Invasive Beatmung: Unnötiges Sterben nach WHO-Empfehlung

Kürzlich erschien auf Welt.de ein Artikel, in dem der im europäischen Vergleich außerordentlich hohe Anteil von invasiv beatmeten Covid-Patienten auf den Intensivstationen thematisiert wurde. Er sei „nicht allein mit medizinischer Notwendigkeit zu erklären“. Datengrundlage für diese Kritik waren Zahlen der Krankenkasse DAK, die von Matthias Thöns, einem Anästhesisten und Palliativmediziner, für das Medium ausgewertet wurden. 

Nachdem der Intensivbettenschwindel vor Kurzem vom Bundesrechnungshof in den Stand einer offiziellen Tatsache erhoben wurde, hat man nun mit der Kritik unnötiger und schädlicher Beatmungen einen weiteren Skandal der deutschen Corona-Politik. Wird diese von ihren Verteidigern als humanitärer Beitrag zur Lebensrettung gepriesen, konstatiert der Lungenarzt und ehemalige Chef des Verbandes pneumologischer Kliniken, Professor Dieter Köhler: „Die hohe Zahl der Beatmeten ist erschreckend“. Denn: Die invasive Beatmung, also die Luftzufuhr über einen Schlauch in den Hals, kann sogar tödlich sein. 

„In der Frühphase der Pandemie wurden ausgesprochen viele Corona-Patienten intubiert, selbst sehr alte Menschen. Da muss man sich schon fragen, ob das nicht sogar kontraproduktiv war“, zitiert Welt.de Franz Knieps, den Vorstand des BKK-Dachverbandes. Der hohe Anteil erkläre sich dadurch, dass in Deutschland der finanzielle Anreiz für invasive Beatmungen besonders hoch sei. Gegenüber 5.000 Euro, die durchschnittlich bei stationären Behandlungen veranschlagt werden, können 38.500 Euro bei dieser Form künstlicher Beatmung abgerechnet werden, im Einzelfall sogar 70.000 Euro. 

Die kalte Logik der Rentabilität

In dreierlei Hinsicht wären gesundheitsökonomische Faktoren ins öffentliche Bewusstsein zu rücken: Die Auslastung der Intensivbetten war erstens während der gesamten Pandemie unter 80 Prozent, also der Idealauslastung, bei der sich das Betreiben von Intensivbetten rentiert. Durch die Corona-Politik verschuldete Fehlanreize verführten zweitens Kliniken dazu, weniger Betten zu melden, als tatsächlich vorhanden waren, womit eine Knappheit suggeriert wurde, die wiederum für die Verschärfung von Maßnahmen herangezogen wurde. Drittens wurden obendrein mehr Menschen invasiv beatmet, als medizinisch erforderlich gewesen wäre, was ein Fall für die Staatsanwaltschaft ist. Gunter Frank geht davon aus, dass 20 bis 30 Prozent der in Zusammenhang mit (…) Corona im Krankenhaus Verstorbenen auf diese übertriebene und unnötige Intensivbehandlung zurückgehen“ und warnte diesbezüglich auf Achgut.com bereits im März 2020

Während das Land ab Frühjahr 2020 glaubte, medizinischer Heldenmut und staatliche Fürsorge regierten die Zustände auf den Intensivstationen im Angesicht einer Pandemie, die zu bewältigen die ganze Nation zusammenstehen müsse, herrschte dort in Wahrheit die kalte Logik der Rentabilität, der sogar Menschenleben zum Opfer fielen: ein Zustand, den man seitdem gegen jede Vernunft und Einsicht aufrechterhält, wenngleich die medizinische Alternative, die Sauerstoffmaske, erfolgreich praktiziert wird. T-online.de berichtete am 27.11.20: „Das Bethanien Krankenhaus in Moers geht in der Corona-Krise einen Sonderweg: Schwer erkrankte Covid-19-Patienten werden nicht direkt künstlich beatmet.“ 

Der Tagesspiegel schrieb am 20.4.2020: „Solange es die Stabilität der Patienten erlaubt, solle mittels nichtinvasiver Verfahren beatmet werden, erklärte der Verband Pneumologischer Kliniken bereits Mitte März (!). Es gebe keine Hinweise, dass virale Lungenentzündungen unter invasiver Beatmung einen besseren Verlauf nehmen. ‚Vielmehr ist damit zu rechnen, dass in der aktuellen Phase und insbesondere unter Berücksichtigung etablierter Regeln der Notfall- und Intensivmedizin zu viele Patienten zu früh intubiert werden‘, erklärte der Verband. Nichtinvasive Verfahren seien ‚die primär zu bevorzugende Beatmungsform‘.“

Man sollte sich die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit vor Augen führen: Während etwa Jens Spahn auf der Bundespressekonferenz stolz verkündet, die Regierung rette mit ihren Grundrechtseinschränkungen Leben, hat sie zumindest indirekt mit zu verantworten, dass Menschen zu Tode intubiert werden. Während der Staat den Bürgern einredet, dass nicht den AHA-Regeln entsprechendes Alltagsverhalten mörderische Konsequenzen hätte, begünstigt er selbst in fahrlässiger Weise sinnloses Sterben auf den Intensivstationen. 

2005: Pandemieplan inklusive Sauerstoffmasken? 

