Inflation: Das dicke Ende kommt nochZeitenwende

Von Dr. Helmut Becker

EZB-Präsidentin Christine Lagarde beschwichtigt die Inflationssorgen. Aber ein Ende der Teuerung ist nicht abzusehen, weitere Preisschübe zeichnen sich schon ab.

IMAGO / Steinach

Die Anzeichen für eine Rückkehr der Inflation mehren sich. Bei allen wesentlichen Preisindices steht die Ampel auf rot, nur bei den Verbraucherpreisen bisher noch nicht, trotz aller Inflationsmeldungen in den Medien. Ein Paradoxon, das es zu erklären gilt.Die Anstiegsraten bei den Verbraucherpreisen sind seit Jahresmitte 2021 beschleunigt gestiegen: Lag die Teuerungsrate der Lebenshaltung im Juni noch bei 2,3 Prozent (jeweils gegenüber Vorjahresmonat), so kletterte sie im Juli auf + 3,8, im August auf + 3,9 und schließlich im September auf + 4,1 Prozent (nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes), die höchste Rate seit 1993. Zum Vergleich: Im September 2020 war die Anstiegsrate mit – 0, 2 Prozent sogar negativ, wurde vor Deflation gewarnt. Hauptpreistreiber waren Energie (September + 14,3 Prozent) und Nahrungsmittel (+4,9 Prozent)Dienstleistungen ( + 2,5Proznt) und Wohnungsmieten dämpften mit einer Rate von + 1,4 Prozent den Anstieg Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im August 2021 um 12,0 % höher als im August 2020. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, war dies der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Dezember 1974 (+12,4 %), als die Preise im Zusammenhang mit der ersten Ölkrise stark gestiegen waren. Im Juli 2021 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei 10,4 % und im Juni 2021 bei 8,5 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die gewerblichen Erzeugerpreise um 1,5 %.

Quelle: Stat. Bundesamt; Dr. Bruno KesselerHauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise gegenüber August 2020 war die Preisentwicklung bei Energie (+24,0), gefolgt von der Preisentwicklung bei den Vorleistungsgütern (+17,1 Prozent, vor allem bei Holz + 124 Prozent), Sekundärrohstoffen (+104 Prozent) und Metallen (+ 34,9 Prozent, darunter Roheisen und Stahl + 58 Prozent)Die Einfuhrpreise erreichten im August den höchsten Anstieg seit 40 Jahren. Sie lagen im August 2021 um +16,5% höher als im Vorjahresmonat. Dies war der größte Anstieg seit September 1981 (zweite Ölpreiskrise). Energieeinfuhren verteuerten sich um 93,6 Prozent, Eisenerze um 96,8 Prozent, Vorleistungsgüter um 20,4 Prozent. Da ist Druck in der Pipline, nicht nur bei Nordstream 2.

Quelle

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