Wie sich die amerikanische Firma academi und die russische Firma Wagner unterscheiden

Private Militärunternehmen

Derzeit lesen wir in den Medien Schlagzeilen über „russische Söldner“ der Sicherheitsfirma Wagner, die in Mali aktiv werden sollen. Aber worin unterscheiden sich private Militärunternehmen aus Russland und den USA? von Anti-Spiegel 29. September 2021 11:00 Uhr Die Skandale der US-Militärfirma Blackwater haben vor allem zu Zeiten des Irakkrieges Schlagzeilen gemacht, in dem das Unternehmen für das Pentagon im Irak aktiv war und dabei die Aufträge erledigt hat, die selbst den offiziellen Vertretern der USA zu heikel waren, als dass man sie regulären US-Soldaten oder Geheimdienstmitarbeitern übergeben wollte. Blackwater wurde nach den Skandalen sogar umbenannt und während die meisten sich noch an Blackwater und seine Skandale erinnern, weiß kaum jemand, wer oder was academi ist. Dabei ist das Blackwater, die Firma hat sich einfach einen neuen Namen gegeben.Die westlichen Medien berichten immer wieder über „russische Söldner“, eine Formulierung, die sie nie für Blackwater-Mitarbeiter benutzen würden, oder haben Sie bei Spiegel und Co. im Zusammenhang mit Blackwater etwas von „amerikanischen Söldnern“ gelesen? Mit Hilfe dieser Formulierungen sollen die Leser sofort verstehen, wer gut und wer böse ist. Die wertenden Formulierungen sind eine bewährte Form der Propaganda.Wenn es um das russische Unternehmen Wagner geht, das in den Medien als Synonym für „russische Söldner“ gilt, dann klingen die Medienberichte im Westen immer sehr düster. Aber achten Sie mal darauf: Es gibt in Wahrheit keinen nennenswerten (und bewiesenen) Skandal über Wagner, den die Medien nennen könnten, ganz im Gegensatz zu den Skandalen der amerikanischen Kollegen von Blackwater.Derzeit geistern wieder Horrormeldungen über „russische Söldner“ durch die Schlagzeilen, weil Mali sich mit der Bitte um Unterstützung an ein russisches Militärunternehmen gewandt hat. Darüber habe ich vor einigen Tagen berichtet, den Artikel finden Sie hier. Natürlich ist für uns alle schwer, wirklich zu wissen, was in Ländern zum Beispiel in Afrika vor sich geht, in denen Bürgerkriege herrschen. Aber da die Horrormeldungen der westlichen Medien über „russische Söldner“ allgemein bekannt sind, will ich hier einmal die andere Seite zu Wort kommen lassen und übersetze, was man in russischen Medien zu dem Thema erfährt. Dazu habe ich einen Bericht des russischen Fernsehens über ein Interview übersetzt, das der russische Kriegsreporter Evgeny Poddubny in einer russischen Radiosendung zu dem Thema gegeben hat. Beginn der Übersetzung:Der Kriegsreporter des russischen Fernsehens Evgeny Poddubny erklärt, wie sich russische private Militärfirmen von ihren westlichen Kollegen unterscheiden.Russische private Militärunternehmen, von denen eines mit der malischen Regierung zusammenarbeiten wird, sollten besser als Unternehmen bezeichnet werden, die integrierte Sicherheitssysteme exportieren. Das berichtete der Kriegsreporter des russischen Fernsehens in der Sendung „Full Contact“ des Radiosenders „Vesti FM“.Russische Unternehmen, die solche Dienstleistungen anbieten, unterscheiden sich in ihrer Herangehensweise an die Lösung von Problemen stark von ihren westlichen Kollegen.