Beachtung verdient in diesem Zusammenhang außerdem ein Artikel der Ärzte Zeitung, der auf das Jahr 2005 (!) datiert. Dass Menschen beatmet werden müssen, also unter schweren Verläufen (Lungenentzündungen) leiden, ist nicht erst seit Corona ein medizinisches Problem: „In der kritischen Phase einer Influenza-Pandemie ist damit zu rechnen, daß jedes Krankenhaus pro Woche mit 50 bis 300 Patienten konfrontiert wird, die stationär aufgenommen werden müssen“, zitiert die Ärzte Zeitung den Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP), Professor Dieter Köhler. Weiter heißt es: „Wegen solcher Schätzungen hat die DGP eine Empfehlung zur Behandlung von Patienten mit respiratorischen Komplikationen bei einer Virus-Pneumonie erstellt, bei der die nicht-invasive Beatmung im Vordergrund steht. Diese Empfehlung für Kliniken soll dem Pandemieplan nach Absprache mit dem für den Plan zuständigen Robert-Koch-Institut angehängt werden.“

Nun wäre zum einen das RKI zu fragen, warum der „Nationale Pandemieplan“ nie im Sinne der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie ergänzt wurde. Für die Rekonstruktion der „Corona-Krise“ ist jedoch zum anderen das Handeln einer viel mächtigeren Organisation entscheidend: Die WHO nämlich empfahl nicht nur generell die invasive Beatmung, sondern sogar die frühschnelle Beatmung und berief sich dabei auf China. Am 13. März 2020 veröffentlichte sie Richtlinien; auf Seite 2 steht dort:

„Obwohl die Mehrheit der Menschen mit COVID-19 eine unkomplizierte oder milde Erkrankung hat (81%), entwickeln einige eine schwere Erkrankung, die eine Sauerstofftherapie erfordert (14%), und etwa 5% müssen auf der Intensivstation behandelt werden. Von den kritisch Erkrankten benötigen die meisten eine mechanische Beatmung (2, 10). Die häufigste Diagnose bei schweren COVID-19-Patienten ist eine schwere Lungenentzündung.“ Unter (2) wird diese Studie angegeben: Clinical course and outcomes of critically ill patients with SARS-CoV-2 pneumonia in Wuhan“; unter (10) diese: Characteristics of and important lessons from the coronavirus disease 2019 (COVID-19) outbreak in China: summary of a report of 72314 cases from the Chinese Center for Disease Control and Prevention. Am Anfang der Kausalkette steht die chinesische Vorgehensweise in Wuhan, die über die WHO allgemein empfohlen werden sollte.

Der doppelte China-Irrweg  

Das hatte offensichtlich verheerende Folgen. Am 30.4.2020 erschien auf Tagesschau.de ein Artikel, der fast ein Jahr später, am 24.2.2021, noch abrufbar war, nun jedoch zurückgezogen worden ist. In ihm wurde gemeldet: „‚Die Patienten starben einfach alle gleichzeitig während meiner Schicht‘, sagt Flores. ‚So etwas habe ich noch nie erlebt.‘ Eine Erfahrung, die Ärzte bei Covid-19 offenbar weltweit machen. Erste Studien deuten auf extrem hohe Sterblichkeit bei invasiver Beatmung hin.’“ Das WDR-Magazin Monitor berichtet von sehr hohen Todesraten (in England 66,3 Prozent, China bis zu 97 Prozent), und weist darauf hin, dass ein solcher Tod immer ein einsamer ist. Am 21. April 2020 zitierte der MDR den Chefarzt der Lungenklinik im Bethanien-Krankenhaus in Moers, Dr. Thomas Voshaar, wie folgt: „Also wirklich, dass man das strategisch verfolgt, nicht individualisiert vorgeht, sondern wirklich strategisch verfolgt, dass man Patienten sehr früh intubiert, weil es eben diese Empfehlungen gibt. Ja das wird gemacht – definitiv.“ 

Diese Praxis gehe zurück auf die Erfahrungen aus China und Italien, womit deutlich werden solle, dass zur außergewöhnlich hohen Sterberate in Bergamo die frühschnelle Beatmung entscheidend beigetragen hat. Auch wenn es noch eine Vielzahl anderer Faktoren gegeben hat, die die Todesraten unnötig in die Höhe getrieben haben können (beispielsweise falsche Medikation, Verlegung von Kranken in Seniorenheime, panisch flüchtendes Pflegeheimpersonal, siehe ausführlich dazu Achgut-Autor Thomas Maul), ist doch festzuhalten: Eine auf China zurückgehende falsche Behandlungsmethode hat die „Bilder von Bergamo“ maßgeblich mitverursacht.

Diese wiederum sollten jene Lockdown-Maßnahmen in Deutschland rechtfertigen, die ihrerseits aus China stammen und dort von Xi Jinping in diesem Ausmaß zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit verhängt wurden. Italien kippte zuerst um, und schließlich ahmten auch die meisten anderen westlichen Staaten den totalitären Staat nach. Während die Welt auf einen Erreger fixiert war, dessen Gefährlichkeit von John Ioannidis im Nachhinein als grippeähnlich verortet wurde, trugen in Wahrheit nicht-virale Faktoren zu einem mancherorts im Vergleich zu den Vorjahren (dramatisch) erhöhten Sterbegeschehen entscheidend bei. 

Statt die nicht-invasive Beatmungsmaske zu fordern, mit der wirklich viele Leben hätten gerettet werden können, wurde nach der sinnlosen und unhygienischen „Alltagsmaske“ verlangt, womit man ein weiteres Mal dem Beispiel Pekings folgte. Auf China gehen zunächst unnötig hohe Todeszahlen zurück, die im Anschluss wiederum chinesisch-totalitär gesenkt werden sollten, wobei man es die ganze Zeit mit einem von vielen Corona-Viren zu tun hatte, die seit jeher Teil des saisonalen Grippegeschehens sind. Besonders makaber: Die Bilder von invasiv beatmeten Patienten dienten stets als Erpressungsmaterial, um Maßnahmen-Kritik zu verunglimpfen. Dabei ist diese Behandlung Teil des Problems, wohingegen die Aufhebung der verfassungswidrigen Maßnahmen Teil der Lösung ist. 

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