Die Sperrung von RT auf YouTube und was der Spiegel unter Journalismus versteht

Zensur

YouTube hat die deutschen Kanäle von RT-DE gesperrt, was im Spiegel natürlich zu einem schadenfrohen Artikel geführt hat. Dabei berief sich der Spiegel auf selbsternannte Faktenchecker, nahm es aber leider dabei selbst mit den Fakten nicht allzu genau.

von Anti-Spiegel 29. September 2021 18:19 Uhr

Der Spiegel hat unter der Überschrift „Nach Löschung von RT Deutsch-Kanal – Russland droht mit Sperrung von YouTube“ über die Löschung der Kanäle von RT-DE durch YouTube und auch über die ersten Reaktionen aus Russland berichtet. Leider erfahren Spiegel-Leser mal wieder nicht alles zu dem Thema. Außerdem zeigt der Spiegel, was er unter Journalismus versteht – und das ist ernüchternd.

Wie RT-DE in Deutschland bei der Arbeit behindert wird

RT-DE wird in Deutschland schon länger massiv bei der Arbeit behindert. Damit sind nicht einmal die koordinierten Medienkampagnen gegen den russischen Staatsender gemeint, sondern zum Beispiel die Tatsache, dass die Commerzbank RT-DE die Konten gekündigt hat und dass viele andere Banken es danach abgelehnt haben, RT-DE Konten zu eröffnen. Die Bundesregierung behauptet, damit nichts zu tun zu haben, was angesichts der Tatsache, dass der Bund mit einem Anteil von über 15 Prozent der größte Einzelaktionär der Bank ist, mehr als unglaubwürdig ist.

Hinzu kommt die Behinderung von RT-DE, als der Sender eine Sendelizenz für das deutschsprachige Kabelnetz beantragt hat. Dieser Antrag wurde zwar durch Luxemburg abgelehnt, aber hinter den Kulissen soll es Druck aus Berlin gegeben haben, keine Sendelizenz zu erteilen.

Das muss man wissen, wenn man verstehen will, warum man in Russland die Bundesregierung hinter der Maßnahme von YouTube gegen RT-DE vermutet. Das Beispiel mit der Kündigung der Konten von RT-DE durch die Commerzbank zeigt, dass die Bundesregierung nicht unschuldig an dem Druck auf RT-DE ist, denn selbst wenn die Bank die Entscheidung ohne Druck „von oben“ oder Wissen der Regierung getroffen haben sollte, hätte die Bundesregierung die Entscheidung problemlos rückgängig machen können, zumal RT-DE ein guter, weil zahlungsfähiger, Kunde ist.

Spiegel-Leser wissen weniger

Spiegel-Leser wissen all das aber nicht, weshalb die russische Reaktion, über die Spiegel durchaus korrekt berichtet, vollkommen unverschämt klingen muss. Der Spiegel schreibt:

„Die Chefredakteurin von RT mit Sitz in Moskau, Margarita Simonjan, kritisierte über Twitter den Schritt von YouTube scharf und sprach von einem »Medienkrieg«. Das russische Außenministerium sprach von einem »beispiellosen Akt der Medienaggression« und vermutete eine Unterstützung vonseiten deutscher Behörden. Eine Vergeltungsmaßnahme gegen deutsche Medien in Russland erscheine vor diesem Hintergrund »nicht nur angemessen, sondern auch notwendig«, hieß es in einer Erklärung des Ministeriums.“

Der Spiegel-Leser muss sich fragen, was deutsche Medien dafür können, dass YouTube RT-DE gesperrt hat, denn dass RT-DE in Deutschland von der Bundesregierung massiv behindert wird, weiß der Spiegel-Leser ja nicht. Außerdem war das Zitat des Spiegel auch verkürzt, denn in Russland wurde von Maßnahmen gegen staatliche deutsche Medien gesprochen.

In Russland wurde gefordert, die Büros von ARD, ZDF und Deutscher Welle zu schließen. Von deutschen Medien allgemein war nicht die Rede, nur von staatlichen deutschen Medien. Russland reagiert auf alle Sanktionen und Angriffe des Westens immer gespiegelt. Wenn also Deutschland russische Staatsmedien behindert, dann müssen deutsche Staatsmedien in Russland irgendwann auch mit Problemen rechnen.

Dass Russland dabei viel Geduld zeigt, hat der Fall der BBC-Journalistin gezeigt, der vor kurzem Schlagzeilen gemacht hat. Russland hat einer BBC-Journalistin die Verlängerung des Visums abgelehnt, was in westlichen Medien wie dem Spiegel als Einschränkung der Pressefreiheit dargestellt wurde. Dass Großbritannien vorher einem russischen Korrespondenten fast zwei Jahre lang das Visum verweigert hat und dass Russland mit seiner Reaktion so lange gewartet hat, wurde den Spiegel-Lesern natürlich verschwiegen.

