Meisterstück der Propaganda: Wie der „Tagesschau-Faktenfinder“ über 9/11 berichtet

Faktenchecks sind groß in Mode und Redaktionen wie die der Tagesschau halten sich sogar eigene „Faktenfinder“. Ein besonders sehenswertes Exemplar darf bei der Tagesschau Dienst tun. von Anti-Spiegel 20. September 2021 00:31 Uhr

Dass Mainstream-Medien wie der Tagesschau die offenen Fragen zu 9/11 ansprechen würden, hat zum Jubiläum der Terroranschläge vor einer Woche niemand erwartet. Was der selbst ernannte Faktenfinder der Tagesschau bei der Gelegenheit abgeliefert hat, war jedoch sehr bemerkenswert, denn der Artikel macht selbst beim aufmerksamen Lesen den Eindruck, er wäre so schlecht, dass sogar die Sesamstraße Bildungsprogramm für Fortgeschrittene ist.

Erst beim Schreiben dieses Artikels habe ich bemerkt, wie geschickt der Artikel in Wahrheit aufgebaut ist. Daher habe ich meinen Artikel auch so aufgebaut, wie ich es erlebt habe: Zuerst denkt man, der Artikel des Faktenfinders wäre einfach nur grottenschlecht. Erst bei einer Analyse, die man wohl nur macht, während man darüber schreibt, fällt einem auf, wie geschickt der Faktenfinder seinen Artikel auf sein Zielpublikum zugeschnitten hat.

Mit einem, das kann man vorwegnehmen, hat der Artikel des Faktenfinders der ARD jedoch nichts zu tun: Mit Fakten. Aber dazu kommen wir gleich.

Für alle, die sich für die wichtigsten offenen Fragen zu 9/11 interessieren, habe ich die hier zusammengestellt. Ich werde das jetzt nicht alles wiederholen, sondern nur auf das eingehen, was der selbsternannte Faktenfinder des ARD geschrieben hat. Dass man auch anders über 9/11 berichten kann, zeigt das russische Fernsehen immer wieder, wie dieser und dieser russische Berichte zeigen.

Fakten beim Faktenfinder?

Der Artikel des Faktenfinders der Tagesschau mit der Überschrift „9/11-Verschwörungslegenden – Sprengung? Aliens? Geheimdienste?“ beginnt mit einer Einleitung und sage und schreibe sechs Absätzen, die in der Sache keinerlei Informationen enthalten, sondern den Leser emotional nur darauf einstimmen sollen, das bald Thesen von Verschwörungstheoretikern kommen, die ziemlich plem-plem sein müssen. Im siebten Absatz kann man dann lesen:

„Schon beim Angriff der Japaner auf Pearl Harbour im Zweiten Weltkrieg gab es Gerüchte, die US-Regierung habe den Angriff absichtlich geschehen lassen, um sich den Rückhalt der Bevölkerung für einen Kriegseintritt zu sichern.“

Da muss man dem Faktenfinder leider sagen, dass er von Fakten keine Ahnung hat, oder sogar bewusst lügt. Es ist längst unbestritten, dass US-Präsident Roosevelt genau das getan hat. Ich will darauf hier nicht im Detail eingehen, aber das ist ganz und gar keine Verschwörungstheorie, sondern eine historische Wahrheit, über sogar das ZDF schon vor 30 Jahren berichtet hat, als die Akten frei gegeben wurden. Die Reportage des ZDF von 1991 über das Thema empfehle ich jedem geschichtlich Interessierten.

Pearl Harbor- Köder zum Krieg ZDF, 22.11.1991

Der Faktenfinder der Tagesschau hat in seinem Artikel also schon bei den ersten Fakten, die er nennt, komplett versagt. Nach diesem siebten Absatz folgen in dem Artikel des Faktenfinders drei weitere Absätze, die keinerlei Informationen enthalten. Anstatt sich endlich mal mit 9/11, also dem angeblichen Thema seines Artikels, zu befassen, geht es in den drei folgenden Absätzen um Verschwörungstheorien und um Menschen, die dazu forschen. Dabei wären Menschen, die zu 9/11 forschen, doch viel interessanter.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: In dem Artikel, in dem es angeblich um Verschwörungstheorien zu 9/11 geht, wurde in der Einleitung und in den ersten zehn Absätzen nicht auf eine einzige von ihnen eingegangen. Lediglich, dazu kommen wir gleich, wurden einige kurz erwähnt, jedoch ohne ihre Gründe zu erklären oder sie mit Argumenten zu widerlegen.

