Neue Daten zur Impf-Abwägung

Das Risiko, an COVID zu sterben, ist sehr gering. Denn selbst auf dem Höhepunkt der Ausbreitung von SARS-CoV-2 lag die Infection-Fatality-Rate (IFR) nur bei 1,5 Promille, das ist halb so hoch wie beim Erreger der echten Grippe, Influenza. Zweitens haben wir seit Sommer 2020 Europa Herdenimmunität gegen die Wuhan-Variante des Virus. Und außerdem sind im vergangenen Winter die Patienten gestorben, deren Immunität gegen SARS-CoV-2 zu schwach war. Derweil reifen durch natürliche Alterung wieder neue potenzielle Opfer der Erkältungsviren heran, doch bewirken die oben genannten Faktoren, dass die gemessene Letalität derzeit sehr gering ist, auch bei der gefürchteten Delta-Variante. Nun stellt sich aber heraus, dass Geimpfte eine statistisch signifikant höhere Wahrscheinlichkeit haben, an dieser Variante zu sterben als Ungeimpfte. Warum? Was hat das zu bedeuten?Das “Technical Briefing 17” von Public Health England (PHE), eine englische Behörde zur Gesundheitsvorsorge, berichtet über seine Daten zu den SARS-CoV-2-Varianten. Es benutzt eine ähnliche Falldefinition wie das RKI. Für die PHE ist ein Fall ein PCR-positiv getestetes Individuum – unabhängig von seinem Gesundheitszustand. Für die WHO und die internationale Elite der Epidemiologie wie John Ioannidis ist ein Fall im Zusammenhang mit grippalen Atemwegserkrankungen hingegen ein Mensch, der symptomatisch an einem Erreger grippaler Infektionen erkrankt. Nimmt man die WHO-Falldefinition und berechnet die IFR, indem man die Zahl der an COVID gestorbenen durch die Anzahl der SARS-CoV-2-Antikörper-positiven Patienten dividiert, erhält man die IFR von 0,15 Prozent. Das ist der medizinisch korrekte Wert.Bei der PHE kommt jedoch, ähnlich wie beim RKI, für die Wuhan-Variante eine IFR von 1,5 bis 2 Prozent heraus, weil die PCR den Anteil der infizierten Menschen an der Population gegenüber der korrekten Ermittlung über die Antikörpertiter um etwa eine Größenordnung (10x) unterschätzt. Doch für die Delta-Variante gibt die PHE auch mit der falschen PCR-basierten Methode, die die IFR so massiv überschätzt, nur eine IFR von 0,1 bis 0,3 Prozent an (sie verwenden zwei verschiedene Definitionen). Die Deltavariante dominiert jedoch die (wenigen) Infektionen, im Juni waren in England über 95 Prozent der sequenzierten Viren vom Typ Delta. Würde man die Letalität nach dem Verfahren der WHO berechnen, käme wahrscheinlich eine IFR deutlich unter 0,15 Prozent der Infizierten heraus, da der PCR-basierte Ansatz die Letalität überschätzt. Festzuhalten ist: Die Letalität von Delta ist sehr gering.Doch das eigentlich interessante Ergebnis der Untersuchung ist, dass sie Behauptungen, der Impfstoff habe eine Wirkung auf den Tod durch Pneumonie, widerlegt.

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