„Pakt von Rom“ für die ganze Welt

  • Aktualisiert am 05.09.2021-20:17
G-20-Treffen

Wollen vermehrt auch in Entwicklungsländern impfen: Jens Spahn und Roberto Speranza (r.) am Sonntag in Rom Italiens Gesundheitsminister prescht mit einem Aufruf für eine globale Impfkampagne vor. Die Teilnehmer sollen sich zu nichts weniger als zur „Impfung aller Menschen auf der Welt“ verpflichten. Die Zusammenkunft markiere einen „stratosphärischen Augenblick für Italien“, die „Augen der Welt“ seien auf Rom gerichtet. So sprach am Sonntagmittag, erkennbar ergriffen, der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza. Er meinte das zweitägige Treffen mit seinen Amtskollegen aus der G-20-Gruppe der maßgeblichen Wirtschaftsnationen, das er in den Kapitolinischen Museen in Rom eröffnete. Aus Berlin war Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angereist. Der konnte sich in Rom erholen von den Verbalangriffen der heimischen Impfgegner, über die er zuletzt geklagt hatte. Das Treffen fand in hybrider Form statt. Einige Minister, unter ihnen Spahns amerikanischer Amtskollege Xavier Becerra, waren persönlich angereist, andere ließen sich per Video zuschalten.Die Perspektive von Gastgeber Speranza mochte nicht ganz übereinstimmen mit der Außensicht auf die Ressorttagung einer informellen Staatengruppe. Doch Italien hat in diesem Jahr den Vorsitz der G20, und das Treffen von Gesundheitsministern mag in Zeiten der Pandemie tatsächlich fast so wichtig sein wie der Gipfel der Staats- und Regierungschefs, der Ende Oktober ebenfalls in Rom stattfinden wird.Die zentralen Themen der Tagung waren der aktuelle Kampf gegen das Coronavirus sowie eine global koordinierte Strategie zur Abwehr künftiger Pandemien. Speranza hatte schon im Vorfeld des Treffens einen „Pakt von Rom“ erarbeiten lassen, mit welchem sich die Teilnehmer zu nichts weniger als zur „Impfung aller Menschen auf der Welt“ verpflichten sollten. Dies sei ein ambitioniertes, aber erreichbares Ziel, sagte Speranza: „Die reichsten und stärksten Länder sollen sich die Entwicklung einer Impfkampagne für alle Nationen zur Aufgabe machen. Denn niemand rettet sich allein. Und die Impfung ist die Waffe, die uns zur Verfügung steht.“

Um die Impfung aller Erdenbewohner mit einer ersten Dosis zu erreichen, seien zunächst weitere sechs Milliarden Impfdosen erforderlich, heißt es in Speranzas Entwurf. Der soll nach seiner Vorstellung an diesem Montag verabschiedet werden. Der Impfglobalismus sei nicht nur ein Gebot der humanitären Hilfe und der Gerechtigkeit gegenüber den Entwicklungs- und Schwellenländern, bekräftigte Speranza, sondern liege im ureigenen Interesse der reichen und entwickelten Staaten. Denn selbst wenn diese ihre Gesellschaften fast vollständig durchimpften, könnte das in Afrika und Asien weiter zirkulierende Virus neue gefährliche Mutanten entwickeln, die dann auch zur Gefahr für die wohlhabenden Weltregionen würden. Noch am Sonntag kündigte Jens Spahn in Rom an, Deutschland werde bis Jahresende 100 Millionen Dosen für die internationale Impfkampagne zur Verfügung stellen.

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