Mehr Impfbereitschaft durch Schikanen für Ungeimpfte?

Peter Grimm / 29.06.2021 / 06:25 / Foto: Imago / 136 / Erinnern Sie sich noch an die mehrfach wiederholte Zusicherung des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn, wonach es mit ihm keinen Impfzwang geben werde? Abgesehen davon, dass seine Tage im Amt bald gezählt sein dürften, hat er aber nicht davon gesprochen, dass es keine Nötigung zur Impfung geben werde. Und da lassen sich die regierenden Politiker einiges einfallen.Auch wenn sie derzeit noch nicht in der Lage sind, hinreichend Impfstoff zu beschaffen, so dass die Impfwilligen an eine Impfung ihrer Wahl kommen, sorgen sich die Verantwortungsträger vor allem um die irgendwann stagnierende Impfbereitschaft. Berichte über Nebenwirkungen und der Umstand, dass kein Corona-Impfstoff hinreichend geprüft sein kann, lassen die Menschen zögern. Viele dieser Skeptiker sind keine prinzipiellen Impfgegner, aber sie wollen sich nicht als kostenlose Probanden für die neuen Vakzine zur Verfügung stellen.Wie hoch der politische Druck zur Durchimpfung der Gesellschaft ist, kann man anhand der Auseinandersetzung um die Kinderimpfung nur erahnen. Die Ständige Impfkommission wurde dafür gescholten, die Corona-Impfung für Kinder nicht generell empfohlen zu haben. Dabei war ihr zurückhaltender Bescheid, dass die Kinder-Impfung bei einer Gefahren-Nutzen-Abwägung allenfalls bei bestimmten Vorerkrankungen im Einzelfall sinnvoll sein könne, nicht mehr als eine Selbstverständlichkeit.Dennoch nutzen die vorherrschenden Gesundheitspolitiker jede Gelegenheit, um den Druck zur Impfbereitschaft zu erhöhen. Aktuell ist es die sogenannte Delta-Variante, die angeblich ansteckender sein soll als alle vorherigen. Panikprediger Nummer eins, der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (nach welchen Kriterien wählt die SPD eigentlich Experten aus?), ist natürlich auch im Sommer sofort zur Stelle. Er mahnte dieser Tage die Ständige Impfkommission (STIKO), ihre eingeschränkte Empfehlung für das Impfen von Kindern zu überdenken, meldet dernewsticker.de. „In Großbritannien sind bereits viele Kinder mit Covid in der Klinik. Die Ständige Impfkommission argumentiert, dass Covid für Kinder harmlos sei. Für die Delta-Variante gilt dies meiner Ansicht nach aber nicht“, habe Lauterbach der „Rheinischen Post“ gesagt. „Die Kampagne der Überzeugung der Impfskeptiker muss jetzt vorbereitet werden“, so Lauterbach weiter. Wozu auch die „Aufklärung“ darüber gehöre, dass bei der Delta-Variante die Zahl der Krankenhauseinweisungen viel höher sei: „Das RKI geht von einer Hospitalisierungsquote von 11 Prozent aus, das ist doppelt so hoch wie bei der Alpha-Variante. Gerade bei Jüngeren ist der Unterschied groß, damit wird die Delta-Variante vor allem für Kinder zum Problem“, wird Lauterbach weiter zitiert.„Glattweg eine Fehleinschätzung“Um hier zu zweifeln, muss man kein Gesundheitsexperte sein, nicht einmal ein parteiloser Mediziner. Es reicht ein funktionierendes Gedächtnis. Auch bei den anderen Mutanten, die bedrohlich durch die Medien zogen, sah der Genosse Lauterbach Intensivstationen voller jüngerer Menschen und musste hinterher einen Irrtum einräumen. Die Kollegen von bild.de hatten Anfang des Monats die zehn größten Irrtümer des Karl Lauterbach vorgestellt. Zu diesen heißt es da:„Im Talk bei Maybrit Illner (16. April 2021) sagt Lauterbach: ‚Diejenigen, die jetzt auf Intensivstationen behandelt werden, sind im Durchschnitt 47 bis 48 Jahre alt. Die Hälfte von denen stirbt. Viele Kinder verlieren ihre Eltern. Das ist eine Tragödie.’Fakt ist: Niemand wusste zu dem Zeitpunkt, wie alt die Intensivpatienten wirklich sind.Auf eine Anfrage der FDP-Politikern Judith Skudelny im April, teilte die Bundesregierung mit, dass bei der Übermittlung der Intensivbetten-Kapazitäten keine Daten zum Alter der Patienten erfasst wurden. Grund: Man habe diese Daten bisher nicht „als erforderlich angesehen“.[…]Lauterbach räumt „glattweg eine Fehleinschätzung“ ein. „Meine Einschätzung kam durch persönliche Gespräche zustande, die ich mit den Leitungen von Intensivstationen geführt habe. Zum Glück ist es dann nicht so gekommen, wie ich nach diesen Gesprächen befürchtet hatte.“Es könnte sich also auch diesmal wieder um eine Fehleinschätzung handeln. In den medialen Echokammern des Genossen Lauterbach ist für Skepsis angesichts der Erfahrungen mit den Ankündigungen des Panik-Experten dennoch kaum Platz. Dass eine gesunde und praktizierte Skepsis einmal zur Grundausstattung guter Journalisten gehörte, scheint leider eine verblassende Erinnerung der Älteren zu sein.Sonst könnte einem auch einfallen, dass es bislang bei jeder vermeldeten neuen Mutante hieß, sie sei wahrscheinlich ansteckender, gefährlicher und tödlicher als das bisherige Virus. Bald darauf blieb höchstens das „ansteckender“ übrig, denn die Zahlen deuteten auf keine größeren Lebensrisiken als mit den Virusvarianten zuvor. Doch statt aus diesem Anlass die Panik-Botschaften zu hinterfragen, werden sie weidlich genutzt, um die Aufrechterhaltung eines Ausnahmezustandes nach Seuchenrecht auch ohne das reale Vorhandensein einer Seuche irgendwie zu legitimieren und die impfunwilligen Bürger zur Impfung zu nötigen.

