Die zynischen Reaktion in den USA auf die Ereignisse in Kasachstan

Der Korrespondentenbericht des russischen Fernsehens aus den USA über die dortigen Reaktionen auf die Ereignisse in Kasachstan zeigt in aller Deutlichkeit den Zynismus, mit dem die USA internationale Politik machen.

von Anti-Spiegel 9. Januar 2022 02:12 Uhr

Dass sich Korrespondentenberichte des russischen Fernsehens aus den USA sehr von dem unterscheiden, was man im deutschen Fernsehen gezeigt bekommt, ist für Anti-Spiegel-Leser nicht neu. Besonders deutlich hat das der Bericht in den russischen Abendnachrichten am Samstag gezeigt. Daher habe ich den Bericht übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Von der „östlichen NATO“ bis zur „Bedrohung der kasachischen Souveränität“ – so haben US-Medien heute die Rhetorik Washingtons über die OVKS unterstützt, auch wenn die britische „Daily Mail“ und die amerikanische „Foreign Policy“ zumindest zwischen den Zeilen ihrer harten anti-russischen Ausrichtung zugeben: Die Schießereien haben erst nach der Ankunft der Friedenstruppen nachgelassen und Moskau rettet seine Nachbarn tatsächlich vor dem Virus der Straßenrevolutionen, in die unter anderem die USA verwickelt sind. Um nicht auch noch in Kasachstan festzustecken, wies Außenminister Blinken zunächst die Mitarbeiter der US-Botschaft an, dringend ihre Sachen zu packen und nach Hause zu fahren, um dann Witze über die Häuser Anderer und die Russen zu machen. Ein Korrespondentenbericht aus den USA.

Und fast sah es so aus, als würden sie es dieses Mal schaffen. In den ersten Tagen der blutigen Ereignisse in Kasachstan schaffte es die amerikanische Presse in einer für sie ungewohnten Art, keine aufhetzende Stimmung zu verbreiten. Sowohl das Weiße Haus als auch das Außenministerium hüllten sich in Schweigen, doch sobald der kasachische Präsident offiziell um die Hilfe der OVKS gebeten hatte, ging es los. „Die Russen kommen“, hieß es bei den Pressekonferenzen.

„Was in Kasachstan geschieht, unterscheidet sich sehr von dem, was wir an den Grenzen der Ukraine sehen. Eine der Lektionen, die uns die jüngste Geschichte gelehrt hat, ist jedoch, dass es schwierig sein kann, die Russen wieder loszuwerden, wenn sie erst einmal in Deinem Haus sind“, sagte US-Außenminister Anthony Blinken.

Der amerikanische Außenminister hat in der Schule offenbar den Geschichtsunterricht geschwänzt. Außerdem kennt sich der Außenminister des Landes, das beispielsweise in Ländern wie Syrien, wohin niemand die USA eingeladen hat, Militärbasen unterhält auch nicht besonders gut mit dem Völkerrecht aus.

„Anthony Blinken hat heute in typisch rüpelhafter Manier einen Witz über die tragischen Ereignisse in Kasachstan gemacht. Wenn Anthony Blinken so sehr auf Geschichtsunterricht steht, dann sollte er Folgendes bedenken: Wenn man Amerikaner im Haus hat, kann es schwierig sein, am Leben zu bleiben und nicht ausgeraubt oder vergewaltigt zu werden. Nur lehrt uns das nicht nur die jüngste Vergangenheit, sondern die 300 Jahre der amerikanischen Staatlichkeit. Die Indianer Nordamerikas, die Koreaner, die Vietnamesen, die Iraker, die Panamaer, die Jugoslawen, die Libyer, die Syrer und viele andere Unglückliche, die das Pech hatten, diese ungebetenen Gäste bei sich zu Hause zu haben, können viel davon erzählen“, betonte die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharova.

Und es ist nicht Moskau, sondern Washington, das 800 Militärstützpunkte in 70 Ländern der Welt unterhält. In den entlegensten Winkeln – von Guam bis Grönland, von Brasilien bis Japan. Wenn man sie reingelassen hat, kann man sie nie wieder rauswerfen. Russland war es, das Alaska verlassen, seine Truppen aus Osteuropa und dem Baltikum abgezogen und die Funkaufklärungsbasen in Kuba und Vietnam – den Flughafen und Marinestützpunkt Cam Ran – geschlossen hat. Damals sahen die Amerikaner den Rückzug als Schwäche an, als Grund, weiterzumachen, als Weigerung Russlands, seine „roten Linien“ zu ziehen und an seine eigene Sicherheit zu denken. Jeder Versuch, die USA daran zu erinnern, wird als Revanche interpretiert.