„Ein westliches privates Militärunternehmen ist ein Bajonett, das – mit Blick auf die nationalen Interessen ihres „Heimathafens“ – die Aufgaben derjenigen löst, die bezahlen. Wenn es sich um ein amerikanisches Militärunternehmen handelt, handelt es auf der Grundlage der außenpolitischen Interessen der USA“, erklärte Poddubny.Russische Unternehmen setzen nicht nur die militärische Komponente ein, sondern lösen auch Probleme, um die Lage in schwierigen Regionen zu stabilisieren. Es gibt bereits Beispiele für diese Arbeit in Afrika und „diese Beispiele dürften Malis Führung dazu veranlasst haben, sich an die Privaten zu wenden.“ Gleichzeitig gibt es noch keine Bestätigung, welches Unternehmen seine Mitarbeiter nach Mali entsenden wird, so Poddubny.Wenn man sich die Aktivitäten der westlichen private Militärunternehmen anschaut, haben sie bisher in keinem Land für Stabilität gesorgt, während die russischen Spezialisten in den Ländern, die sie angeworben haben, für mehr Stabilität sorgen, wie zum Beispiel in der Zentralafrikanischen Republik.Die Tatsache, dass führende Vertreter Russlands offen über die Aktivitäten russischer Unternehmen sprechen, zeigt, dass unsere Unternehmen im Ausland nichts „Verwerfliches“ tun, sondern vielmehr „andere Staaten vor Unruhen bewahren“. Neben dem militärischen Bereich sind die Experten auch in anderen – wirtschaftlichen und sozialen – Bereichen tätig und helfen unter anderem bei der Lösung von Problemen in den inter-ethnischen und inter-religiösen Beziehungen.„Das ist eine wichtige Arbeit im sozialen Bereich“, betonte Poddubny. „Es ist ein sehr umfassender Ansatz, der darauf abzielt, die Lage in einem Land zu stabilisieren, das sich entweder am Rande eines Bürgerkriegs befindet oder in einen Bürgerkrieg verwickelt ist.“Westliche Länder nutzen private Militärunternehmen als Instrument bei schmutzigen Spielen, bei denen es unmöglich ist, die eigenen Streitkräfte oder Geheimdienstmitarbeiter einzusetzen. Die Motivationen und Ziele der russischen und westlichen Unternehmen sind unterschiedlich.„Nach den Erfahrungen der letzten Jahre zu urteilen, ist es klar, dass die russischen Privaten in ein Land kommen, um Geld zu verdienen. Aber mit diesem Geld werden Mechanismen geschaffen, die dem Staat fehlen, um die Situation zu stabilisieren und die viele Faktoren beeinflussen: den Lebensstandard, das Sicherheitsniveau, das Niveau der Freiheiten“, sagte Poddubny. Veränderungen im Strafverfolgungssystem und im Bereich der Sicherheit „führen auf die eine oder andere Weise dazu, dass die Freiheiten in den Staaten zunehmen“, erklärte er.„Deshalb kann man russische private Militärfirmen nicht als Söldner bezeichnen, sondern es handelt sich um einen völlig neuen Industriezweig in diesem Segment, der besser mit dem Begriff „Unternehmen, die integrierte Sicherheitssysteme exportieren“ beschrieben wird“, fasste Poddubny zusammen.Zuvor war bekannt geworden, dass die Regierung des afrikanischen Staates Mali ein privates russisches Militärunternehmen um Hilfe gebeten hat. Außenminister Sergej Lawrow erklärte, dass dies aufgrund der Reduzierung des französischen Kontingents im Land geschehe, das die Regierung bei der Terrorismusbekämpfung unterstütze.Ende der ÜbersetzungIn meinem neuen Buch „Abhängig beschäftigt – Wie Deutschlands führende Politiker im Interesse der wirklich Mächtigen handeln“ habe ich mich sehr intensiv mit weiteren Themen rund um die komplexen Zusammenhänge der gesteuertern Politik im Westen und deren brisanten Verstrickungen mit einer ganzen Reihe von Organisationen beschäftigt und dabei einiges zu Tage gefördert.Das Buch ist aktuell in diesem Monat erschienen und ausschließlich hier direkt über den J.K. Fischer Verlag bestellbar.Teile diesen Beitrag Hier geht es zum neuen Buch

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