Quarantäne, Tests und Kontrollen

Eine Möglichkeit ist es, den Ungeimpften das alltägliche Leben so unkommod wie möglich zu machen. Allein der Umstand, dass sie sich überall testen lassen müssen, wo der Geimpfte einfach hinein darf, reicht augenscheinlich nicht. Zumal Gastwirte und Gewerbetreibende immer weniger Lust zu haben scheinen, die geschäftsschädigende Testpflicht konsequent durchzusetzen.

Jetzt aber kamen die Regierenden auf die Idee, den Ungeimpften den Grenzübertritt zu erschweren, wohlgemerkt die Heimkehr. Zum Anfang der Woche versuchten sich einige Landesministerpräsidenten wie der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), der Erste Bürgermeister von Hamburg, Peter Tschentscher (SPD), oder der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), in Forderungen nach schärferen Regeln zu überbieten. Unumgängliche Quarantäne, mehrfache Tests, unbedingte PCR-Tests und vor allem mehr Kontrollen wünschen sich die Genossen Landesfürsten für Ungeimpfte, die sich erdreisten, Urlaub im Ausland machen zu wollen. Der einzige Ausweg, das soll der Bürger beigebracht bekommen, obwohl es die Ministerpräsidenten nicht so klar aussprechen, ist die Impfung.

Ihr Genosse Gesundheitsexperte sagt es ganz direkt. Und er ist auch nicht mit 60 oder 70 Prozent Geimpfter zufrieden. „In Israel steigt die Inzidenz trotz hoher Impfquote und Topwetter wieder an. Es zeigt sich: Echte Normalität wird nur mit einer sehr hohen Impfquote kommen. Mehr als 80 Prozent Impfquote wird nötig sein.“, lässt sich Lauterbach zitieren. Allerdings könnten die hier von Lauterbach angeführten Zahlen auch eine andere Schlussfolgerung zulassen: Vielleicht wird die Wirksamkeit der Impfungen einfach völlig überschätzt.

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