Selensky und die „Rückholung“ der Krim: Die Krim-Plattform floppt auf ganzer Linie

Krim von Anti-Spiegel 24. August 2021 16:07 Uhr Seit Monaten macht ein Thema in der Ukraine Schlagzeilen, von dem im Westen aber kaum jemand gehört hat. Das ist mehr als verwunderlich, denn die „Krim-Plattform“ sollte das Thema der „okkupierten“ Krim wieder zurück auf die Tagesordnung der internationalen Politik holen. Das hat jedoch offensichtlich nicht geklappt.Die Krim-PlattformAm 26. Februar 2021 hatPräsident Wladimir Selensky ein Dekret „über die Deokkupation und Reintegration“ der Krim unterzeichnet, mit dem die Vorbereitung der „Krim-Plattform“ offiziell eingeleitet wurde. Das Ziel war es, das Thema der „okkupierten“ Krim wieder in den Fokus der internationalen Politik zu rücken, den Druck auf Russland zu erhöhen und am Ende die Krim wieder zur Ukraine zurückzuholen.In der Ukraine wurde darüber sehr viel berichtet, Selensky hoffte, dass viele Staaten an der Konferenz teilnehmen und dass das Thema politisch und medial wieder auf die Tagesordnung kommt. Als Themen der Konferenz wurden genannt: Die Politik der Nichtanerkennung der Annexion der Krim durch RusslandDie Ausweitung und Verschärfung der internationalen Sanktionen gegen RusslandInternationale SicherheitMenschenrechteDie Auswirkungen des Beitritts auf die Wirtschaft und die UmweltIch habe seitdem viele Meldungen zur Krim-Plattform gesammelt und darauf gewartet, dass die westlichen Medien irgendwann auf den Zug aufspringen und die Konferenz und ihre Ziele behandeln würden, aber es gab kaum Berichte darüber. Ich bin sicher, dass die meisten Deutschen davon noch nie gehört haben. Lediglich (und ausgerechnet) RT-DE hat immer wieder über die Vorbereitungen der Krim-Plattform berichtet. So konnte man bei RT-DE zum Beispiel die Übersetzung eines Teils einer Pressemeldung des ukrainischen Außenministeriums lesen, in der es zur Krim-Plattform hieß: „Die Krim-Plattform ist ein neues Beratungs- und Koordinierungsformat, das von der Ukraine initiiert wurde, um die Effektivität der internationalen Reaktion auf die andauernde Besetzung der Krim zu erhöhen, den internationalen Druck auf Russland zu verstärken und das Hauptziel zu erreichen – die De-Okkupation der Krim und die vollständige Wiederherstellung der Souveränität der Ukraine über die Halbinsel.“In den Mainstream-Medien gab es hingegen praktisch keine Berichte über die anstehende Konferenz.Die TeilnehmerDie Krim-Plattform war für den 23. August geplant und hat nun ziemlich unbemerkt von den westlichen Medien stattgefunden. Man muss sie daher als Flop bezeichnen, denn sie hat die gesetzten Ziele nicht erreicht. Die westlichen Medien haben das Thema zu dem Anlass nicht wieder aufgenommen und auch die Teilnahme war ausgesprochen bescheiden. Um die Teilnehmerzahl zu erhöhen, hat Selensky die Krim-Plattform mit den Feierlichkeiten zum 30. Unabhängigkeitstag der Ukraine zusammengelegt, aber selbst das hat nicht geholfen.Deutschland zum Beispiel hat lediglich Wirtschaftsminister Altmaier geschickt, obwohl Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Maas am Tag zuvor in Kiew waren. Insgesamt sind nur 42 der über 190 Staaten der Welt der ukrainischen Einladung gefolgt, wobei außer den baltischen Staaten und Polen kaum ein Land Regierungschefs oder Außenminister geschickt hat. Meist waren es irgendwelche nachrangigen Minister oder sogar nur die Botschafter in der Ukraine, die zu der Veranstaltung gekommen sind. Was in der Ukraine als große und internationale Aktion zur Unterstützung der Ukraine angekündigt wurde, war am Ende ein Klassentreffen der US-Vasallen, denn es hat kein Land zugesagt, das nicht unter dem Einfluss der USA steht, wie die Weltkarte der Teilnehmer zeigt. Und natürlich durften als internationale Organisationen die Nato, die EU und der Europarat nicht fehlen, auch alles von den USA abhängige Organisationen. Es hat jedoch kein Land und keine internationale Organisation zugesagt, die nicht zur US-Einflusssphäre gehören.Die KonferenzDa Kiew regelmäßig im Westen um Geld bettelt, war auch diese Veranstaltung keine Ausnahme. Schon am 3. August verkündete Selensky, dass die Ukraine diese Veranstaltung gerne jährlich durchführen würde, dafür aber kein Geld habe. Was daran so unbezahlbar sein soll, ein Konferenzzentrum für ein paar hundert Teilnehmer für einen Tag anzumieten, erschließt sich zwar nicht, aber es scheint auch um etwas anderes zu gehen. Dass die Konferenz floppen würde, war zu dem Zeitpunkt anhand der Zusagen bereits absehbar. Selensky hat daher angeregt, die Konferenz künftig im Rahmen der UNO abzuhalten. Wahrscheinlich erhofft er sich davon eine breitere Teilnahme von Staaten – und natürlich würde die UNO dann die Kosten dieses Klassentreffens der westlichen Propagandisten tragen.Der Verlauf der Konferenz war dann auch entsprechend vorhersehbar. Alle Vertreter haben am Runden Tisch kurze Erklärungen verlesen und auf Russland und die „Annexion“ der Krim geschimpft. Mehr ist nicht passiert, es gab keine Vereinbarungen oder ähnliches.Das Medienecho

Es faszinierend, dass ausgerechnet der „russische Propaganda-Sender“ RT-DE ausführlich über die Krim-Plattform berichtet hat, während andere deutsche Medien das Thema weitgehend ignoriert haben. RT-DE hat sowohl über den Vorlauf als auch über die Konferenz selbst ausführlich berichtet. Ansonsten war das Medienecho in Deutschland dürftig. Der Deutschlandfunk brachte eine kurze Meldung, in der er unter Benutzung der Kiewer Propaganda-Begriffe über die Abschlusserklärung berichtete, in der die Staaten des Westens die Rückgabe der Krim fordern. Unter dem Suchbegriff „Krim-Plattform“ finden sich bei Google nicht viele Meldungen über die Konferenz, in die Selensky so große Hoffnungen gesetzt hat. Ich fand unter anderem noch einen Artikel der FAZ, in dem es allerdings um Nord Stream 2 ging und die Krim-Plattform nur am Rande erwähnt wurde. Daher ist es wohl kaum übertrieben, wenn ich behaupte, dass diese von Selensky als Propaganda-Show geplante Konferenz auf der ganzen Linie gefloppt ist.In meinem neuen Buch „Abhängig beschäftigt – Wie Deutschlands führende Politiker im Interesse der wirklich Mächtigen handeln“ habe ich mich sehr intensiv mit weiteren Themen rund um die komplexen Zusammenhänge der gesteuerten Politik im Westen und deren brisanten Verstrickungen mit einer ganzen Reihe von Organisationen beschäftigt und dabei einiges zu Tage gefördert.Das Buch ist aktuell in diesem Monat erschienen und ausschließlich hier direkt über den J.K. Fischer Verlag bestellbar.

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