Japan soll über 2 Mrd. Dollar für den Unterhalt der US-Basen im eigenen Land bezahlen

Dass sich die USA ihre Besatzungskosten von den Ländern bezahlen lassen, in denen sie ihre Soldaten stationieren, ist nicht neu. Leider verschweigen deutsche Medien dieses Thema gerne, während in anderen betroffenen Länder offener darüber berichtet wird.

von Anti-Spiegel 7. Dezember 2021 16:02 Uhr

Die Verhandlungen über die Höhe der Besatzungskosten, die Korea und Japan jährlich an die USA überweisen, ist in diesen Ländern jedes Jahr ein Thema. Im Gegensatz zu Deutschland wird in diesen Ländern darüber berichtet, während man in deutschen Medien nichts davon hört, wie viel Geld Deutschland den USA jedes Jahr für die Besetzung des eigenen Landes überweist.

Natürlich formulieren es die westlichen Medien anders als ich. Auch in koreanischen und japanischen Medien ist nicht von „Besatzungskosten“ die Rede, es geht um natürlich darum, für die eigene Sicherheit zu bezahlen, denn die US-Truppen beschützen diese Länder, so die offizielle Sicht der Dinge. Dann allerdings müsste der korrekte Ausdruck „Schutzgeld“ lauten, aber auch den benutzen die Medien dieser Länder nicht.

In Deutschland ist die Höhe des Schutzgeldes, das Deutschland jährlich an die USA überweisen, kein Thema in den Medien und die Bundesregierung stellt sich bei Fragen danach dumm und verkündet, sie könne die Zahl nicht nennen, weil sie sich aus sehr vielen verschiedenen Haushaltsposten von Bund, Ländern und Kommunen zusammensetzt. Darüber habe ich zuletzt im Februar berichtet, den Artikel finden Sie hier.

Es gibt allerdings Hinweise darauf, wie viel Deutschland den USA bezahlt, denn die deutsche Botschaft in den USA hat es gemeldet, um das Publikum in Washington glücklich zu machen. Der Beitrag ist zwar schon lange nicht mehr online, aber es gibt Screenshots davon. Daraus geht hervor, dass die deutsche Botschaft in den USA der Besatzungsmacht 2003 unterwürfig gemeldet hat, Deutschland zahle eine Milliarde Dollar jährlich an die USA. Da die USA von ihren Vasallenstaaten jedes Jahr eine Erhöhung des Schutzgeldes fordern, wie die Medienberichte aus Japan und Südkorea zeigen, dürften die deutschen Zahlungen heute weitaus höher liegen.

Sollten Sie sich an dem Wort „Vasallenstaaten“ stören, dann geben Sie daran nicht mir die Schuld, denn die Formulierung ist nicht von mir. Geopolitiker in Washington benutzen diesen Begriff als Bezeichnung für die Nato-Staaten, wie man in dem Buch „Die einzige Weltmacht“, das einer der einflussreichsten US-Geostrategen geschrieben hat, nachlesen kann. Er bezeichnete die europäischen Staaten in seinem Buch als „tributpflichtige Vasallenstaaten“ der USA. Der Begriff ist nicht von mir.

Zum Abschluss will ich Ihnen nicht vorenthalten, wie ich auf die Idee gekommen bin, heute mal wieder über das Thema zu berichten. Der Grund war eine Meldung der russischen Nachrichtenagentur TASS über die Verhandlungen Japans mit den USA über die Höhe der Schutzgeldzahlungen für das nächste Jahr. Der Vollständigkeit halber übersetze ich die Meldung der TASS.

Beginn der Übersetzung:

Nikkei: Tokio ist bereit, die Ausgaben für US-Militärbasen auf maximal 1,94 Mrd. $ zu erhöhen

Ende November/Anfang Dezember fanden in Washington Konsultationen über die Erhöhung der Ausgaben statt, so die Zeitung

Die japanische Regierung hat Washington vorgeschlagen, die Kosten für die amerikanischen Militärstützpunkte auf dem Territorium des Landes auf 210 bis 220 Milliarden Yen (1,85-1,94 Milliarden Dollar) pro Jahr zu erhöhen. Die Vereinigten Staaten haben bisher auf einem Betrag von 250 Mrd. Yen (2,2 Mrd. Dollar) bestanden, berichtete die führende japanische Wirtschaftszeitung Nikkei am Dienstag.

Ende November und Anfang Dezember fanden in Washington Konsultationen über die Erhöhung der Ausgaben statt. Es wird erwartet, dass bis Ende des Monats eine endgültige Einigung in dieser Angelegenheit erzielt wird und in den japanischen Staatshaushalt für das Finanzjahr 2022 (Beginn: 1. April 2022) einfließt.

Im laufenden Haushaltsjahr hat Japan 201,7 Milliarden Yen (1,78 Milliarden Dollar) für US-Militärbasen bereitgestellt. Mit diesen Mitteln werden vor allem die Rechnungen der Versorgungsunternehmen und die Gehälter der in den Einrichtungen arbeitenden Japaner bezahlt. Tokio stellt auch kostenlos Land für US-Militärstützpunkte zur Verfügung.

Gegenwärtig sind mehr als 50.000 amerikanische Soldaten, einschließlich einer Marinedivision, in Japan stationiert. Die überwiegende Mehrheit der US-Militäreinrichtungen befindet sich auf der südlichen Insel Okinawa.

Ende der Übersetzung

Wenn man nun noch bedenkt, wie sehr der Westen über russische Militärbasen im Ausland schimpft, dann wird es fast schon lustig, denn im Gegensatz zu den USA bezahlt Russland für seine Basen eine Pacht und lässt sich seine Kosten nicht von den betroffenen Ländern erstatten. Das ist der Unterschied zwischen Partnern, die freiwillig militärisch zusammenarbeiten, und Vasallen, die dem Kolonialherrn die Kosten für die Besetzung des eigenen Landes erstatten müssen.

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