Bei einem selbsternannten „Faktenfinder“ sollte man doch erwarten, dass er die angeblichen Verschwörungstheorien anhand von Fakten widerlegt. Aber er geht auf keine einzige der Theorien ein und das einzig greifbare, was in den zehn Absätzen zu lesen war, betraf Pearl Habour und war auch noch unwahr.

Das nenne ich mal einen Faktenfinder.

Die laut Faktenfinder offenen Fragen

Erst dann kommt in dem Artikel die Teilüberschrift „Es gibt noch offene Fragen“ und der interessierte Leser hofft nun endlich mehr über die Verschwörungstheorien zu erfahren und auch darüber, warum die natürlich alle unwahr sind. Aber wieder Fehlanzeige, denn der folgende Absatz dreht sich wieder um pseudo-psychologische Fragen über Verschwörungstheoretiker. Erst im letzten Absatz des Artikels kann man lesen:

„Aber auch wenn die großen Verschwörungslegenden jeder Grundlage entbehren, bleiben doch auch 20 Jahre nach dem 11. September 2001 viele Fragen offen, sagt Autor Graff: „Es gibt da in der Tat eine Menge ungeklärte Dinge. Aber die haben nichts mit Verschwörungstheorien zu tun. Da geht es um Fragen wie: Wer wusste wann was? Warum sind bestimmte Dinge gemacht worden nach den Anschlägen? Was hätte man vielleicht anders machen können? Da sind noch viele Fragen offen. Und vielleicht werden wir auch nie die Antworten darauf erfahren.“

“Die „großen Verschwörungslegenden“ entbehren also jeder Grundlage. Das mag ja sein, nur ist der Faktenfinder in seinem Artikel weder auf die angeblichen „Verschwörungslegenden“ eingegangen, der unbedarfte Leser kennt sie also gar nicht, noch hat er aufgezeigt, warum sie denn „jeder Grundlage entbehren„. Das soll der Leser blind glauben, nur was hat das mit Fakten zu tun, die man von einem Faktenfinder doch erwartet?

Und was der Faktenfinder über die seiner Meinung nach noch offenen Fragen zitiert, ist auch sinnfrei, wenn man es dem Leser nicht erklärt. Es gibt darin aber auch nicht eine konkrete Information, die man greifen kann.

Keine Fakten beim Faktenfinder

Wie gesagt erscheint der Artikel ziemlich wirr. Er nennt zwar an verschiedenen Stellen einige Verschwörungstheorien zu 9/11, aber er geht auf keine einzige ein. Als Faktenfinder sollte er das aber doch tun und seinen Lesern zeigen, warum diese oder jene Theorie in seinen Augen (oder seinen angeblichen Fakten zufolge) Unsinn ist.

Stattdessen formuliert er bewusst wirr, um seinen Lesern zu suggerieren, dass all diese Theorien nur wirres Zeug sind, das irgendwelche Spinner verbreiten. Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Wenn das so ist, dann sollte es doch sehr einfach sein, die Theorien kurz und knapp zu widerlegen, anstatt so einen sinn- und informationsfreien Artikel zu produzieren, wie es der Faktenfinder getan hat.

Aber der Artikel war gar nicht sinnfrei, wie sich bei genauen hinsehen zeigt. Also übernehme ich hier mal den Job des Faktenfinders und schaue mir mit Ihnen zusammen an, welche Verschwörungstheorien der Faktenfinder zumindest erwähnt hat, ohne auch nur eine davon zu widerlegen.

Und wenn man sich diese Mühe macht, dann stellt man fest, wie professionell der Artikel in Wahrheit ist. Er ist ein Meisterstück in der Beeinflussung der Leser, denn man muss wissen, dass der durchschnittliche Tagesschau-Konsument von den offen Fragen zu 9/11 nichts weiß. Und auf diese uninformierten Leser wirkt der Artikel perfekt. Das schauen wir uns nun an.

So geschickt ist der Faktenfinder: Inside Job?

