Der Untergang von Palau zeigt, was von der Glaubwürdigkeit der politischen Klimaagenda zu halten ist.

Der Untergang von Palau zeigt, was von der Glaubwürdigkeit der politischen Klimaagenda zu halten ist.
Bild: Gabriele Schmadel / pixelio.de

von Helmut Kuntz

Nicht, dass die politisch getriebene Klimahysterie jemals glaubwürdig gewesen wäre. Aber jedes Jahr ist es wieder erschreckend, erleben zu müssen, welche Unwahrheiten auf Klimagipfeln den ca. 25.000 angeblich kompetenten Teilnehmern vermittelt werden (können), ohne dass deren (In-)Kompetenz es bemerkt.

Wegen des Klimawandels steigt der Meeresspiegel, das führt zu Überschwemmungen…

…steht als letzter Satz im Beitrag der Berliner Zeitung über die Botschaft des Präsidenten von Palau auf dem diesjährigen Klimagipfel, mit dem in erschütternder Deutlichkeit das Versinken von Palau (Inselgruppe im Pazifik bei Indonesien) angekündigt wird:
[1] Berliner Zeitung, 01.11.2021: Klimakrise: Inselstaat Palau warnt vor eigenem Untergang
Glasgow … Der Präsident des Inselstaats Palau im Pazifik hat vor dem Untergang seines Landes und dessen Kultur wegen des Klimawandels gewarnt. „Wir müssen handeln, und zwar sofort, weil es sonst um unser Aussterben geht“, sagte Staatschef Surangel Whipps Jr. am Montag dem Sender BBC Radio 4 auf dem UN-Klimagipfel in Glasgow. „Wir wollen, dass die Leute auf dieser Konferenz verstehen, dass wir nicht länger nur reden und Mini-Schritte unternehmen oder die Sache vertagen können“, sagte Whipps. Nötig seien radikale Änderungen, die tatsächlich Folgen hätten.
„Wenn diese Inseln untergehen, haben wir die Kultur, die Sprache, die Identität der Menschen verloren“, sagte der Präsident … Wir sollten nicht wegen des Handelns der größten CO2-Emittenten aussterben.“
Palau mit etwa 19.000 Einwohnern besteht aus mehr als 500 Inseln und liegt rund 1000 Kilometer östlich der Philippinen. Wegen des Klimawandels steigt der Meeresspiegel, das führt zu Überschwemmungen.

Nach diesen Worten erwartet wohl jeder, dass der Meerespegel um Palau rasant steigt, der Untergang wohl in „Reichweite“ ist und sich dies am gemessenen Meerespegel bereits zeigt.

Der gemessene Tidenpegel von Palau

Zum Glück hat diese Inselgruppe eine Pegel-Messstation. Zwar endet der Pegel mit dem Jahr 2018, aber man ist es gewöhnt, dass gerade in „besonders gefährdeten“ Weltgegenden wenn überhaupt, nur unvollständige Pegelwerte vorliegen. Nun hat sich die fehlenden drei Jahre nichts am Pegelverlauf geändert (wie es die Station der Inselgruppe Guam zeigt), so dass die Pegeldaten zur Überprüfung der Aussagen von Staatschef Whipps Jr. angezogen werden können.

Zuerst der Pegelverlauf, wie ihn der PSLSM-Pegelviewer ausweist. Nichts Dramatisches ist zu sehen:

Bild 1 Inselgruppe Palau, Verlauf Tidenpegel 1968 – 2018. Grafik vom Autor erstellt. Datenquelle: PSLSM-Viewer

Nun der Pegelverlauf mit Regressionsgerade und deren Projektion zum Jahr 2100:

Bild 2 Inselgruppe Palau, Verlauf Tidenpegel 1968 – 2018 mit linearer Projektion zum Jahr 2100. Grafik vom Autor erstellt. Datenquelle: PSLSM-Viewer

Diese Projektion zum Jahr 2100 gibt nicht entfernt Anlass zu einem Pegelalarm.
Könnte es jedoch sein, dass sich erst in jüngster Zeit doch Wesentliches verschlechtert hat? Dazu sehen wir die letzten 20 Verlaufsjahre an. Es zeigt sich, dass der Pegel in den letzten 20 Jahren anstelle höher zu werden, gleich geblieben ist:

Bild 3 Inselgruppe Palau, Verlauf Tidenpegel 1998 – 2018 mit linearer Regression. Grafik vom Autor erstellt. Datenquelle: PSLSM-Viewer

Nun könnte es vielleicht sein, dass dieser Pegel von Palau irgendwie „verzerrt“ wäre, was dem normalen Bürger über den PSLSM-Viewer nicht gezeigt wird, dem dortigen Staatschef aber bekannt ist.
Deshalb ein Vergleich mit dem noch längeren und bis zum Jahr 2020 reichenden Tidenpegelverlauf der in der „Nähe“ liegenden Inselgruppe Guam. Anmerkung: Es wurde extra eine Inselgruppe und nicht das Festland von Indonesien gewählt, da die Pegel weiter weg vom Festland stärker steigen sollen.

