In der Causa um Annalena Baerbock…

… machen die Grünen einen Fehler nach dem anderen. 

Die Grünen haben getan, was alle tun, die nicht genug kritisiert werden: Sie haben nicht nur einen Fehler gemacht, sondern den Schaden durch weitere Fehler noch verschlimmert. Eine fatale Personalentscheidung wird jetzt durch eine falsche Krisenkommunikation erst recht zum Bein, das sich die Lieblingspartei des Juste Milieu selbst stellt. Die Grünen sind nicht Opfer einer Medienkampagne, wie sie nun jammern, sondern Opfer ihres eigenen Krisen-Dilettantismus. Nachdem sie von den Medien stets gehätschelt wurden, wissen die Grünen nicht mehr, wie man mit Kritik umgeht und durch sie besser wird. 

Der Ursprungsfehler war die Wahl von Annalena Baerbock an die Parteispitze und ihre Hinterzimmerkür als Parteivorsitzende. Das war allerdings kein Ausrutscher, sondern nur die Spitze eines Eisberges grüner Inkompetenz, der aus dem Zusammenspiel von Quotenregel, unkritisch-grünenfreundlichen Medien und den Mechanismen der Negativauslese aller Parteien des Parteienstaates erwachsen ist. Die Schmonzette der völlig überforderten Listenplatzkandidatin Irina Gaydukova in Saarbrücken hat gezeigt, wie weit man in dieser Partei auch ohne jegliche Kompetenz kommen kann – zumindest sofern man das richtige Geschlecht hat.

Spätestens nach dem Bekanntwerden der ersten Unklarheiten in Baerbocks Lebenslauf hätte sie das einzige tun müssen, was in einer solchen Situation der Schadensbegrenzung nutzt: nämlich die Falschangaben sofort und radikal so korrigieren, dass sie absolut jedem weiteren Nachbohren standhalten. Sie tat es aber nur scheibchenweise und nährte so den Verdacht, dass es lohnt weiter zu suchen. Die weitestgehende Kritikverweigerung, ja fast schon obszöne Zuneigung, die ein Großteil des Medienbetriebs mit den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten vorneweg seit Jahren den Grünen und ganz besonders Annalena Baerbock zeigten, haben diese womöglich so verzärtelt, dass sie der harten Wirklichkeit des politischen geschäfts nicht gewachsen sind.

Und so beging Baerbock einen weiteren Fehler: Als Kanzlerkandidatin glaubte sie der Öffentlichkeit ein Buch schuldig zu sein. Eigentlich hätte sie spätestens nach Beginn der Affäre um ihren Lebenslauf die Notbremse ziehen müssen, wenn auch nur der geringste Verdacht bestünde, dass auch nur der geringste Makel an dem Manuskript sein könnte. Dass ein Ghostwriter sich die Auftragsarbeit durch Copy-Paste einfacher macht, sollte niemanden überraschen. Das bedeutet auch nicht unbedingt einen Verstoß gegen das Urheberrecht. Aber für sie geht es nicht um juristische Schuld, sondern politische Glaubwürdigkeit – und die leidet auch unter legalen Plagiaten.

Aber Baerbock und ihr Umfeld konnten sich wohl nicht vorstellen, dass jemand dieses Buch auf Schwächen abklopfen würde. Auch das ist nur dadurch zu erklären, dass sie öffentliche Kritik kaum kennen, also auch nicht gewöhnt sind, ihr im Vorhinein keine Nahrung zu geben. Und so erschien das Buch – unbereinigt. Wie ungewohnt für Grüne die Rolle des Kritisierten ist, offenbaren nun ihre völlig unverhältnismäßigen Reaktionen darauf, dass auch die ihnen gewogenen Medien über die Vorwürfe gegen Baerbock berichten. 

Das Phänomen Annalena Baerbock, ihr fataler Aufstieg als Liebling des Berliner Betriebes und zur Kanzlerkandidatin trotz offenkundig fehlender Kompetenzen, ist ein Beispiel dafür, wie wichtig und heilsam eine kritische Öffentlichkeit ist – und wie fatal ihr Fehlen. Sowohl Baerbocks Aufstieg, als auch der selbstschädigende Umgang der Grünen mit ihrer Entzauberung sind die Folge eines Klimas der Kritikverweigerung in weiten Teilen des Medien- und Politikbetriebs.

Baerbock ist die zur modernen Wirklichkeit gewordene Version des Märchens „Des Kaisers neue Kleider“. Doch offenbar wollen die Grünen und viele ihrer Anhänger immer noch nicht wahrhaben, dass ihr Kaiser Baerbock nackt ist. Das ist ja auch nicht nur für den Kaiser peinlich, sondern noch mehr für jene, die ihm zujubelten. Nicht Baerbocks Versäumnisse und Mängel sind erschreckend, sondern dass sie überhaupt so weit kommen konnte. 
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Das Phänomen Baerbock zeigt, wohin ein Klima der Kritikverweigerung führtIn der Affäre um Annalena Baerbock machen die Grünen einen Fehler nach dem anderen. Ihr Krisen-Dilettantismus ist eine Folge mangelnder Kritik-Erfahrung. Nachdem sie von den Medien stets gehätschelt wurden, stolpern Baerbock und Co jetzt über ihre eigenen Füße.
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