Der Faktenfinder lässt einen Historiker im zweiten Absatz unter anderem sagen:

„Die Haupttheorie ist bis heute, dass 9/11 in irgendeiner Form ein ‚Inside Job‘ war. Dass die US-Regierung von den Anschlägen im Vorfeld gewusst und sie nicht verhindert hat- oder sogar aktiv in die Anschläge verwickelt war“

Schon das ist geschickt gemacht, denn der Faktenfinder beginnt seinen Artikel damit. Aber der Verdacht, dass die US-Regierung vorher von den Anschlägen wusste, ist das Ergebnis aller offenen Fragen. Wer diese These widerlegen will, der muss sich zunächst alle offenen Fragen anschauen und sie beantworten. Im Ergebnis wäre dann automatisch die These des Inside Jobs vom Tisch.

Da der Faktenfinder seinen Artikel aber mit dem Ergebnis anfängt, anstatt vorher die Gründe dafür zu nennen, erzielt der Artikel auf das Zielpublikum die gewollte Wirkung: Schon nach dem zweiten Absatz, aus dem dieses Zitat stammt, hat der Leser den Eindruck, das müsse kompletter Unsinn sein.

So geschickt ist der Faktenfinder: Flugzeuge und Sprengungen?

Im zweiten Absatz darf der zitierte Historiker fortfahren und von den Fragen berichten, die ihm Leute bei Lesereisen stellen:

„Da ist alles dabei: Angefangen von der Idee, dass kein Flugzeug aufs Pentagon gestürzt ist – bis zur Theorie, dass das World Trade Center eigentlich gar nicht angegriffen, sondern kontrolliert von innen gesprengt wurde“

Die Einleitung „Da ist alles dabei“ ist geschickt platziert, denn auch sie lenkt davon ab, dass das interessante Fragen sein könnten. Dem Leser wird durch die Formulierung suggeriert: Alles Unsinn!

Und wieder gibt es keine Details zu den genannten Theorien. Dabei sind die interessant, weshalb wir sie uns kurz anschauen.

Dass das World Trade nicht angegriffen, sondern kontrolliert gesprengt wurde, behauptet kein ernstzunehmender Kritiker der offiziellen Version. Vielmehr geht es bei der Frage der kontrollierten Sprengung in erster Linie nicht um die beiden berühmten Türme, sondern um das dritte eingestürzte Gebäude (ja, in New York sind drei und nicht zwei Türme eingestürzt). Das war das das World Trade Center 7 (WTC7), ein 150 Meter hoher Wolkenkratzer, in den kein Flugzeug eingeschlagen ist, der aber auch im freien Fall und komplett symmetrisch eingestürzt ist, wie bei einer kontrollierten Sprengung.

Der Grund für den Einsturz war dem offiziellen Bericht der US-Regierung zufolge, dass es in dem Gebäude gebrannt hat, was zum Einsturz geführt hat. Ich will darauf hier nicht näher eingehen, Sie können hier die Details finden. Ich denke, es reicht, wenn wir uns dieses Foto anschauen, das der Faktenfinder natürlich nicht zeigt, denn nur eines der gezeigten Gebäude ist eingestürzt.Bleibt noch hinzuzufügen, dass die Universität von Alaska den Einsturz von WTC7 untersucht hat und in ihrem Gutachten zu der Ergebnis kommt, dass das Gebäude kontrolliert gesprengt wurde. Eine andere Möglichkeit sehen die Experten der Universität nicht. Bestätigt wird das durch die Tatsache, dass weder vor noch nach 9/11 jemals ein Stahlbeton-Hochhaus wegen Feuer eingestürzt ist. Und wie das Foto zeigt, haben andere Gebäude weit stärker gebrannt als WTC7.

Und auch das mit dem Pentagon ist so eine Sache, denn ob da ein Flugzeug eingeschlagen ist, ist zumindest fraglich. Das hat vier Gründe: Erstens hat in Washington, im Gegensatz zu New York, niemand ein Flugzeug gesehen oder gar gefilmt, zweitens ist die offizielle Flugbahn mit einer großen Boeing nicht zu fliegen, denn sie soll mit großer Geschwindigkeit im Tiefflug in etwa zehn Metern Höhe geflogen sein, wofür diese Flugzeuge nun wirklich nicht gebaut sind und was fliegerisch selbst für die besten Profis kaum zu leisten ist. Drittens war das Einschlagloch im Pentagon rund, die Mauern neben dem runden Loch haben jedoch keinerlei Spuren der Flügel oder der schweren Triebwerksgondeln gezeigt und viertens sind auf den Bildern nirgendwo Flugzeugtrümmer zu sehen, das Flugzeug inklusive Passiere und Fracht ist nicht da.

