Der bisherige Rekord bei den Reserven der russischen Zentralbank lag bei 589,8 Milliarden US-Dollar, darüber habe ich im Oktober 2020 berichtet. Nun hat die russische Zentralbank einen neuen Rekord gemeldet, die Reserven liegen jetzt bei 618,181 Milliarden US-Dollar, wie das russische Fernsehen gemeldet hat. Während der Westen Schulden in Billionenhöhe macht, um mit den selbstverschuldeten Folgen der Lockdown-Maßnahmen fertig zu werden, wachsen in Russland nicht nur die Reserven, sondern auch etwas, was man im Westen gar nicht kennt, nämlich die Haushaltsüberschüsse. Im ersten Halbjahr 2021 hat Russland einen Haushaltsüberschuss in Höhe von zehn Milliarden Euro erwirtschaftet. Russlands Devisenreserven sind übrigens größer, als die Devisenreserven von Deutschland, Frankreich und Italien zusammen.

Quelle: Statista

Der Westen tut wirtschaftlich de facto genau das, was – der herrschenden Meinung zufolge – die DDR und die Länder des damaligen Ostblocks getan haben und was schließlich zu ihrem Zusammenbruch geführt hat: Sie leben auf Pump und ein Ende ist nicht absehbar. Den gigantischen und immer schneller wachsenden Staatsschulden der westlichen Staaten stehen nur vergleichbar geringe Reserven gegenüber.Irgendwann wird also das böse Erwachen im Westen kommen, denn die Schulden sind nicht mehr rückzahlbar. Entweder wird es im Westen früher oder später eine hohe Inflation geben, um die Schulden abzuwerten, oder es wird irgendwann eine Geldreform, vielleicht sogar ein neues Finanzsystem, geben, bei dem die Schulden verschwinden. Eines von beidem wird irgendwann kommen, die Frage ist nur was und wann es passiert.In den Geschichtsbüchern kann man lesen, wie frühere Geldreformen ausgesehen haben: Das alte Geld wurde über Nacht entwertet und jeder bekam eine kleine Summe des neuen Geldes für den Neustart in die Hand gedrückt. Gewinner sind dabei nicht die Sparer, die verlieren alles, sondern die reichen Leute, die ihr Geld in Gold, Immobilien und Firmen angelegt haben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass ein ähnliches Szenario auf uns zukommt.Wenn man in diesem Zusammenhang selbsternannte westliche Experten hört, die ständig behaupten, Russland stehe das Wasser bis Oberkante Unterlippe und es fehle nicht mehr viel bis zum Zusammenbruch der russischen Wirtschaft oder einem Staatsbankrott, dann frage ich mich, was solche Berichte sollen. Wozu lügt man die Leser so dreist an? Oder glauben die selbsternannten Russlandexperten, die meist weder Russisch verstehen, noch irgendwann mal in Russland gewesen sind, tatsächlich das, was sie schreiben? Ich habe vor einem Jahr mal ein solches „journalistisches Meisterwerk“ auseinandergenommen, das damals im Focus veröffentlicht worden ist, den Artikel finden Sie hier. Anmerkung in eigener Sache: Da mir immer vorgeworfen wird, ich würde in Sachen Russland alles schönreden, will ich es hier nochmal ausdrücklich anmerken: Natürlich wurde auch Russland von den wirtschaftlichen Folgen von Corona getroffen und viele mussten den Gürtel enger schnallen. Aber offensichtlich hat die russische Regierung insgesamt bessere Entscheidungen getroffen, als die westlichen Regierungen, denn die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Russland kommt mit der Krise weitaus besser zurecht, als die Staaten des Westens.Und das trotz aller Sanktionen und anderer Maßnahmen, mit denen der Westen versucht, Russland wirtschaftlich zu erdrosseln.In meinem neuen Buch „Abhängig beschäftigt – Wie Deutschlands führende Politiker im Interesse der wirklich Mächtigen handeln“ habe ich mich sehr intensiv mit weiteren Themen rund um die komplexen Zusammenhänge der gesteuertern Politik im Westen und deren brisanten Verstrickungen mit einer ganzen Reihe von Organisationen beschäftigt und dabei einiges zu Tage gefördert.Das Buch ist aktuell in diesem Monat erschienen und ausschließlich hier direkt über den J.K. Fischer Verlag bestellbar.