Vorweg sei gesagt, dass es mir nicht darum geht, Attila Hildmann zu verteidigen. Ehrlich gesagt weiß ich von ihm nicht viel und habe mir das, was er tut, nie angeschaut. Ich kann mir kein Urteil darüber erlauben, ob er gute oder schlechte Arbeit macht. Und es ist mir auch egal, denn das einzig Wichtige ist für mich, dass man in eine Demokratie sagen und schreiben darf, was man will. Das nennt sich Meinungs- und Pressefreiheit.Natürlich gibt es bei Meinungs- und Pressefreiheit auch begründete Einschränkungen, zum Beispiel wenn man anderen durch bewusst veröffentlichte Falschmeldungen schadet, wenn man die Privatsphäre anderer verletzt, wenn man zu Hass und Gewalt aufruft und so weiter. Diese Dinge sind gesetzlich geregelt und man kann bestraft und schadenersatzpflichtig werden.Daher gilt für mich, dass Menschen (auch Hildmann) veröffentlichen können, was sie wollen. Wenn sie gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen, dann gibt es Gerichte, die darüber entscheiden. Das ist meines Wissens bei Hildmann bisher nicht geschehen, woraus folgt, dass seine Veröffentlichungen nicht gegen Gesetze verstoßen haben.

Diebstahl von Zugangscodes

Für die Spiegel-Redaktion scheinen aber andere Maßstäbe zu gelten, als die deutschen Gesetze. Als Anonymous mehrere Telegram-Kanäle und Webseiten von Hildmann gekapert hat, hat der Spiegel diese Straftat unter der Überschrift „»Operation Tinfoil« – Anonymous-Hacker übernehmen Kanäle von Attila Hildmann“ gefeiert. Dabei ist schon die Überschrift des Artikels irreführend, denn es war kein Hack. Beim Spiegel selbst kann man lesen, dass es sich dabei schlicht und einfach um Verrat oder Diebstahl gehandelt hat:

„Die Gruppe beschreibt in einem Blogeintrag, dass die Aktion gelungen sei, nachdem sich ein ehemaliger Unterstützer und IT-Helfer von Hildmann bei ihnen gemeldet habe. Dieser habe sich inzwischen von Hildmann abgewandt und seinen Zugriff auf Websites und Telegram-Kanäle genutzt, um diese zu übernehmen.“

Ein ehemaliger Mitarbeiter hat also sein Wissen genutzt, um Hildmann zu schaden. Die Folgen sind schwerwiegend, wie man im Spiegel auch lesen kann:

„Zumindest bei seinem größten Telegram-Kanal habe Hildmann auch keine Chance, wieder Zugriff zu erlangen, erklärten die Aktivisten. Man habe nun zusammen mit dem IT-Helfer, der den Angriff unterstützt haben soll, die alleinigen Administratorenrechte an dem Kanal, so die Anonymous-Aktivisten auf eine SPIEGEL-Anfrage per E-Mail. Auch über die beiden offiziellen Websites von sich selbst hat Hildmann laut den Aktivisten dauerhaft die Kontrolle verloren. Diese seien zu einem Anbieter transferiert worden, auf den Hildmann keinen Zugriff habe.“

Der Spiegel freut sich über ein Verbrechen

Ob der Spiegel sich auch so diebisch freuen würde, wenn ein ehemaliger IT-Mitarbeiter des Spiegel nach seiner Kündigung sein Wissen nutzen würde, um die Seite des Spiegel dauerhaft zu blockieren?Das ist kein Kleine-Jungen-Streich, das ist kriminell! Die Seiten und Kanäle gehören Hildmann, er hat Geld investiert und er lebt von den Einnahmen daraus. Es geht mir hier nicht darum, Mitleid für Hildmann zu wecken, es geht darum, dass wir von Straftaten reden, die einen wirklichen Schaden verursachen.Ich kann nur hoffen, dass Hildmann juristisch gegen den Täter und auch seine kriminellen Komplizen von Anonymous vorgeht, damit solche Dinge nicht Schule machen. Und das Interesse müsste auch der Spiegel haben, denn ich bin sicher, dass man in der Redaktion des ehemaligen Nachrichtenmagazins nicht darüber lachen könnte, wenn jemand die Seite des Spiegel auf diese Art und Weise – noch dazu dauerhaft – vom Netz nimmt.

