Wie die Öffentlich-Rechtlichen…

… die Zuschauer hinter die Fichte führen
Historiker wissen, dass man mit Bildern sehr wirksam lügen kann. Aus der sowjetischen Geschichte etwa sind die Bilder von Stalin im Kreise seiner Mittäter berühmt, auf denen je nach Stand der „Säuberungen“ der eine oder andere Genosse heraus retuschiert wurde. 

Leider ist das bewusste Verzerren der Wirklichkeit nicht nur ein historisches, sondern auch ein sehr aktuelles Phänomen. Dank digitaler Bildbearbeitungsprogramme ist das Lügen mit Bildern noch viel einfacher geworden. Ausgerechnet öffentlich-rechtliche Sender sind in jüngster Zeit mehrfach überführt worden: Zum Beispiel retuschierte der MDR das Logo eines privaten Konkurrenten aus einem Fernsehbild. 

Noch wirksamer und subtiler als das Verschwindenlassen von Gesichtern, Logos oder Schweißflecken der Kanzlerin beim Opernbesuch, ist das Weglassen von Informationen über die gezeigten Ereignisse oder zu Wort kommenden Personen. Der RBB stellte einen Grünen-Politiker als zufällig ausgewählten Fahrradfahrer vor, der dann inkognito für die Verkehrspolitik der Berliner Grünen werben konnte. In ähnlicher Weise konnte eine junge Grünen-Politikerin bei Markus Lanz im ZDF als „Stimme der Jugend“ die Ansichten ihrer Partei vertreten. Es gibt noch viele ähnliche Fälle, die die Sender meist als „Missgeschick“ oder handwerkliche Fehler entschuldigten. 

ARD, ZDF und Co verfügen über sehr viel Geld durch Zwangsgebühren. Ihre Aufgabe sei es, „die Wirklichkeit nicht verzerrt darzustellen“. Mit dieser Begründung hat ihnen jüngst das Bundesverfassungsgericht sogar zu einem Zuschlag auf diesen Etat verholfen. Doch statt der Aufgabe nachzukommen, werden die Öffentlich-Rechtlichen selbst zum Täter. 

Das ZDF zeigt auf seiner Internetseite eine Übersicht mit Fehlern, die von den verschiedenen Reaktionen eingestanden wurden. Bei manchen ist es glaubwürdig, dass es sich nur um Schludrigkeiten handelte – doch eine Tendenz lässt sich schon ableiten: Öfter finden sich Fehler, die zur Dramatisierung einer Nachricht beitragen und ein linkes Weltbild transportieren, als es umgekehrt der Fall ist.

Ein ganz besonderer Fall von Verzerrung ist die Verschiebung der Ausstrahlung einer Dokumentation im RBB auf einen Termin nach der Abgeordnetenhaus- und Bundestagswahl. Darin geht es um die politische Intrige, die zur Entlassung von Hubertus Knabe als Leiter der Berliner Stasi-Gedenkstätte führte. In ihr erscheint der Linken-Politiker und Senator Klaus Lederer, Spitzenkandidat seiner Partei, in einem kritischen Licht. Die Begründung für die Verschiebung ist fadenscheinig. 

All diese Fälle zeigen vor allem eines: Eine Diskussion über die politische Rolle der öffentlich-rechtlichen Sender in diesem Land ist unbedingt notwendig.  
Norwegen hat nun ein Gesetz vorgelegt, demzufolge in der Werbung retuschierte Bilder als solche gekennzeichnet werden müssen. Warum nicht so ein Gesetz auch in Deutschland? Und warum nur für die Werbung? Wobei – andererseits: Eigentlich ist es von ARD, ZDF und Co auch ohne Gesetz zu verlangen, dass sie ihren Job machen und die Wirklichkeit nicht verzerren – sonst führen sie vor, dass die Begründung des Bundesverfassungsgerichts nur ein Wunschtraum ist. 

Quelle

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