ZDF bewertet Baerbocks Buch neu: „Insoweit liegen wohl Urheberrechtsverletzungen vor“

180-Grad-Wende

Einer der exponiertesten Baerbock-Verteidiger, ZDF-Justizexperte Felix W. Zimmermann, kommt nach weiteren aufgetauchten abgeschriebenen Passagen in Baerbocks Buch zu einer Neubewertung. In einem empfehlenswerten Artikel zeigt er, dass Baerbock durchaus juristisch relevante Fehler gemacht haben könnte. Eine bemerkenswerte Einsicht – für die Grünen ist das eine mittlere Katastrophe. Als bekannt Als Als bekannt wurde, dass Annalena Baerbock Teile ihres Buches abgeschrieben hat, beklagten viele noch eine angebliche „rechte Medienkampagne“. Der Volksverpetzer empfahl: „alles was Tichy, Welt, Bild zur Zeit über Baerbock verbreiten, NICHT GLAUBEN“. Doch erstmals stand Annalena Baerbock medial ziemlich alleine da: selbst die Tagesschau kam nicht umhin, über die Vorwürfe zu berichten.

Entscheidende Ausnahme: Redakteur Felix W. Zimmermann, beim ZDF zuständig für Recht & Justiz. In einer langen Tweet-Serie versuchte er die Vorwürfe gegen sie zu widerlegen, schrieb: „Plagiatsvorwürfe gegen Annalena Baerbock. Was ist dran? Spoiler: 𝗡𝗜𝗖𝗛𝗧𝗦“

Felix W. Zimmermann@fewizi#Plagiatsvorwürfe gegen Annalena #Baerbock. Was ist dran? Spoiler: 𝗡𝗜𝗖𝗛𝗧𝗦, da bloße Übernahme von Sachinformation, wörtlicher Rede und zudem kein Zitiergebot in Populärliteratur: Ein Thread:

3:39 nachm. · 29. Juni 2021Seine Tweets wurden eine Art Blaupause für die Medienstrategie der Grünen: Man konzentrierte sich allein auf die Frage der Urheberrechtsverletzung und stritt dann alles ab. Bundesgeschäftsführer Kellner verwies tausende Anhänger in einem Rundschreiben auf die Aussagen von Zimmermann, „In diesem Twitter-Thread kannst Du alles über die haltlosen Vorwürfe nachlesen.“ hieß es. 

Nach neuerlichen Enthüllungen (TE berichtete) und „Schummel-Stellen“ (BILD)  aus Baerbocks Buch, kommt Zimmermann nun zu einer Neubewertung. In einem Artikel für ZDF heute schreibt er am Samstag: „Insgesamt sieht es – Stand heute – so aus, dass bislang nur sehr wenige wörtlich übernommene Stellen in dem 240 Seiten langen Buch urheberrechtlich relevant sind. Doch die generelle Aussage der Grünen und Baerbock, es läge gar keine Rechtsverletzung vor, ist wohl nicht haltbar.“

Felix W. Zimmermann@fewiziDie neuen Plagiatsvorwürfe gegen #Baerbock betreffen nicht mehr nur banale Formulierungen und Fakten, sondern tw. auch kreative, originelle und subjektiv-formulierte Textpassagen. Insoweit liegen wohl Urheberrechtsverletzungen vor.

Der Artikel von Zimmermann ist eine sehr neutrale und durchaus empfehlenswerte Analyse der urheberrechtlichen Dimension der Vorwürfe gegen Baerbock. Zimmermann selbst kann man für seine 180-Grad-Wende keinen Vorwurf machen – im Gegenteil: Seine eigene Meinung hinterfragen zu können, zeugt von Charakter. Wenn aber selbst Zimmermann die Vorwürfe nun teilweise teilt, bleiben den Grünen zum Thema Baerbocks Buch nicht mehr viele Unterstützer. Ihre Strategie, einfach alles abzustreiten, geht selbst beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk nicht mehr auf.

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