Der Vergleich zeigt eine sehr gute Übereinstimmung und einen langfristigen Anstieg von gerade einmal 2,22 mm/pa:

Bild 4 Inselgruppe Palau und Guam, Verlauf Tidenpegel mit linearer Regression. Grafik vom Autor erstellt. Datenquelle: PSLSM-Viewer

Nun nochmals die Kurzzeit-Ansicht der letzten 20 Jahre, diesmal beider Pegel. Das Bild 3 bestätigt sich, auch der Pegelverlauf von Guam zeigt keinen Anstieg des Pegels. Im Gegenteil, sogar eine leichte Reduzierung.

Bild 5 Inselgruppe Palau und Guam, Verlauf Tidenpegel ab 1999 mit linearer Regression. Grafik vom Autor erstellt. Datenquelle: PSLSM-Viewer

Zum Schluss noch ein Bild mit längerfristigem Pegelverlauf im Pazifik. Große Pegelschwankungen gab es auch schon ohne dem „Eingriff“ durch vom Menschen emittiertem CO2.

Fazit

Wofür man auf Klimagipfeln ca. 25.000 Beobachter benötigt denen wirklich nichts auffällt, selbst wenn einfachstes Googeln im Homeoffice dort (jährlich neu [3]) offiziell verkündete Unwahrheiten aufzeigt, erschließt sich dem Autor immer noch nicht.

Die Gier auf Klimatribut-Zahlungen aus dem Klimafond macht jedenfalls (wie zu erwarten war) erkennbar korrupt. Es wäre kein – beziehungsweise ein bekanntes – Problem ohne weitere Auswirkungen, wenn unsere Politik-“Elite“ dies nicht auch noch unterstützen würde, um das Geld ihrer Bürger im ganz großen Maßstab in ferne Länder zu transferieren [5] [6].

Beim Klima ist einfach jede Falschaussage „erlaubt“, wenn sie das Narrativ unterstützt. Wie sonst hätte sich Annalena getraut, im letzten Triell vor einem Millionenpublikum von 7m Meeresanstieg bis zum Jahr 2100 zu faseln (worüber fast keine Tageszeitung berichtet hat)?
[2] EIKE, 22. Sept. 2021: Annalena lässt den Meerespegel schnell mal um 7 m steigen – und zwei schauen nur wie bekloppt dabei zu

Auch ist es inzwischen beim Klima gängige Praxis, die „Ursache“ eigenmächtig festzulegen. Seitdem unsere unfehlbare Merkel das Flutereignis im Ahrtal nicht dem offensichtlichen, schwerstem Behördenversagen, sondern dem Klima zugewiesen hat [7](obwohl der Bürgermeister von Schuh ihr nach der Rede mit Verweis auf die Flutgeschichte sofort widersprach und weder der Deutsche Klimabericht, noch der IPCC AR6 solches feststellen), wird in den Medien und von der Frau von den Laien ständig darauf als Klimamenetekel hingewiesen [8].

Quellen

[1] Berliner Zeitung, 01.11.2021: Klimakrise: Inselstaat Palau warnt vor eigenem Untergang

[2] EIKE, 22. Sept. 2021: Annalena lässt den Meerespegel schnell mal um 7 m steigen – und zwei schauen nur wie bekloppt dabei zu

[3] EIKE 04.11.2016:Tuvalu versinkt mal wiederrechtzeitig zum Klimagipfel in Marrakesch

[4] Patrick D. Nunn, 1998: Sea-Level Changes over the past 1,000 Years in the Pacific

[5] EIKE 18.10.2016:Wie steht es um den Untergang der Marshall-Inseln?

[6] EIKE 13. Juli 2017: Wie viele Unterschriften zum Klimavertrag wurden mit Geldversprechungen gekauft?

[7]EIKE 30.07.2021: Einschläge des Klimawandels oder eher eklatantes Staats- und Behördenversagen?

[8] Europäisches Informationszentrum Niedersachsen, 19.07.2021: Von der Leyen: Überflutungen zeigen Dringlichkeit des Kampfes gegen KlimawandelBeitrag als PDF speichernBeitrag drucken

4 Kommentare zu „Der Untergang von Palau zeigt, was von der Glaubwürdigkeit der politischen Klimaagenda zu halten ist.

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