Die Fähigkeit zu sehen

Die Fähigkeit zu sehen ist einfach ein körperliches Phänomen. Für die Augen macht es keinen Unterschied, ob sie auf einen schneebedeckten Berg oder auf eine Mülltonne gerichtet sind. Sie bringen die Wahrnehmung auf die exakt gleiche Weise hervor. Die Augen sehen alles und jeden – ohne zu unterscheiden. Du hast das Gefühl, dass da ein Kameramann ist, der die Augen steuert. Wenn die Augen sich selbst überlassen sind, dann verweilen sie nicht auf der Stelle, sondern bewegen sich die ganze Zeit. Sie werden von den äusseren Dingen angezogen. Bewegungen ziehen sie an, oder Helligkeit, oder eine Farbe, die aus der Umgebung hervorsticht. Da guckt kein „ich“. Berge, Blumen, Bäume, Kühe – alles sieht mich an. Das Bewusstsein ist wie ein Spiegel, der alles reflektiert, was da draussen ist. Die Tiefe, die Distanz, die Farbe, alles ist vorhanden, aber es gibt niemanden, der diese Dinge übersetzt. Solange es nicht erforderlich ist zu wissen, was ich ansehe, gibt es keine Trennung, keinen Abstand zu dem, was gesehen wird.

Quelle: Krishnamurti

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