Die Bundesregierung wäscht ihre Hände in Unschuld

Weiter berichtet der Spiegel:

„Die Bundesregierung hat die Vorwürfe einer Mitverantwortung für die Sperrung zurückgewiesen. Es handele sich um eine Entscheidung von YouTube, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch.
Die Bundesregierung habe damit nichts zu tun. Wer anderes behaupte, bastele sich »eine Verschwörungstheorie« zurecht. Seibert betonte, für die Bundesregierung sei die Pressefreiheit ein hohes Gut. Aus Sicht der Bundesregierung gebe es »keinen Anlass« zu »Gegenschlägen«. Wer darüber spreche, zeige kein gutes Verhältnis zur Pressefreiheit“

Wenn die Pressefreiheit für die Bundesregierung so ein hohes Gut ist, warum hat sie RT-DE dann nicht geholfen, das Problem mit den Bankkonten bei der Commerzbank zu lösen?

Da die Aussagen und Handlungen der Bundesregierung so offensichtlich widersprüchlich sind, kann man – aus meiner Sicht – niemandem verübeln, die Bundesregierung auch hinter dem Vorgehen von YouTube gegen RT-DE zu sehen. Zumal das Timing verdächtig ist, denn erst wurde RT unmittelbar vor der Bundestagswahl das Hochladen von Videos auf seinem Hauptkanal verboten und dann wurde RT nur wenige Tage nach der Bundestagswahl komplett gesperrt.

Und gerade Herr Seibert selbst dürfte die Sperrung von RT-DE besonders gefreut haben, schließlich war es RT-DE, das Seiberts unbeholfenen Antworten und sein Stammeln bei unangenehmen Fragen der ganzen Republik gezeigt hat.

Hat RT Falschinformationen über Corona verbreitet?

YouTube begründet die Sperre von RT-DE damit, RT habe Falschinformationen über Covid-19 verbreitet. Den Ball hat auch der Spiegel aufgenommen, denn am offiziellen Corona-Narrativ zu zweifeln, ist für den Spiegel und seine Leser bekanntlich eine Todsünde. Der Spiegel schreibt als angeblichen Beleg für die Behauptung (Link wie im Originalartikel):

„Nur einen Tag vor der Verwarnung veröffentlichte RT einen Podcast, in dessen Überschrift ein angeblicher Experte folgendermaßen zitiert wurde: »Pfizer-Impfstoff tötet mehr Menschen, als er rettet.« Die Aussage des Mannes, der sich selbst als Tech-Unternehmer bezeichnet, war da jedoch bereits durch unabhängige Faktenchecker widerlegt worden.“

Es ist bezeichnend, dass für den Spiegel (und anscheinend auch für seine Leser) die Wahrheit ausschließlich von selbsternannten Faktencheckern kommt und dass man denen offensichtlich genauso wenig widersprechen darf, wie man der Kirche im Mittelalter nicht widersprechen durfte. Aber selbst wenn der Faktenchecker recht hätte, führt der Spiegel seine Leser mit seinen Formulierungen in die Irre. Der Spiegel erweckt den Eindruck, RT-DE habe sich die Aussage zu eigen gemacht und sie einfach nur zitiert.

Was der Spiegel unter Journalismus versteht

Nun ist es gute Journalistenpflicht, korrekt zu zitieren und das hat RT-DE in dem Fall getan. Mehr noch: In dem RT-Artikel, auf den der Spiegel sich bezieht, hat RT den Experten ausführlich zitiert, aber auch diejenigen zitiert, die anderer Meinung waren. Den RT- Artikel finden Sie hier.

RT hat also ausgesprochen sauber und nach den besten journalistischen Standards gearbeitet, als es über eine Sitzung eines Expertengremiums der US-Arzneimittelbehörde FDA berichtet hat. Dabei wurden alle in dem Gremium geäußerten Meinungen zitiert und auch der Beschluss des Gremiums genannt.

Eine solche journalistische Arbeit, seinen Lesern alle Meinungen und das ganze Bild zu präsentieren, scheint man in der Spiegel-Redaktion nicht zu kennen, denn dort ist man längst zur reinen Verbreitung von einseitiger Propaganda übergegangen, weshalb Spiegel-Leser sehr vieles einfach gar nicht wissen.

Wenn jemand korrekte journalistische Arbeit macht und seine Leser umfassend informiert, ist das für den Spiegel hingegen ein Grund zur Zensur, weshalb der Spiegel mit dem Vorgehen von YouTube vollkommen einverstanden ist.


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Quelle

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