Die „Mär“ von einem Autounfall

Die kolportierte Unfallgeschichte liest sich wie folgt: Der BZÖ-Politiker Jörg Haider kam aus einem „Schwulenlokal“ und war mit 1,8 Promille Alkohol – also sturzbetrunken und fahruntüchtig – alleine mit seinem Dienstwagen, einem VW-Phaeton, nach Hause ins Bärental unterwegs, um zur 90. Geburtstagsfeier seiner Mutter zu fahren.Gegen 1.15 Uhr überholte er bei einem Tempolimit von 70 km/h mit doppelter Geschwindigkeit, nämlich mit 142 km/h auf der Loiblpass-Bundesstraße in der Ortschaft Lambichl im Süden Klagenfurts, ein anderes Auto. Dabei kam Haider rechts von der Straße ab, geriet auf eine Böschung, schlitterte an einer Thujahecke entlang, mähte ein Verkehrsschild um, krachte gegen einen Betonsockel, schleuderte gegen einen Hydranten und überschlug sich mehrmals.Haider erlitt schwerste Verletzungen. Unter anderem multiple Weichteilverletzungen und Knochenfrakturen, ein Abriss des verlängerten Rückenmarks vom Gehirn, eine Zerreißung des Herzbeutels und Einriss des Herzens sowie ein Abriss der Körperhauptschlagader. Der Landeshauptmann verstarb.Sein Dienstwagen war in einem technisch einwandfreien Zustand, so dass eine Sabotage und auch ein Attentat schnell ausgeschlossen wurden. Das ist im Großen und Ganzen die verbreitete Coverstory von Jörg Haiders „Unfall.“ Doch meines Erachtens stimmt diese so nicht!

Erste Widersprüche und ein „geheimes“ Kfz-Gutachten

Im Zuge der Recherchen für mein Buch Mordkomplott Jörg Haider erhielt ich vom BZÖ Kärnten Material, das mir bislang nicht vorlag. Darunter auch das von der Staatsanwaltschaft Klagenfurt wohl als „geheim“ eingestufte Kfz-Gutachten des DI Dr. Harald W. hinsichtlich des „Unfall-Phaetons“, das ich vollumfänglich veröffentlichte.Darin erklärte der Gutachter unter anderem, dass der Fahrergurt durch äußere Gewalteinwirkung (Hydrant) abgerissen wurde, wodurch Haiders schwere Verletzungen im Brustbereich erklärbar wären. Allerdings sagte die Notärztin Dr. Andrea O. aus, beim Eintreffen am „Unfallort“ habe sie Haider angeschnallt vorgefunden! Leider konnte sie nie öffentlich zu dieser Diskrepanz befragt werden, weil sie am 25. August 2018 im Alter von nur 59 Jahren verstarb …

Geschwindigkeit „nicht erklärbar“

Bezüglich der Geschwindigkeit von über 140 km/h, die Haider scheinbar gefahren sein soll, verkündete die Staatsanwaltschaft am 17.10. 2008, dass der Radarkasten, der vor Lambichl stand, „leider nicht aktiviert“ gewesen sei, sonst hätte man genauere Angaben über die Geschwindigkeit machen können.Doch schon Tage zuvor, nämlich am 12.10. 2008, wurde behauptet, dass laut Diagnoseprotokoll des Phaeton-Datenschreibers, Haider 141 km/h gefahren sei. Allerdings bezeichnete der Kfz-Gutachter die Geschwindigkeit selbst als „nicht erklärbar“.

Wurde Haiders Fahrzeug „manipuliert?“

Der frühere Ex-Vizekanzler und Ex-Präsident des Nationalrates Herbert Haupt berichtete in diesem Zusammenhang über Hinweise aus vertraulichen Polizeikreisen. Demnach hätte die Auswertung der VW-Bordelektronik ergeben, das Haider bis kurz vor dem „Unfall“ mit einer normalen ortsüblichen Geschwindigkeit gefahren sei. Erst kurz davor soll die Geschwindigkeit „erheblich nach oben gegangen sein!“So stellt sich zwangsläufig die Frage: Wurde Haiders Dienstwagen während der Fahrt von außen manipuliert? Dass eine solche Manipulation an einem Fahrzeug auch von Geheimdiensten durchgeführt werden, ist längst Fakt. So beschreiben unter anderem gehackte Wikileaks-Dokumente, wie Agenten mitunter in Smartphones, Laptops oder Bordcomputer von Autos einbrechen und komplett die Kontrolle übernehmen. Auf diese Weise können natürlich Unfälle verursacht werden, um jemanden zu beseitigen, wie der Sicherheitsexperte Ross Schulmer bei CNN bekannte.

