Die Medien nach der Flut: „wahre Helfer:innen“ im Einsatz

Achtung Ironie!

Nachdem der WDR in der Flutnacht lieber Unterhaltung sendete, hilft man jetzt mit Warnungen vor falschen Helfern. Da werden die Opfer dankbar sein. Eine Kollegin vom Privatsender RTL bekleckerte sich derweil wenn nicht mit Ruhm, so doch mit Schlamm. Seit Tagen ist die Empörung über Querdenker und Rechtsradikale groß, die angeblich in großer Zahl versuchen, die Flutkatastrophe für sich auszuschlachten – sie reicht von der Tagesschau, über die heute show bis hin zu ARD-Moderator Georg Restle. Der meint: „Neonazis und ‚Querdenker:innen gerieren sich als Helfende in den Hochwassergebieten und gefährden dabei die Arbeit der wahren Helfer:innen vor Ort“. Auch das zur RTL-Gruppe gehörende Portal n-tv meldete : „Nach den verheerenden Überschwemmungen im Westen Deutschlands ist die Hilfsbereitschaft groß. Doch auch Personen aus der „Querdenker“-Szene sowie Rechtsextreme geben sich als „Kümmerer vor Ort“ aus und säen Misstrauen gegen den Staat.“

screenprint via Facebook / wdr-monitorWer die „wahren Helfer:innen“ sind, meint Restle offenbar selbst am besten entscheiden zu können. Bei der nächsten Flut sollten Opfer dann wohl auch unbedingt vorher nach der politischen Gesinnung fragen, wenn ihnen jemand das Leben oder Hab und Gut retten will!Die Empörung aus den Sendeanstalten ist auch deshalb so bemerkenswert, weil man sich während der Katastrophe nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Der WDR berichtete zuerst gar nicht, dann zaghaft und insgesamt viel zu spät. Warnungen kamen nicht an. Dafür warnt man jetzt vor den falschen Helfern. Da werden die Opfer in den Flutgebieten besonders dankbar sein.Und außerdem: Müsste Restle sich konsequenterweise nicht auch selbst warnen? Schließlich zahlen auch „Querdenker:innen“ und „Neonazis“ (warum hat er das Wort eigentlich nicht gegendert?) Zwangsgebühren, um sein Gehalt zu bezahlen. Gehören sie in dieser Funktion als Gebührenzahler dann doch wieder zu den „wahren Helfer:innen“?Die private Konkurrenz von RTL zeigte derweil, wie man wenigstens so tut, als ob man zu den „wahren Helfer:innen“ gehört. Ein aufsehenerregender Videoschnipsel zeigt die RTL-Moderatorin Susanna Ohlen, die im Katastrophengebiet steht und sich die Kleider mit Schlamm beschmiert, um sich anschließend filmen zu lassen. Der Artikel dazu von RTL trug die Überschrift: „Aufräumarbeiten nach Flut: RTL-Moderatorin Susanna Ohlen packt in Bad Münstereifel mit an“.

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Ohlen erklärte auf ihrer Instagram-Seite, sie habe tatsächlich zuvor geholfen, sie habe sich dann mit ihren sauberen Klamotten allerdings vor anderen Rettungskräften geschämt. Sie räumte ein, einen „schwerwiegenden Fehler“ gemacht zu haben. Das kann man ihr durchaus auch glauben.

Mittlerweile musste RTL diesen Beitrag löschen und gab bekannt, die Moderatorin beurlaubt zu haben – allerdings schon am Montag. Tagelang versuchte man die Vorgänge also unter der Decke zu halten.

„Zahlreiche prominente Helfer packen ebenfalls mit an und unterstützen die Menschen vor Ort tatkräftig. Eine von ihnen ist Susanna Ohlen (39).“

Quelle

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