Gratismut…

.. im Zeichen des Regenbogens hilft den wirklichen Opfern von Homophobie gar nicht
Die ungarische Fußball-Nationalmannschaft wird im Münchner Fußballstadion in Geiselhaft genommen für den von der Classe Politique ungeliebten Ministerpräsidenten Ungarns, Viktor Orbán. Das ist hochgradig unfair und unsportlich. 

Die ganze Regenbogen-Aktion – die UEFA hat sie durch das Verbot der bunten Beleuchtung des Stadions natürlich nur oberflächlich gemäßigt – ist ein Fall von Gratismut. Die Akteure behaupten mutig zu sein (glauben es vielleicht sogar selbst), aber das Gegenteil ist der Fall, weil niemand dabei ein Risiko eingeht. Höchstwahrscheinlich kennen die meisten, die sich über Ungarns Gesetz zum Schutz von Kindern empören, es gar nicht. Auf TE können Sie die wichtigsten Passagen in englischer Übersetzung lesen – und selbst entscheiden, ob es „eine Schande“ ist und Menschenrechte verletzt, wie Ursula von der Leyen behauptet.  

Die Akteure des internationalen Fußballs und anderer zunehmend politisierter und moralisierter Wirtschaftszweige sind bislang nicht dadurch aufgefallen, dass sie in Ländern die Regenbogenflagge zeigten und Diversity-Parolen verkündeten, in denen Schwule und Lesben wirklich harten Verfolgungen bis hin zur Todesstrafe ausgesetzt sind. Müssten Autokonzerne nicht konsequenterweise ihre Verkaufsabteilungen in Riad und Dubai mit Regenbogenfahnen schmücken? Man hat nichts dergleichen gehört bislang, auch nicht im „Pride-Month“. Und müssten nicht die Fußballverbände, der DFB voran, die bevorstehende Fußballweltmeisterschaft in Katar zu einem Fanal der Diversity und LGBTQ-Rechte machen? Man darf gespannt sein, ob sie es tun. Wohl eher nicht. Katars Herrscher zahlen schließlich großzügig.

Mit großer Emphase weit geöffnete Türen einzurennen, war schon 1968 ein Merkmal linker Kulturkrieger im Westen. Während diese von Mao und der Revolution schwärmten, riskierten gleichzeitig in Osteuropa und China die Dissidenten ihr Leben für die Freiheit – ohne dass es die 68er sonderlich interessierte. Ähnlich geht es heute den Freiheitsfreunden und nicht zuletzt Homosexuellen in weiten Teilen der muslimischen Welt.  

Es war in der Geschichte des Sports selten eine gute Idee und schon gar nicht friedensdienlich, ihn übermäßig politisch und moralisch aufzuladen. Der Boykott der Olympischen Spiele von Moskau 1980 half niemandem im Ostblock. Schon im alten Griechenland waren die olympischen Spiele der Ort, wo die Politik zugunsten des friedlichen, sportlichen Wettkampfs zu schweigen hatte. Die Griechen wussten warum.  
BLOSSES ZURSCHAUSTELLEN VON TUGENDHAFTIGKEIT
Der Sport ideologisch missbraucht
Ein Stadion in den Pride-Flaggen als Kritik an ungarischen LGBT-Gesetzen: Ist die westliche Fußball-Welt auch dann noch mutig im „Zeichen setzen“, wenn der WM Austragungsort ein islamisches Land ist?
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EIN ABGRUND VON GRATISMUT:
Mit der Regenbogenfahne werden Ungarns Fußballer in Geiselhaft genommen
Bei den Regenbogen-Protesten gegen Ungarn im Zusammenhang mit dem EM-Länderspiel handelt es sich um Gratismut. Die Aktion ist unfair und unsportlich den ungarischen Fußballern gegenüber. Nichts anderes sollte dabei auch beleuchtet werden als die Gratismutler selbst.
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EU-VERTRAGSVERLETZUNGSVERFAHREN GEGEN UNGARN
Das steht im Gesetz der Regierung Orbán
Die ungarische Republik hat ein Gesetz zum Thema LGBTQ beschlossen, das in der EU für Empörung und ein Vertragsverletzungsverfahren sorgt. Den genauen Inhalt dürften wenige kennen. Wir dokumentieren zentrale Passagen in englischer Übersetzung. Sobald es eine deutsche gibt, reichen wir diese nach.
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