Genaue Fahrzeuguntersuchung bleibt verwehrt

Ebenso ist die Behauptung der Behörden unwahr, dass das von der Staatsanwaltschaft angeforderte VW-Unfallforschungsteam das Unfallwrack genauesten – also „umfangreich und fachgerecht“ – untersuchte.Tatsächlich durften die Experten keine weitgehenden Untersuchungen an Haiders Phaeton vornehmen, diesen lediglich im Beisein der Staatsanwaltschaft von außen in Augenschein nehmen. Nicht aber von innen untersuchen!Originalzitat eines VW-Sprechers aus Deutschland: „Unsere Leute durften sich den Wagen von außen anschauen, ihn aber nicht von innen untersuchen. Wir haben unsere Hilfe angeboten, die ist aber von den Behörden nur teilweise angenommen worden!“ Ferner gab es unerklärliche Veränderungen am „Tatort“, eine „schlampige“ Spurensicherung sowie diskrepante Zeugenaussagen.

Widersprüchliche Aussagen zu Haiders „Unfallverletzungen“

Während Witwe Claudia der Zutritt zu ihrem toten Ehemann im Klinikum verweigert wurde, durfte Jörg Haiders damals engster Vertrauter, Stefan Petzner, ihn jedoch sehen. Dieser beschrieb, dass das Gesicht des Kärntner Landeshauptmanns bis auf eine kleine Wunde unter dem Kinn völlig unversehrt gewesen sei. Er wirkte geradezu, als würde er „schlafen“.Aber wie konnte das möglich sein, behaupteten die Verantwortlichen des Klinikums doch, dass der Verunfallte massive Kopfverletzungen erlitten hätte? Und auch die Bestatterin bestätigte, dass der „Verunfallte“ stark entstellt gewesen sei?Als ich diesbezüglich bei Stefan Petzner nachfrage, bleibt er bei seiner dokumentierten Zeugenaussage, die meines Erachtens ein Sprengsatz ist, widerspricht sie doch der offiziellen Geschichte der Behörden. Alleine deshalb schon müsste der Fall Haider neu aufgerollt werden!

Die „zweifelhafte“ Haider-Obduktion

Am 11.10.2008 nahm der Radiologe Dr. Felix T. an der Klinik für Radiologie des LKH-Graz eine Computertomographische Untersuchung von Jörg Haiders Leichnam vor. Dabei wurde unter anderem ein 2 x 1,3 cm großer Fremdkörper im Bereich der rechten Niere festgestellt.Danach führten Prof. Dr. Peter G. und die Univ. Prof. Dr. Kathrin Y. am Institut für Gerichtsmedizin in Graz Haiders Obduktion durch. Im Obduktionsbefund wurde der Fremdkörper jedoch nicht aufgeführt, sondern lediglich eine Zerreißung der rechten Niere in zwei Teile beschrieben. Ein Befund also, der den Fremdkörper nicht erklärt.Dem BZÖ Kärnten nach soll Dr. Y. außerdem gesagt haben, dass sie sich über den Grad des Alkoholgehalts in Haiders Blut gewundert habe, da sie bei der Obduktion einen Alkoholgeruch, insbesondere im Magen nicht wahrgenommen hätte.

