impfstoff entschieden hat, erkennt, dass es vielleicht doch der richtige war.  Wer anfangs Bedenken hatte und erst mal sehen wollte, wie viele seiner geimpften Nachbarn tot umfallen, muss als Spätgeimpfter ab August vielleicht nicht mehr um die Eintragung seiner Immunisierung im digitalen Impfpass bangen. Und die Kinder, die zuerst unter die Nadel gehen, sind natürlich auch die, die zuerst wieder unter die Nadel müssen, wenn es um Weihnachten herum an die erste Boosterung der Immunisierung geht. Die Ersten werden dann wieder die Ersten sein. And so on forever.

Wenigstens derzeit ist das Stand der Wissenschaft.

https://www.facebook.com/plugins/like.php?href=https://www.politplatschquatsch.com/2021/05/wissenschaft-des-kinderpiksens-lassen.html&layout=button_count&show_faces=false&width=180&action=like&font=arial&colorscheme=light Eingestellt von ppq Diesen Post per E-Mail versendenBlogThis!In Twitter freigebenIn Facebook freigebenAuf Pinterest teilen

Kommentare:

Arminius hat gesagt…

Die ständige Impfkommission hat ihre Zukunft hinter sich. Es war ein Fehler, den Anweisungen aus Berlin nicht Folge zu leisten. Berlin vergißt nicht.

Quelle

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: