„Corona-Leugner“ dürfen nicht für Deutschland spielen

Ich hätte nicht geglaubt, dass mich eines Tages die Kader-Nominierung der deutschen Basketball-Nationalmannschaft für die Olympischen Spiele beschäftigen würde. Ich möchte damit gegenüber allen, denen dieser Sport etwas bedeutet, nicht etwa meine Ignoranz, sondern mein naives Nichtwissen erklären. Basketball spielte in meinem Leben zum letzten Mal als Bestandteil des Schulsports eine Rolle. Es mag für Sportinteressierte nur schwer vorstellbar sein, aber ich hörte im Sommer des letzten Jahres zum ersten Mal von Joshiko Saibou. Der Anlass war kein sportlicher, sondern die Entlassung des Spielers durch seinen Verein wegen dessen Kritik an der Corona-Politik – vorgetragen außerhalb des Sport- und Vereinsgeschehens. Dass Menschen nur wegen ihrer Äußerung einer regierungskritischen Meinung ein Vertrag gekündigt wird, passt natürlich nicht in eine freiheitlich-demokratische Ordnung, blieb aber leider in der Zeit des Corona-Regimes kein Einzelfall.

Saibou wurde seinerzeit von den Telekom Baskets Bonn fristlos gekündigt. Er selbst hatte das, laut faz.net damals so kommentiert: „Wenn ich eine polarisierende Meinung habe, ist Gegenwind verständlicherweise vorprogrammiert. Daraufhin jedoch meinen Job zu verlieren, ist totalitär und ein Schlag ins Gesicht der Meinungsfreiheit. […] Ich habe immer geglaubt, bei den @telekombaskets steht Toleranz an oberster Stelle, aber jetzt wird mir hiermit das Gegenteil bewiesen.“

Der Verein hatte die Kündigung damals damit begründet, dass Saibou auf der Demonstration gegen die Corona-Regeln verstoßen habe, indem er keine Maske trug und damit für die anderen in der Mannschaft eine Gesundheitsgefahr darstelle. Selbst wenn man das nicht für konstruiert hielt, sondern versuchte, der Vereins-Logik zu folgen, war diese Begründung unsinnig. Saibous Freundin, die deutsche Leichtathletin Alexandra Wester, ist ebenfalls eine Kritikerin der Corona-Politik und wies seinerzeit noch einmal darauf hin, dass „die Telekom Baskets im Moment gar nicht im Team spielen oder trainieren. Das hat absolut keine Grundlage und ist wirklich heuchlerisch.“

„Ob er wirklich geläutert ist?“

Der anschließende Prozess gegen die Kündigung endete im November 2020 mit einem Vergleich, über den beide Seiten Stillschweigen bewahren, und im Februar 2021 wurde Saibou vom französischen Erstligisten Champagne Basket verpflichtet. Aber weiterhin galt er als deutscher Nationalspieler.

Dieser Tage berichtet nun n-tv.de, dass Saibous Einsatz in der Nationalmannschaft wegen seiner Kritik an der Corona-Politik infrage steht. Der Deutsche Basketball-Bund (DBB) sah sich gezwungen, sich in einer Klarstellung dafür zu rechtfertigen, dass Bundestrainer Henrik Rödl sich dazu entschieden hat, Joshiko Saibou in den Olympia-Kader zu berufen. „Angesichts der anhaltenden Proteste gegen die Nominierung von Joshiko Saibou gibt der DBB folgendes Statement ab“, sei auf dem offiziellen Verbandsaccount am Freitagabend getwittert worden: „Joshiko ist kein Corona-Leugner.“

Leugner dieser Krankheit sind zwar auch unter den Kritikern der Corona-Politik selten, aber als solche wurden auch diejenigen, die ihre Grundrechte gegen unverhältnismäßige Grundrechtseinschränkungen verteidigen wollen, leider von Anfang an von den Anhängern des obrigkeitsstaatlichen Corona-Kurses diffamiert. Doch wer nun auf eine neutrale und differenzierte Bewertung seitens des Verbandes hoffte, wurde enttäuscht.

DBB-Vizepräsident Armin Andres habe auf Nachfrage von n-tv.de erklärt: „Bevor er wieder für Deutschland spielen kann, wird es ein persönliches Gespräch mit mir und unserem Sportdirektor Felix Leuer geben. Nur wenn sich Joshiko klar von einigen Dingen, die er in der Vergangenheit geäußert hat, distanziert – dem DBB und den Teamkollegen gegenüber –, hat er eine Chance, wieder zu spielen.“ Die Nominierung wäre demnach an einen Widerruf gebunden.

Die Äußerungen der Funktionäre hören sich, den Berichten zufolge, so an, als würde es irgendeine Art von Widerruf geben. „Ob er wirklich geläutert ist, darf zumindest bezweifelt werden“, heißt es dazu von dem n-tv-Kollegen. Als Gründe für die Zweifel zieht er allerdings vor allem Äußerungen von Saibous Lebensgefährtin Alexandra Wester heran. Muss sie auch widerrufen, damit er spielen darf?

Ich gebe zu, ich kenne mich nicht nur nicht mit Basketball aus, ich kenne auch die genauen Ansichten von Joshiko Saibou nicht. Solange sie aber keine Gesetze oder Verbandsregeln verletzen, gibt es keinen Grund, von ihm einen Widerruf zu fordern, bevor er für Deutschland spielen darf. Gäbe es eine so eindeutige Verletzung dieser Regeln, wäre das in diesem Zusammenhang wahrscheinlich schon längst mitgeteilt worden. Und für manche, die wegen abweichender Meinungsäußerungen aussortiert wurden, war erst das der Impuls zum Abriften in radikalere Weltsichten.

Quelle

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