Eine kritische Stellungnahme zur Haider Obduktion

Zum offiziellen medizinischen Gerichtsgutachten gab die Familie Haider eine klinische Stellungnahme durch den gerichtlich zertifizierten Sachverständigen Prim. Univ. Prof. Dr. Günther L. in Auftrag.Dieses Gegengutachten, das mir anonym zugespielt wurde und ich ebenfalls vollumfänglich veröffentlichte, belegt neben dem Versäumnis hinsichtlich des beim CT festgestellten Fremdkörpers, weiter Unglaubliches:Während im Obduktionsbericht steht, dass der Leichnam sportliche Halbschuhe trug und die Schuhbänder korrekt verknotet worden seien, verlor der „Verunglückte“ dem Polizeiprotokoll nach zumindest einen Schuh beim „Unfall“. Was also stimmt?

Weitere „Ungereimtheiten“ bei der Obduktion

Außerdem fand sich unter Haiders Kinn, genauer in Höhe des Kehlkopfs, eine eigentümlich bandförmige zirka 13 cm lange braune Hautvertrocknung, bis zu einem Zentimeter Breite mit Einblutungen nach Art von Kammblutungen. Diese Eigentümlichkeit wurde im Obduktionsbericht wohl beschrieben, auf die diesbezügliche Kausalität jedoch nicht eingegangen.Und: Zwischen dem Alkoholgehalt des Blutes und des Harns sowie dem Alkoholgehalt des Magens bestand eine deutliche Diskrepanz. Der Alkoholgehalt des Mageninhalts war so gering, dass er nicht einmal einem Glas Bier entsprach.Aber wie ist das zu erklären, soll Haider doch bei seiner Todesfahrt „volltrunken“ gewesen sein? Selbst die chemische Substanz der damals gängigen KO-Tropfen – Gamma Hydroxy Buttersäure – wurde nicht untersucht.Bei meiner diesbezüglichen Nachfrage bei der Haider-Obduzentin Dr. Y wurde mir von ihr persönlich dazu keine Antworten gegeben. Stattdessen erhielt ich verschiedene Schreiben einer 15-köpfigen Rechtsanwaltskanzlei, die ich als Einschüchterungsversuch verstehe.

Die Vernichtung der „letzten Beweise“

Letztlich wurde Haider ohne Zustimmung der Hinterbliebenen einbalsamiert. Zu vermuten bleibt, dass jene von „höherer Stelle“ angeordnet wurde, um so sämtliche Spuren zu vernichten.Außerdem wollte Haiders Familie ein eigenes Privatgutachten der gesicherten Blut- und Gewebeproben machen lassen. Fristgerecht nach 10 Jahren forderte sie bereits im Oktober 2018 bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt ihre Herausgabe. Doch diese wurde verweigert, weil die Proben anscheinend nicht mehr existieren würden!

Der Unfall, der ein „Attentat“ war

Viele Skandale um strengvertrauliche geheimdienstliche Operationen belegen politische Morde. Die Hintermänner agieren dabei oft so verdeckt, so geheim, dass die herkömmlichen Dienststellen weder von ihrer Existenz noch von ihren Aktionen etwas wissen.Für mich ist es nach Sichtung des gesamten Materials, das mir vorliegt und das ich in meinem Buch veröffentlichte, eindeutig klar, dass der sogenannte „Unfall“ ein Attentat war. Die Drahtzieher und Ausführenden sind vermutlich in Geheimdiensten zu finden.Alles spricht dafür, dass Haiders Fahrzeug vor beziehungsweise während der Todesfahrt manipuliert worden. So etwas ist normalerweise ein Spezialgebiet von Nachrichtendiensten, wie ich ebenfalls belegte.Und auch zwei mysteriöse Todesfälle, scheinbare Selbstmorde, spielen meines Erachtens in diesem Zusammenhang eine Rolle: nämlich der Suizid von Manfred D., Chefermittler im Fall Haider und der von Eugen S., Stadtpolizeichef von Klagenfurt, der meinen Informanten noch vor seinem rätselhaften Tod wichtige Infos übergeben wollte!FORTSETZUNG FOLGT – Teil 2 aus Guido Grandts Reihe „Mordkomplott“ Jörg Haider lesen Sie demnächst exklusiv im Wochenblick.Das Buch von Guido Grandt: „Mordkomplott Jörg Haider: Fakten & Vertuschungen zum Attentat auf Europas erfolgreichsten Populisten“ finden Sie hier oder hier. Das könnte Sie auch interessieren: