Bundeswehrsoldaten in Kabul „mental am Ende“

Freitag, 20. August 2021

AKK: Baerbock hat keine Ahnung

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Kramp-Karrenbauer ist stolz auf ihre Bundeswehr.

(Foto: picture alliance/dpa)In der heutigen Sitzung der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag hat Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ein dramatisches Bild der Situation am Flughafen von Kabul gezeichnet. „Wir wechseln heute die erste Gruppe von Soldaten aus und bringen neue, frische rein, weil die Leute auch psychisch und mental am Ende und am Rande ihrer Kraft sind“, sagte Kramp-Karrenbauer, wie ntv.de von Teilnehmern der Sitzung erfuhr. „Wenn man da steht, wenn man Kinder in den Arm gelegt bekommt, wenn man eine Familie zurückschieben muss, weil sie keine Berechtigung haben: Das wünsche ich keinem auf der Welt, dass er diese Arbeit machen muss.“ 5fdf24879a412cde16284e2286e747cf.jpg Politik 20.08.21 Verzweiflung in Kabul wächst

Deutscher auf Weg zum Flughafen angeschossen Die frühere CDU-Chefin kündigte an, dass im Laufe des Freitag „zwei kleine bewegliche Hubschrauber“ nach Kabul verlegt würden. „Das hat nichts damit zu tun, dass wir uns jetzt anschicken, Kabul zu erobern“, sagte Kramp-Karrenbauer. „Aber wir wollen sicherstellen – in Rücksprache mit den Amerikanern, dass wir für alle Eventualitäten vorbereitet sind.“ Deshalb seien „robuste Kräfte vor Ort, auch die Spezialkräfte. Unklar blieb, ob die Bundeswehr möglicherweise vom Flughafen aus ausrücken soll, um Menschen aus der Stadt zum Flughafen zu bringen, wie es etwa französische Spezialkräfte gemacht haben. In jedem Fall bringe die Bundeswehr zusätzlich Wasser und Lebensmittel zum Flughafen, um unter anderem Kinder zu versorgen.“Wir haben Stand heute morgen rund 1700 Menschen aus Afghanistan herausgeholt“, sagte Kramp-Karrenbauer in ihrer nach Teilnehmerangaben emotional vorgetragenen Rede. „Die Situation vor Ort ist vor allen Dingen gefährlich, weniger durch die Taliban als durch eine unglaublich hohe Menschenmenge vor dem Flughafen, die in ihrer Verzweiflung versucht, auf das Rollfeld zu kommen.“ Und: „Das ist die größte Evakuierungsmission, die die Bundeswehr jemals in ihrer Geschichte gemacht hat.“ Was die Bundeswehr zurzeit leiste, sei „unglaublich“. „Nicht Schuld der Welt nur auf deutsche Schultern laden“ 244411911.jpg Politik 20.08.21 Machtübernahme der Taliban Ischinger: Trump verantwortet „Sündenfall“ Zur politischen Debatte über den desaströsen Abzug und die völlig unerwartete Übernahme Kabuls durch die Taliban sagte Kramp-Karrenbauer: „Es gibt da vieles kritisch zu beleuchten, aber wir sollten nicht die Schuld der ganzen Welt nur auf die deutschen Schultern laden.“ Alle Partnerländer, einschließlich der USA seien von der Entwicklung am Wochenende überrascht worden.

Das Bundesverteidigungsministerium habe schon im April die „Eventualfall-Planung bis hin zu einer robusten militärischen Akut-Evakuierung“ vorgenommen, die am vergangenen Freitag eingeleitet worden sei. 242152890.jpg Politik 20.08.21 Deutsche stecken in Kabul fest KSK-Helikopter könnten bei Rettung helfen „Von 3700 Ortskräften der Bundeswehr waren bis Freitag letzter Woche knapp 2000 in Sicherheit in Deutschland“, sagte Kramp-Karrenbauer. Auf die Kritik, dass vielen Ortskräften, die nicht direkt bei der Bundeswehr angestellt waren oder deren Anstellung länger her ist, kein Angebot zur Ausreise gemacht wurde, ging sie nicht ein. Auch die Frage, warum die Bundeswehr nicht schon vor Wochen umfassender evakuiert hat, blieb offen. Die Rolle der anderen Ressorts sprach die Ministerin nach ntv.de-Informationen ebenfalls nicht an. Baerbock-Kritik zurückgewiesen“Wer der Auffassung ist, das Verteidigungsministerium müsste in Taschkent sitzen, der weiß nicht, wie Befehlsstrukturen funktionieren. Wer der Auffassung ist, man müsse den stellvertretenden Botschafter nach Kabul schicken, der hat noch nicht mitbekommen, dass der stellvertretende Botschafter seit Tagen in Kabul am Flughafen steht, um diese Einlasskontrollen mitzuorganisieren“, sagte Kramp-Karrenbauer mit Blick auf die Kanzlerkandidatin der Grünen. Das Gleiche gelte für Annalena Baerbocks Forderung nach einem Krisenstab, den es in Wahrheit doch längst gebe. Baerbock hatte mit diesen Forderungen in der ZDF-Sendung von Maybritt Illner am Donnerstagabend für Aufsehen gesorgt, als sie der Bundesregierung schwere Versäumnisse in Afghanistan vorwarf. Die Verteidigungsministerin müsse von Usbekistan aus die Lage koordinieren, schlug die Grünen-Vorsitzende vor.

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