Twitter sperrt Anonymous

Ausgerechnet Twitter hat zur Abwechslung mal korrekt reagiert und Anonymous gesperrt, was dem Spiegel gar nicht gefallen hat. Anonymous hat auch teilweise private Mails von Hildmann erbeutet. In einem weiteren Spiegel-Artikel kann man lesen:

„Außerdem erklärten die Aktivisten in einem Blogbeitrag auf ihrer Website, dass ihnen zahlreiche interne E-Mails von Hildmann vorlägen, und deuteten dort einige mutmaßliche Inhalte der privaten Nachrichten an. Auf Twitter verbreiteten sie einen Link zu dem Blogbeitrag mit der Aussage: »Wir haben seine Mails.«“

Dieser Tweet war der Grund dafür, dass Twitter Anonymous gesperrt hat:

„Genau diese Aussagen könnten den Aktivisten nun auf Twitter zum Verhängnis geworden sein. Als Begründung der Sperrung erklärte ein Twitter-Sprecher auf Anfrage: »Es ist nicht erlaubt, private Informationen anderer Personen ohne deren Erlaubnis zu tweeten. Dazu gehören auch Inhalte, die illegal erworben oder gehackt wurden.«“

Im letzten Absatz des Spiegel-Artikels erfahren wir noch:

„Hildmann hetzte unterdessen auf Telegram gegen seinen ehemaligen IT-Helfer, der den Anonymous-Aktivisten dabei geholfen haben soll, seine Konten zu übernehmen und Zugriff auf die privaten E-Mails zu bekommen.“

Der Spiegel hat keinen Anstand

Das ist nun wirklich dreist, denn der Spiegel verdreht hier alles! Da hat jemand ein Verbrechen begangen und wenn sich der Geschädigte darüber beschwert, dann ist das für den Spiegel Hetze. Man lernt wirklich nie aus.Ich würde wirklich gerne wissen, wie der Spiegel sich öffentlich über einen ehemaligen Mitarbeiter äußern würde, der die Webseite des Spiegel dauerhaft lahmlegt. Ich wünsche dem Spiegel das nicht, das einzige, was ich dem ehemaligen Nachrichtenmagazin wünsche, ist, dass es zumindest zu den einfachsten Regeln des menschlichen Anstandes zurückkehrt und keine Verbrecher feiert und sie so zu weiteren Verbrechen ermuntert.Wer es bisher nicht erkannt hat, sollte spätestens an diesem Vorfall merken, dass der Spiegel keinen Journalismus betreibt, sondern pure Propaganda für seine Weltanschauung. Dazu ist der Spiegel sich nicht einmal zu schade, Verbrechen und Verbrecher in ein positives Licht zu setzen, wenn es gegen diejenigen geht, die die Frechheit besitzen, eine andere Meinung zu vertreten als die Redaktion des Spiegel.So sieht das Verständnis von Meinungsfreiheit in der Spiegel-Redaktion aus.In meinem neuen Buch „Abhängig beschäftigt – Wie Deutschlands führende Politiker im Interesse der wirklich Mächtigen handeln“ habe ich mich sehr intensiv mit weiteren Themen rund um die komplexen Zusammenhänge der gesteuertern Politik im Westen und deren brisanten Verstrickungen mit einer ganzen Reihe von Organisationen beschäftigt und dabei einiges zu Tage gefördert.Das Buch ist aktuell in diesem Monat erschienen und ausschließlich hier direkt über den J.K. Fischer Verlag bestellbar.