Wie in Russland über die Eskalation zwischen dem Kosovo und Serbien berichtet wird

An der Grenze zwischen dem Kosovo und Serbien sind Truppen aufmarschiert, nachdem der Kosovo der serbischen Minderheit verboten hat, serbische Nummernschilder an den Autos zu nutzen. Wie das russische Fernsehen über die Eskalation berichtet.

Kosovo von Anti-Spiegel 28. September 2021 01:25 Uhr Die für die Region im Norden des Kosovo verantwortlichen Nato-Truppen sehen tatenlos zu, wie kosovarische Polizei in die von Serben bewohnte Region im Norden des Kosovo einrückt, obwohl das nach den geltenden Vereinbarungen verboten ist. Serbien hat seine Armee an die Grenze gebracht und der Nato ultimativ gedroht, in das Gebiet einzurücken, wenn die Nato-Friedenstruppen ihr Mandat weiterhin nicht erfüllen und für nicht den Abzug der kosovarischen Einheiten sorgen.Um aufzuzeigen, wie in Russland darüber berichtet wird, habe ich einen Beitrag der russischen Abendnachrichten vom Montag über die Situation auf dem Balkan übersetzt. Beginn der Übersetzung:Belgrad und Pristina werden bereits am 29. September in Brüssel über Deeskalation sprechen, aber heute hängt nach Angaben der EU viel vom Besuch der EU-Kommissionschefin auf dem Balkan ab: Der serbische Präsident, der gegenüber der NATO bereits zu Ultimaten übergegangen ist, wird Ursula von der Leyen in Belgrad als erster treffen. Vucic hat der Allianz 24 Stunden Zeit gegeben, um zu reagieren. Und nach der Tatsache zu urteilen, dass sich vor wenigen Stunden US-amerikanische, polnische und kanadische Truppen den Kosovo-Spezialkräften an der serbischen Grenze angeschlossen haben, hat die NATO die Bedrohung erkannt. Serbische Kampfpanzer stehen bereits zwei Kilometer von der Grenze zum Kosovo entfernt und sind bereit, die Grenze jeden Moment zu überschreiten.Die Spannungen an der Grenze haben ihren Höhepunkt erreicht, Belgrad hat seine Truppen in höchste Alarmbereitschaft versetzt und Panzer und Kampfeinheiten verlegt. Hubschrauber und Kampfjets patrouillieren im Konfliktgebiet.Einheimische blockieren Straßen in der Nähe von Kontrollpunkten mit Lastwagen, errichten Zeltlager und machen Lagerfeuer. Pristina entsandte Bereitschaftspolizisten und setzte Tränengas ein, um die Demonstranten zu bändigen. Drei Serben wurden von kosovarischen Sicherheitskräften am Kontrollpunkt Brnjak zusammengeschlagen und befinden sich nun im Krankenhaus.Ein Streit um Nummernschilder war der Auslöser für eine neue Runde in dem seit langem schwelenden Konflikt. Pristina verlangte, dass jeder, der in den Norden des Kosovo einreist, die serbischen Nummernschilder abnimmt und stattdessen zeitweilige kosovarische Schilder kauft. Man muss wissen, dass genau dieselbe Regel seit langem von Belgrad praktiziert wird. Diese scheinbare Vergeltungsmaßnahme der kosovarischen Regierung wurde jedoch als persönliche Beleidigung der serbischen Bevölkerung empfunden, die hauptsächlich im Norden des Kosovo lebt. Ihre serbischen Nummernschilder werden nun beschlagnahmt.„Es ist wichtig, so schnell wie möglich eine Lösung zu finden und die getroffenen Maßnahmen aufzuheben, denn die Menschen sind entschlossen, ihr Recht auf Freizügigkeit zu verteidigen“, sagte Goran Rakic von der Partei Serbische Liste.Für viele dort lebende ethnische Serben ist der Streit eher ein symbolischer Streit, der auf diplomatischem Wege hätte beigelegt werden sollen. Doch die von Pristina in das Konfliktgebiet entsandten Ordnungshüter haben die Karten neu gemischt. Gemäß der geltenden Vereinbarungen dürfen sie gar nicht dort sein.Die umstrittenen Gebiete in Nordkosovo sind seit 1999 eine ausschließliche Zuständigkeitszone der NATO-Friedenstruppen, die in der ganzen Woche, in der der Konflikt schwelte, nicht eingegriffen haben. Präsident Aleksandar Vucic erklärte, dass „Nordkosovo und Metohija unter dem dröhnenden Schweigen der Weltgemeinschaft besetzt sind“.