Der Wahlkampf…

… in dem die Freiheit stirbt
Heute ist ein besonderer Tag. Vor 60 Jahren wurde die Mauer gebaut. 16 Millionen Menschen wurden eingesperrt, vielen gelang unter abenteuerlichen Voraussetzungen die Flucht, über 1000 wurden dabei um ihr Leben gebracht, wie viele wurden in Gefängnisse geschickt? Wir wissen es nicht genau. 

Was wir lesen können, sind die Reaktionen darauf. Allen voran Annalena Bärbock. Sie schreibt einfach einen Satz ab, den n-tv veröffentlicht hat: Nun ist abschreiben ja noch verständlich, wenn es sich um einen klugen Satz handeln würde. Klugheit kann man sich auch leihen, wenn man schon keine hat. Aber der Satz lautet: Die Mauer sei der „in Beton gegossene Kalte Krieg“ – das ist schlicht dumm. Als wären beide Seiten irgendwie schuld. Nun hat ja Baerbock auch etwas Bäuerinnenschlaues an sich. Sie weiß schon, warum sie diesen Satz abschreibt: Mit dieser historischen Verwässerung der Verantwortung wanzt sie sich bei der Linken an.

Die Rechtsnachfolgepartei der Mauer-SED sieht es nicht gerne, wenn man sie daran erinnert, aus wessen Schoß sie gekrochen ist – aus dem der Mauerbauer nämlich. Die Vorsitzende der mehrmals umbenannten SED Susanne Hennig-Wellsow erwähnt den früheren SED/PDS-Politiker und zeitweiligen Parteichef Lothar Bisky, der am 13. August vor acht Jahren starb –  um ihn dann zu zitieren: „Der Mauerbau war ein schwerwiegender historischer Fehler.“ Aha. Wessen Fehler? Irgendwie unbestimmt. Ein anonymer Fehler, Beton, der vom Kalten Krieg gegossen wird, das ist das gemeinsame geistige Erbe dieser Damen. Sie sind nicht dumm. Sie verdrehen absichtsvoll die Geschichte. Und dass sie es beide machen, zeigt, wie künftige Koalitionen vorbereitet werden.

Haben Sie schon einmal gehört, dass Menschen von Miami nach Kuba fliehen, von Süd- nach Nordkorea oder von Chile nach Venezuela? Die Fluchtrichtung ist immer identisch: Vom Sozialismus zum Kapitalismus. Der Vater unserer Kanzlerin ist einer der ganz wenigen, der in Richtung Sozialismus geflohen ist; auch das gehört zur historischen Wahrheit.

Nun sind Baerbock und Hennig-Wellsow Teile eines breiten Stroms einer neuen Sozialismus-Beschönigung. Es geht dabei ja nicht nur um die Zerstörung der Wirtschaft durch sozialistische Planwirtschaft – im Mittelpunkt der Kritik steht die Beseitigung von politischer Freiheit (Meinungsfreiheit, Pressefreiheit usw.) und Demokratie.

Auch da sind wir einen Schritt weitergekommen, leider. Die Grünen ärgern sich schrecklich über Plakate, in denen ihnen das vorgehalten wird, was sie fordern: Öko-Sozialismus zum Beispiel. Ihr Parteiprogramm läuft gerade darauf hinaus. Jetzt soll die Firma boykottiert werden, die die Plakatflächen vermietet. Das fordert der grüne Umweltminister von Schleswig-Holstein; der Mann, der übrigens als maßgeblicher „Europapolitiker“ auch diese Flatschen zu verantworten hat, mit denen wir und alle anderen Internet-Anbieter Sie auf den Bildschirmen belästigen müssen, die berüchtigte Cookie-Richtlinie. Die hat er zu verantworten. Und jetzt auch die Forderung, dass wer Grünen-kritische Plakate klebt, zukünftig von Kommunen und anderen staatlichen Auftraggebern zu boykottieren sei. Das dumme ist: Er wird Erfolg haben. Denn die Feigheit deutscher Unternehmer ist nicht zu überbieten. Beim nächsten Grünen- oder regierungskritischen Plakat weiß man schon, was passiert in der Chef-Etage: Kritik  an den Grünen wird abgelehnt, es könnte Ärger geben… 

Freiheit stirbt nicht mit einem Knall. Sie stirbt leise, scheibchenweise. Etwa, wenn Plakate anderer Parteien zerstört werden oder deren Wahlkämpfer angegriffen werden. Der Jubel grüner und roter Politiker über beschmierte Plakate der FDP oder AfD wird nur übertönt von ihrem Gejammer, wenn jemand plakatiert, was er von diesen ökosozialistischen Demokratieverächtern hält.  Peinlicher ist nur die CDU. So, wie sich Baerbock bei den Linken hinschmeisst, macht das die CDU mit den Grünen und kritisiert diese Plakataktion, die den Grünen den Spiegel vorhält.

Man ahnt, was passiert: Wir sollen wählen und kriegen eine rot-grüne-schwarze Melange.
Tichys Einblick
schönzeichnen Ein bisschen Mauer-Gedenken, aber ohne SED und Sozialismus Bei der Erinnerung an den Bau der mörderischen Sperre in Berlin vor 60 Jahren vermeiden viele Politiker und Medien geradezu panisch jeden Hinweis auf die Verantwortlichen. Besonders weit geht dabei die Chefin der SPD.
artikel lesen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: