Wikipedia: Atomkraftbefürworter verschwinden, Baerbocks Affären werden verschwiegen

„Nuklearia e.V.“ gelöscht

Die deutsche Wikipedia weist immer deutlicher eine politische Schlagseite auf. Es zeichnet sich eine neue Strategie ab: Nicht mehr nur verdrehen, sondern gleich ganz verschweigen. Egal ob Baerbocks Plagiate oder ein Atomenergie-Verein – was nicht gefällt, existiert nicht mehr. Ein Autor ist besonders aktiv.

Zur aktuellem Debatte rund um die offensichtlich abgeschriebenen Stellen in ihrem Buch findet sich kein Hinweis. Die Seite ist außerdem soweit geschützt, dass sie nur noch von Administratoren bearbeitet werden kann. Das Argument warum man das nicht dokumentieren wolle? Man sei kein Newsticker. Zum Vergleich: Im Eintrag über Hans-Georg Maaßen werden alle aktuell laufenden Vorwürfe, etwa der des Antisemitismus, breit aufgezählt.

Immer wieder im Mittelpunkt: der Nutzer „TheRandomIP“, als „Sichter“ hat er zwar einen relativ niedrigen Wikipedia-Rang, dennoch setzt er sich in Debatten durch und scheint das Ohr etlicher Wikipedia-Administratoren zu haben. Zur Diskussion, ob man über die Plagiatsvorwürfe gegen Baerbock ein paar Zeilen verlieren sollte, schreibt er: „Ich bin gegen die Aufnahme. Schon wieder so ein Nicht-Thema unserer auf Sensation und Boulevard fokussieren Medien. Würde noch abwarten, auf Presseberichte aus der Distanz warten, wenn überhaupt.“

Dann verschwindet plötzlich die Wikipedia-Seite des Vereins „Nuklearia“, des wohl wichtigsten deutschen Pro-Atomkraft-Verbands. Wieder auf Bestreben von „TheRandomIP“ wurde der Eintrag per Schnelllöschung von einem der 189 Administratoren der deutschen Wikipedia gelöscht. TheRandomIP schreibt: „Relevanz nicht ersichtlich. Man findet eigentlich nichts in Sekundärliteratur über den Verein. Bloß mal beiläufige Erwähnungen in einer Zeitung, z.B. wenn der Verein mal ne Demo organisiert hat. Artikel besteht dann zum größten Teil auch auf fragwürdigen Quellen, Blogs, Eigenaussagen von der Homepage. 322 Mitglieder …“

Andreas Lieb Wikipedia: Knuttis grüner Schatten Zuvor wurden allerdings systematisch Quellen-Angaben zum Artikel wieder gelöscht – die Begründung zur Löschung wurde so selbst produziert. Die Löschung der Seite ist besonders deswegen so brisant, weil der Verein erst kürzlich bundesweit in die Schlagzeilen kam, als eine von ihm in Auftrag gegebene Studie zu dem Schluss kam, dass nur noch eine hauchdünne Mehrheit der Deutschen für den Atomausstieg sei (TE berichtete).

Wikipedia steht schon seit Jahren in der Kritik, eine linke Schlagseite aufzuweisen. Meistens bezog sich der Vorwurf aber auf die Verzerrung von Inhalten etwa in der Frage des Klimawandels oder durch die Etikettierung von Politikern und Publizisten als „rechtspopulistisch“ etc. Es scheint sich nun eine andere Strategie zu offenbaren: Unliebsame Fakten und unerwünschte Vereinigungen sollen einfach verschwinden. Wikipedia ist für viele Deutsche mittlerweile eine zentrale Informationsquelle. Was bei Wikipedia nicht steht – so für viele der Eindruck – ist auch nicht wichtig.

IMAGO / Hans LucasAuf Baerbocks Wikipedia-Seite findet sich wenig Kritisches. Der ganze Wirbel rund um ihren Lebenslauf, der wochenlang die Schlagzeilen beherrschte, findet sich bei Wikipedia bis heute nur in einem Satz: „Im Rahmen ihrer Kanzlerkandidatur – und diesbezüglicher journalistischer Recherchen – nahm Baerbock mehrere inhaltliche Korrekturen ihres Lebenslaufs vor. In Verbindung mit nachgemeldeten Nebeneinkünften als Bundestagsabgeordnete geriet sie bei zahlreichen Medien in die Kritik.“

Quelle

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