Weil sie keine Corona-Impfung will: Engagement von Eva Herzig ausgesetzt

Star aus dem „Steirerkrimi“

„Ich lasse mich nicht impfen, egal, was mir angedroht wird“, bekräftigte die Österreicherin. Für ihre Haltung muss sie nun berufliche Konsequenzen tragen.

Aktualisiert

Imago
Die Schauspielerin Eva Herzig, hier im Jahr 2008, lehnt eine Corona-Impfung ab. 

Berlin/WienDie österreichische Schauspielerin Eva Herzig will sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Aus diesem Grund wurde ihr ihr Engagement für die ARD-Serie „Steirerkrimi“ ausgesetzt. Auf Facebook gab die 48-Jährige bekannt: „Es ist soweit, das FREIWILLIGE IMPFEN hat auch mich erreicht. Wenn ich mich nicht impfen lasse, kann ich keinen weiteren Steirerkrimi mehr drehen. Im Herbst beginnen neuerliche Dreharbeiten, ohne mich. Ich hab es erwartet, trotzdem hat mich die Nachricht getroffen.“ Gegenüber sagte Herzig, dass die Impfung ihr zu „unerforscht“ sei. Sie habe zu viele Berichte über Impfschäden gelesen. Die Langzeitfolgen einer Impfung seien auch noch nicht klar. 

Schulen und Corona :

Nach vier Monaten Stubenarrest: Die Rückkehr der Mittelstufe

Zu Besuch bei einer siebten Klasse in der Friedensburg-Oberschule: Wie fühlt sich die Rückkehr in die Schule an, wie gelingt die Testung vor Unterrichtsbeginn?

, 19.4.2021 – 17:33 Uhr Artikel anhören

Foto: Berliner Zeitung/ Benjamin PritzkuleitNach vier Monaten endlich wieder Präsenzunterricht: Eine siebte Klasse in der Friedensburg-Oberschule. 

Berlin –  „Boah krass! Total ungewohnt, wieder in der Schule zu sein“, sagt ein Mädchen mit langen schwarzen Haaren und schaut sich auf dem Schulhof um – begierig alle Eindrücke einsaugend. Dann öffnet sie die Tür und eilt die Stufen hinauf. Empfehlungen

Eine siebte Klasse in der Friedensburg-Oberschule in Charlottenburg. Seit vier Monaten sind sie nicht mehr zusammen gewesen und nun zum ersten Mal wieder. Marco Weeser, der junge Klassenlehrer, bittet alle, mal mit dem Daumen zu zeigen, wie es ihnen geht. Viele Daumen zeigen nach oben, manche zur Seite, einer steil nach unten. Danach gefragt, sagt Daniel: „Wir waren lange nicht in der Schule. Mir hat das gefehlt.“

Dann beginnt die Test-Zeremonie: Ziemlich andächtig schauen die Schüler das Schulungsvideo der Senatsverwaltung. Die beiden Lehrkräfte teilen die Testkits aus, zuvor hatten sie die Tische und Stühle dicht an die Wand geschoben, damit jeder sich beim Testen von den Mitschülern wegdrehen kann. Und nun geht es los: Alle stellen ihre Röhrchen mit der Pufferlösung in eine Wäscheklammer, ziehen den Deckel ab, packen das Teststäbchen aus und lassen das weiche Ende viermal langsam an der Nasenscheidewand entlangkreisen. Erst beim einen Nasenloch und dann beim andern.

Die Schüler sind konzentriert. Zwei Mädchen kichern: „Das kitzelt, ist aber okay.“ Valentino sagt: „Ich hätte erwartet, dass das viel unangenehmer ist.“

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Dann tauchen sie das Stäbchenende in die Pufferlösung und rühren, ziehen das Stäbchen wieder heraus und legen es auf ein sauberes Taschentuch. Nachdem das Röhrchen mit einer Tropfkappe verschlossen ist, lassen sie behutsam vier Tropfen auf die Testkassette fallen. Dann heißt es fünfzehn Minuten warten – bei einem Strich im Anzeigenfeld ist das Ergebnis negativ, bei zwei Strichen positiv.

Die Schüler sind erleichtert, als sie den Test durchgeführt haben. Die Angst vor dem Unbekannten ist weg, und alle scheinen zu merken: Wenn man es einmal gemacht hat, ist es eigentlich ganz einfach. Während der 15 Minuten Wartezeit wird weiter Unterricht gemacht. Herr Weeser hat auf dem Handy seine Stoppuhr gestellt, dann prüfen alle ihr Ergebnis. Zum Glück: Keiner der Tests ist positiv. Herr Weeser und seine Kollegin Sandrine Yougoueth gehen mit kleinen Müllbeuteln durch die Klasse, in die die Schüler brav die verschiedenen Teile ihres Testkits entsorgen.

In der Pause erzählen die Schülerinnen und Schüler, wie es ihnen in den letzten vier Monaten ergangen ist. Alya sagt: „Gerade ist Ramadan, und meine Mutter fand es eigentlich ganz gut, dass ich nicht in die Schule musste. Weil das Fasten dann leichter für mich war.“ Levent hat gefallen, dass „die Unterrichtsstörungen wegfielen. So kam ich schneller voran mit dem Lernen und war auch schneller fertig“.

Daniel ist da ganz anderer Meinung. Er brauche die Schule, die Möglichkeit, mal an einen anderen Ort zu gehen. „Ein bisschen Abstand zu meinen Geschwistern. Wir sind Drillinge und es gibt öfter Streit. Außerdem sind meine Eltern sehr streng mit Corona. Seit Oktober durfte ich keine Freunde mehr zu mir einladen oder irgendwo hingehen.“

Lehrer Weeser bedauert, dass die Klasse durch Corona wenig Gelegenheit hatte zusammenzuwachsen. Sie konnten keine Klassenfahrt machen, keine Ausflüge, keine Gruppenarbeiten, wo man mal die Köpfe zusammensteckt und albern ist zwischendurch. Viele der Schüler sagten deshalb auch, dass sie am Nachmittag Freunde getroffen haben, die nicht in dieselbe Klasse gehen wie sie. „Wahrscheinlich bleibt von diesem Social Distancing auch etwas zurück“, sagt Weeser.

Foto: Berliner Zeitung/ Benjamin Pritzkuleit

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