„Es ist das erste Mal, dass die OVKS militärische Gewalt anwendet und die russischen Truppen befinden sich in einem Land, das als das stabilste in der Region gilt“, schrieben US-Medien.

Heute stellt Außenminister Anthony Blinken die Notwendigkeit russischer Truppen in Kasachstan in Frage. Auch im Weißen Haus wird alles auf den Kopf gestellt. Die Tatsache, dass sich die legitime Regierung Kasachstans an die Organisation wandte, der es angehört, reiche nicht aus, so Psaki: „Wir verfolgen aufmerksam die Berichte, dass die OVKS ihre kollektive Friedenstruppe nach Kasachstan geschickt hat. Wir haben Fragen zur Art des Ersuchens Kasachstans, ob es sich um eine rechtmäßige Einladung handelt oder nicht. Wir fordern die OVKS-Friedenstruppe und die Sicherheitskräfte Kasachstans auf, die internationalen Menschenrechtsverpflichtungen einzuhalten, um eine friedliche Lösung zu unterstützen.“

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie und eines gewissen Zynismus, dass Bidens Sprecherin am 6. Januar, dem ersten Jahrestag des Sturmes auf das Kapitol, die Biden selbst und sein engster Kreis bereits mit den Anschlägen vom 11. September und dem Angriff auf Pearl Harbor vergleichen haben, zu einer friedlichen Regelung aufrief. Die dabei von der Menge provozierte Gewalt sei inakzeptabel gewesen, sagen sie. Und was ist mit Alma-Ata? Alma Ata ist etwas anderes.

„Wir haben Breaking News aus Kasachstan. Der kasachische Präsident Tokajew sagte, die Streitkräfte würden ohne Vorwarnung auf Demonstranten schießen. Es gibt Dinge in seinen Worten, die beunruhigend sind. Das klingt äußerst besorgniserregend für jeden dieser Demonstranten, die in ganz Kasachstan auf die Straße gegangen sind“, berichteten US-Fernsehsender.

In den Straßen der kasachischen Städte fallen weiterhin Schüsse. Randalierer plündern und töten Zivilisten, aber bei CNN wird immer wieder von den steigenden Gaspreisen in Kasachstan gesprochen. Die Waffen, die die Terroristen am helllichten Tag an ihre Helfer verteilt haben, werden nicht erwähnt. Alles in allem ganz wie beim Maidan.

„Diese Anordnung ist besorgniserregend und die Welt wird auf Menschenrechtsverletzungen achten. Die USA fordern die Regierungstruppen auf, bei der Wiederherstellung der Stabilität Zurückhaltung zu üben“, so US-Medien. Ungefähr genauso haben die USA einst diejenigen verteidigt, die den Nahen Osten erschüttert haben, dabei hat der Arabische Frühling die giftigen Blüten des Terrors hervorgebracht, die den gesamten Osten überdeckt haben.

Der russische Botschafter in Washington, Anatoli Antonow, sieht die Ursache für die Unruhen in Kasachstan in der Einschleusung von Radikalen aus dem Ausland. Das ist auf die Destabilisierung des Nahen Ostens und Afghanistans zurückzuführen, die wiederum durch westliche Militärinterventionen unter dem Vorwand des Schutzes der Menschenrechte und der Demokratie verursacht wurde.

„Schutz der Demokratie und der Menschenrechte“ ist eine universelle Formulierung, die die USA seit über dreißig Jahren verwenden. Der Begriff wurde erstmals 1989 während der Operation „Just Cause“ geprägt, als die Amerikaner in Panama einmarschiert sind. Dann wurde die Vorgehensweise auf eine hybride umgestellt. Farbrevolutionen haben offene Invasionen ersetzt. Die Ergebnisse dieser Revolutionen sind so wertvoll, dass die USA sie sorgsam schützen. Wie in der Ukraine, wo man auf diejenigen, die vor acht Jahren mit Gewalt an die Macht gekommen sind, nicht rechtzeitig reagieren konnte.

Ende der Übersetzung

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Quelle

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