Keine Maske: Polizist ringt körperbehinderten 77-Jährigen zu Boden

Verstörende Szenen in Video sorgen für Aufregung

Angesichts sinkender Corona-Zahlen haben viele Städte bereits die Maskenpflicht im Freien aufgehoben. Dennoch wurde sie bis zum Schluss zumindest teilweise mit einer Härte durchgesetzt, die überrascht. Etwa im nordrhein-westfälischen Gladbeck vergangene Woche. Ein Passant filmte dort, wie ein älterer Mann von einem Beamten zu Boden gerungen wurde. Er stand ohne Maske vor einer Eisdiele. Der Beamte forderte ihn auf, sich eine Mund- und Nasenbedeckung anzulegen oder das Weite zu suchen. Der Mann tat weder das eine noch das andere. Daraufhin ringt ihn der Polizist rabiat zu Boden und fixiert ihn auf dem Pflaster. Bei der Aktion fällt auch ein Tisch um. Es ist ein Kraftausdruck zu hören, der allerdings nicht eindeutig dem alten Mann zuzuordnen ist. Mehrere Passanten protestieren gegen den Polizeieinsatz. Der Maskenverweigerer sagt, er sei 77 Jahre alt und körperbehindert. Seine Hände zittern. Den Polizisten rührt das nicht, er hält den Mann weiter am Boden. Der sagt, er werde sich nicht an die Anweisungen des Polizisten halten. Wie es weitergeht, ist der Augenzeugen-Aufnahme nicht zu entnehmen, sie endet nach einigen Minuten. Hier sehen Sie das Video, das in den sozialen Medien hohe Wellen schlägt:

Auf Nachfrage von JF bei der zuständigen Polizei in Recklinghausen erklärte die Behörde, der Mann habe in der Fußgängerzone gegen die Maskenpflicht verstoßen. Er habe sich auch geweigert, eine Mund- und Nasenbedeckung anzulegen. Die Beamten hätten ihm daraufhin einen Platzverweis erteilt. Gegen den habe er verstoßen, und sei ohne Maske zurück in die Fußgängerzone. Daraufhin erlebte er einen zweiten Platzverweis, den er ebenfalls ignorierte. Daraufhin trugen die Beamten ihn aus der Fußgängerzone und dem Bereich, in dem Maskenpflicht bestand. Eine Stunde später sei er dann erneut ohne Maske an der Eisdiele angetroffen worden, wo es zu der Szene kam, die in dem Video zu sehen ist. Der Gladbecker sei zur zuständigen Wache mitgenommen worden; gegen ihn laufe nun ein Ermittlungsverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, zudem drohe ihm ein Bußgeld wegen Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnung, so die Polizei laut JF.

Auch wenn der Mann wiederholt gegen die Auflagen verstoßen hat, ist die Frage, ob der rabiate körperliche Einsatz hier der Verhältnismäßigkeit entspricht. In meinen Augen zeigt er, wie massiv die Nerven heute in Folge der Corona-Maßnahmen gerade auch bei der Polizei blank liegen. Befürworter der in Deutschland besonders peniblen Corona-Maßnahmen werden die Polizei wohl in Schutz nehmen und darauf verweisen, dass sie lediglich geltendes Recht durchsetze. Aber auch dabei kann man Augenmaß walten lassen und muss Menschen nicht einfach rabiat zu Boden reißen. Die Reaktion der Passanten verdeutlicht in meinen Augen den Kontrast zwischen Auslöser des Einsatzes und dessen Härte.

Ich habe in den vielen Monaten der Corona-Pandemie so zahlreiche harte Polizei-Einsätze mit eigenen Augen und auf Videos gesehen, dass mein ursprünglich sehr, sehr großes Urvertrauen in die deutsche Polizei, die ich immer massiv gegen pauschale Vorwürfe verteidig(t)e, nachhaltig erschüttert ist. Auch, wenn ich den einzelnen Beamten nur bedingt Vorwürfe mache. Insider aus der Polizei haben mir wiederholt berichtet, wie die Beamten von ihrer Führung, insbesondere der politischen, regelrecht aufgehetzt werden gegen Menschen, die bei Corona eine andere Meinung haben. Lesen Sie dazu auch meinen Bericht eines Insiders hier. Weiter unten finden Sie noch mehr Beispiele. Leider.

Quelle

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