„Serbien hat nur seine Bereitschaft erhöht, nicht aber die Armee und die Polizei geschickt. Serbien ist nicht in den Kosovo eingedrungen, weil wir das Kumanow-Abkommen respektieren, wir haben kein Recht dazu. Für uns ist der Frieden das Wichtigste“, betonte Vucic. „Serbien ist nicht in das Gebiet von Kosovo und Metohija eingedrungen. Erst wenn es zu Pogromen an unserer Bevölkerung kommt, werden wir reagieren. Ich habe der NATO das gesagt, und ich bin sicher, dass sie mich verstanden haben“.Am 27. September empfing Präsident Aleksander Vucic die Botschafter der USA, des Vereinigten Königreichs, Frankreichs, Italiens und Deutschlands sowie den Leiter der ständigen Delegation der EU, die energisch Maßnahmen zur Deeskalation forderten und als Antwort hörten, dass Serbien eine Demütigung seiner Landsleute nicht zulassen werde.Der russische Botschafter besuchte zusammen mit Verteidigungsminister Nebojsa Stefanovic die Stellungen der serbischen Armee in der Nähe von Kosovo und Metohija. Die diplomatische Mission kam zu dem Schluss, dass die serbische Regierung keine übermäßigen Maßnahmen ergreifen und nicht gegen die internationalen Abkommen verstößt.„Es gab einen ausführlichen Meinungsaustausch mit den serbischen Partnern über die Situation im Norden der serbischen Provinz, die durch die provokativen Schritte Pristinas entstanden ist“, erklärte der russische Botschafter Alexander Botsan-Kharchenko. „Die serbische Seite verhält sich äußerst verantwortungsbewusst und zurückhaltend und setzt das vom Nationalen Sicherheitsrat des Landes unter Vorsitz von Präsident Vucic verabschiedete Maßnahmenpaket konsequent um.“Nach diesen Bildern zu urteilen treffen weiterhin Infanterie und gepanzerte Fahrzeuge an der Grenze zum selbsternannten Kosovo ein. Panzer werden auf Traktoren transportiert, Soldaten treffen in Lastwagen ein und jugoslawische J-22-Kampfbomber der serbischen Luftwaffe wurden am Himmel gesichtet.„Leider wird seit sieben Tagen gegen die Brüsseler Vereinbarung, die Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates und die Vereinbarung mit den KFOR-Friedenstruppen verstoßen, wonach sich die kosovarische Polizei nicht im Norden von Kosovo und in Metohija aufhalten sollte. Insbesondere dürfen sie keine Handlungen begehen, die nicht nur die Stabilität der Republik Serbien, sondern auch die Stabilität der gesamten Region bedrohen“, betonte der serbische Verteidigungsminister Nebojsa Stefanovic.NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg rief in einem Telefongespräch mit dem serbischen Präsidenten zu Zurückhaltung und Verhandlungen auf. Vucic sagte, dass die serbische Armee innerhalb von 24 Stunden eingreifen werde, wenn die Friedenstruppen nicht handeln würden.Ende der Übersetzung

In meinem neuen Buch „Abhängig beschäftigt – Wie Deutschlands führende Politiker im Interesse der wirklich Mächtigen handeln“ habe ich mich sehr intensiv mit weiteren Themen rund um die komplexen Zusammenhänge der gesteuertern Politik im Westen und deren brisanten Verstrickungen mit einer ganzen Reihe von Organisationen beschäftigt und dabei einiges zu Tage gefördert.Das Buch ist aktuell in diesem Monat erschienen und ausschließlich hier direkt über den J.K. Fischer Verlag bestellbar.

Quelle

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: