Über die Green­peace-Akti­on vom 15.6.2021, als kurz vor dem EM-Spiel Frank­reich-Deutsch­land ein Akti­vist per Gleit­schirm im Münch­ner Sta­di­on lan­de­te und dabei zwei Men­schen ver­letz­te, ist viel gere­det wor­den. Am meis­ten von Green­peace selbst, wo man merk­te, wie wenig Sym­pa­thie mit der­lei gefähr­li­chen Stunts zu gewin­nen ist. Auch das trot­zi­ge und wie­der­hol­te Auf­stamp­fen gegen den aus­er­ko­re­nen Geg­ner Volks­wa­gen, einen Böse­wicht, der sich nicht mal zur Wehr setzt wie ein Wal­fän­ger, son­dern sich für jede Akti­vis­ten­klat­sche noch brav bedankt, hat etwas Mani­sches, Ich-bezogenes.Als sich die ers­te Empö­rung über den Luft­an­griff per Gleit­schirm gelegt hat­te und die ers­ten gestam­mel­ten Ent­schul­di­gun­gen ein­tru­del­ten, kam plötz­lich eine ande­re Dimen­si­on ins Spiel: die der Ter­ror­ab­wehr. Dass der Gleit­schirm­pi­lot nur durch die Auf­schrift „Green­peace“ auf sei­nem Flug­ge­rät dem Abschuss ent­gan­gen war, ließ die Akti­on im Nach­hin­ein noch deut­li­cher als Qua­drat­dumm­heit erschei­nen. Eine Aus­re­de muss­te her und die wur­de von den Medi­en teils sehr bereit­wil­lig auf­ge­nom­men. Schon am Tag nach dem Vor­fall hieß es von Green­peace erklä­rend: Es war ein Unfall. Es habe tech­ni­sche Pro­ble­me mit der Steue­rung gege­ben, die Lan­dung sei somit eine Not­lan­dung und nie so geplant gewe­sen. Der Pilot hät­te ledig­lich einen gro­ßen Latex­ball ins Sta­di­on abwer­fen sol­len und nicht selbst ins Sta­di­on flie­gen. Das kann man so glau­ben, doch ein auf­merk­sa­mer Ach­gut-Leser stell­te sich die Fra­ge, war­um die offi­zi­el­le Pres­se­er­klä­rung von Green­peace vom 15.6. fol­gen­den Wort­laut enthält:„Kick Out Oil“ steht auf dem Gleit­schirm, der kurz vor Anpfiff auf dem Spiel­feld lan­de­te. Den glei­chen Slo­gan trägt der ein Meter gro­ße Latex­ball, der durch das Sta­di­on­dach zum Mit­tel­kreis schwebte.“In die­sem Text ste­hen bei­de Ereig­nis­se, die Lan­dung des Gleit­schirms und des Balls, als gleich­be­rech­tigt, zusam­men­hän­gend, geplant und in der Ver­gan­gen­heits­form bei­ein­an­der. Wenn die Mel­dung tat­säch­lich nach der Akti­on geschrie­ben wur­de, wie­so wird der „Unfall“ nicht erwähnt, wenn der Plan doch angeb­lich ein gänz­lich ande­rer war? Wenn die Pres­se­mel­dung – und das ist wahr­schein­li­cher – schon zu einem frü­he­ren Zeit­punkt vor­be­rei­tet war, wie­so ent­hält sie dann nicht eine Dar­stel­lung des angeb­lich geplan­ten Über­flu­ges und berich­tet statt­des­sen von einer Lan­dung? Folg­lich ergibt ent­we­der die Pres­se­mel­dung oder die Ent­schul­di­gung kei­nen Sinn. Dass es sich bei letz­te­rer um eine glat­te Lüge han­deln könn­te, mit der man sich aus der Ver­ant­wor­tung für eine völ­lig aus dem Ruder gelau­fe­nen, dum­men Akti­on steh­len möch­te, kann natür­lich nicht sein. Denn Green­peace gehört bekannt­lich zu den Guten, nicht zu den Bösen.

Zuerst erschie­nen auf Achgut.com