Wenn es dem Faktenfinder um Fakten ginge, müsste er über diese offenen Fragen berichten und dann aufzeigen, wie sich das erklären lässt. Die Tatsache, dass er all diese Dinge kurz erwähnt, es dabei aber wie wirres Zeug von Spinnern erscheinen lässt, zeigt unmissverständlich: Um Fakten geht es ihm nicht.

So geschickt ist der Faktenfinder: Spekulationen am Finanzmarkt?

Nach diesen beiden Aussagen im zweiten und dritten Absatz des Artikels fabuliert der Faktenfinder ellenlang über Verschwörungstheorien, anstatt über 9/11 zu schreiben. Erst im achten Absatz geht es mal wieder um Verschwörungstheorien zu 9/11:

„Und so glaubt auch 20 Jahre danach laut Umfragen fast jeder dritte US-Amerikaner daran, dass am 11. September 2001 etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann. Die Legenden reichen von einem Raketenbeschuss der Türme über lukrative Spekulationen am Finanzmarkt bis zu einer Verschwörung des israelischen Geheimdienstes Mossad.“

Wer sich ernsthaft mit 9/11 beschäftigt, kann die Flugzeuge in New York nur schwer bestreiten, denn sie wurden gesehen und gefilmt. Bei all den vielen privaten Videos, die an dem Tag gemacht wurden, wäre es unmöglich gewesen, geheim zu halten, wenn da etwas anderes in die Türme geflogen wäre und die Flugzeuge nur in die Filme montierte Spezialeffekte gewesen wären. Anders liegt die Sache wie gesagt im Pentagon, wo es auch kein einziges Bild des Flugzeuges gibt.

Auch das mit dem Mossad lasse ich hier mal aus, denn ob und welche Geheimdienste in 9/11 verwickelt waren, ist bisher spekulativ. Naja fast, denn vom saudischen Geheimdienst weiß man es inzwischen ziemlich sicher, wie das kürzlich von der US-Regierung veröffentlichte FBI-Memo bestätigt hat. Das jedoch erfährt man in den Mainstream-Medien und erst recht beim Faktenfinder nicht, daher habe ich darüber geschrieben und das FBI-Memo auch verlinkt, damit jeder überprüfen kann, was ich darüber geschrieben habe. Den Artikel finden Sie hier.

Dass der Faktenfinder den saudischen Geheimdienst nicht erwähnt, sondern den Mossad, ist übrigens auch psychologisch geschickt gemacht. Der „gut informierte“ Tagesschau Konsument weiß schließlich, dass die bösen Verschwörungstheoretiker an allem und jedem den Juden und ihrem Geheimdienst Mossad die Schuld geben. In dem Artikel des Faktenfinders ist wirklich alles sehr gut durchdacht und auf das Zielpublikum abgestimmt, sogar solche Kleinigkeiten.

Das mit den lukrativen Spekulationen am Finanzmarkt ist allerdings die Wahrheit. Unmittelbar vor 9/11 haben bis heute unbekannte Investoren ungewöhnlich große Summen auf fallende Kurse ausgerechnet der Airlines gewettet, die von 9/11 betroffen waren und deren Kurse danach tatsächlich abgestürzt sind. Sie haben sich an 9/11 eine goldene Nase verdient. Darüber haben Medien seinerzeit berichtet.

Die US-Regierung fand das jedoch unwichtig und hat sich geweigert zu untersuchen, wer da – möglicherweise mit Insiderwissen – an 9/11 sehr viel Geld verdient hat. Aber das muss ein Leser des Faktenfinders der Tagesschau ja nicht wissen.

Fazit

Dieser Artikel des Faktenfinders der Tagesschau macht auf den ersten Blick den Eindruck, er sei einfach nur schlecht gemacht. Aus propagandistischer Sicht ist er jedoch ein Meisterwerk, denn er lenkt vom Thema ab und beim Zielpublikum der Tagesschau-Konsumenten erzielt er die gewünschte Wirkung.

Allerdings zeigt der Artikel dadurch auch, wie der Faktenfinder arbeitet. Er hat nichts mit Fakten am Hut, sondern es geht ihm ausschließlich um das Transpostieren der gewollten Narrative, ohne die Leser allzu sehr mit Informationen zu behelligen.

Das ist ein Meisterstück für das Propaganda-Handbuch.

Quelle


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