Wie der Spiegel über die Drogenernte in Afghanistan desinformiert

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Der Spiegel berichtet über eine Opium-Rekordernte in Afghanistan und bezeichnet die Taliban als „große Profiteure der Opium-Produktion in Afghanistan“. Das jedoch ist gelogen, denn der Spiegel verschweigt seinen Lesern wieder einmal alles Wichtige. von Anti-Spiegel 17. November 2021 17:49 Uhr In den 20 Jahren, in denen die Nato Afghanistan besetzt gehalten hat, ist Afghanistan zum weltweit größten Produzenten von Opium, aus dem Heroin hergestellt wird, geworden. Während die Nato offiziell erklärt hat, sie würde gegen den Drogenanbau in Afghanistan kämpfen, wuchsen die Anbauflächen für Opium unter den Augen der Nato immer weiter. Laut UNO-Drogenbericht von 2019 gab es in Afghanistan 263.000 Hektar Land, auf den Opium angebaut wurde. Darüber habe ich seinerzeit berichtet und die Frage gestellt, wie es angehen kann, dass die Nato das alles nicht gesehen haben will und angeblich nicht verhindern konnte. Es wäre doch ein Leichtes gewesen, diese Felder anzuzünden und so die Opiumproduktion zu beenden. Die Medien haben in den letzten 20 Jahren ein wahres Kunststück fertig gebracht, indem sie zwar durchaus mal berichtet haben, dass Afghanistan zum größten Opiumproduzenten der Welt geworden ist, aber nie auch nur eine einzige kritische Frage zur Rolle der Nato dabei gestellt haben. Immerhin wurde das Opium ja nicht nur unter den Augen der Nato angebaut, es wurde auch unter den Augen der Nato aus dem Land in die Länder des Westens gebracht. Aber das hat die „kritischen Qualitätsmedien“ aus irgendeinem Grunde nie interessiert, im Gegenteil: Die Arte-Sendereihe „Mit offenen Karten“ zum Beispiel, die wegen ihrer Berichte eigentlich „Mit gezinkten Karten“ heißen müsste, hat das Thema in einem Bericht über Afghanistan praktisch vollkommen ausgelassen. Meinen Artikel über dieses Meisterstück der Desinformation von Arte finden Sie hier. Nicht erwähnt wurde in der Arte-Sendung, dass der Drogenanbau in Afghanistan erst in den 1980er Jahren unter der Schirmherrschaft der CIA begonnen hat, dass die Taliban ihn in den 1990er Jahren fast komplett beendet haben, und dass er erst unter der Nato-Herrschaft ab dem Jahr 2001 alle Rekorde gebrochen hat.Der Spiegel mal wiederNun ist die Nato aus Afghanistan geflohen und die Taliban kontrollieren das Land wieder. Das ist für den Spiegel anscheinend ein Grund, auf das Thema Drogenanbau in Afghanistan zurückzukommen, denn nun kann man den bösen Taliban die Schuld anlasten. Um das klarzustellen: Ich verteidige hier nicht die Taliban, deren Herrschaft ich barbarisch finde, es geht mir nur um Fakten.Am 16. November hat der Spiegel einen Artikel mit der Überschrift „6800 Tonnen in einer Erntesaison – In Afghanistan wird immer mehr Opium produziert“ veröffentlicht, in dessen Einleitung der geneigte Leser erfahren konnte: „Die Taliban gelten als große Profiteure der Opium-Produktion in Afghanistan. In der vergangenen Erntesaison stieg der Ertrag des Heroin-Rohstoffs um acht Prozent. Und der Anbau wird immer lukrativer.“Der Spiegel schrieb dann über einen Bericht des Uno-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), der eine neue Opium-Rekordernte in Afghanistan vermeldete. Danach erfuhr der Spiegel-Leser:„Die militant-islamistischen Taliban, die im August die Macht in Afghanistan übernommen hatten, gelten als Profiteure des Drogengeschäfts. Afghanisches Opium dominiert den illegalen Weltmarkt: Mit Opium wurden laut UNDOC dieses Jahr zwischen 1,8 Milliarden und 2,7 Milliarden US-Dollar (1,6 Milliarden und 2,4 Milliarden Euro) in Afghanistan umgesetzt. Rund ein Zehntel der afghanischen Wirtschaftsleistung beruht auf Opium.“Für den Spiegel-Leser ist damit klar: Die Taliban profitieren vom Drogenanbau und -handel und fördern ihn nach Kräften.Desinformation im SpiegelDas Ganze hat nur einen kleinen Haken: In dem Bericht von UNDOC erfahren wir, wann die Ernte eingebracht worden ist: „Die Opiumernte 2021, die im Juli abgeschlossen wurde, markierte das fünfte Jahr in Folge, in dem die Produktion mit mehr als 6.000 Tonnen einen historischen Höchststand erreichte, was bis zu 320 Tonnen reines Heroin liefern könnte, das auf die Märkte in aller Welt geschmuggelt wird.“Ups…Im Juli hat aber noch die Nato in Afghan geherrscht und nicht die Taliban. Das bedeutet, dass das Opium der Rekordernte des Jahres 2021 nicht nur unter den Augen der Nato ausgesät wurde, sondern auch unter den Augen der Nato geerntet wurde. Aber der Spiegel stellt es so dar, als sei das alles das Werk der Taliban, die mit dem Drogenhandel Geld verdienen wollen. Die Rolle der beim Drogenanbau passiv zuschauenden Nato hat der Spiegel mit keinem Wort erwähnt, geschweige denn hinterfragt. Stattdessen macht er die Taliban für die als Folge der Nato-Besatzung gestiegene Opiumproduktion verantwortlich.Die Taliban leben nach der Scharia, die Drogen verbietet. Wir werden also im nächsten Jahr sehen, ob die afghanische Drogenproduktion unter den Taliban weiter steigt, oder zurückgeht. Laut UNDOC stammten 2020 etwa 85 Prozent des weltweiten Opiums aus Afghanistan, nun können wir abwarten, wie sich das entwickelt, nachdem die Nato abgezogen ist.


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