Eine Meldung und ihre Geschichte: „Faktenchecker fordern von YouTube strengere Zensurmaßnahmen“

Am 12. Januar haben Medien gemeldet, dass Faktenchecker aus aller Welt von YouTube fordern, härter gegen „Fehlinformationen“ vorzugehen und strenger zu zensieren. Interessant wird das, wenn man weiß, wer hinter den Faktencheckern

steht.

von Anti-Spiegel 14. Januar 2022 20:34 Uhr

Am 12. Januar haben 80 internationale Faktenchecker in einem offenen Brief gefordert, YouTube solle „wirksame Maßnahmen“ ergreifen, um effektiver gegen Desinformation vorzugehen. Einer der Unterzeichner ist correctiv.

Selbsternannte Faktenchecker sind heute zum neuen Wahrheitsministerium geworden, denn sie legen fest, was wahr ist und was nicht. Correctiv hat sich gerade erst blamiert, als es mir eine falsche Aussage unterstellt und dann am Ende seines Artikels meine Kernaussage bestätigt hat, die Details finden Sie hier.

Auf die Forderungen im Detail einzugehen, ist nicht nötig, interessanter ist die Frage, wer hinter dem offenen Brief steckt. Jeder Faktenchecker hat Gründer und Geldgeber, die wiederum Interessen haben. Bei correctiv sind das die deutschen Medienkonzerne. Sie haben correctiv gegründet, finanzieren correctiv, sitzen in der Führung von correctiv – sie lenken correctiv also komplett, die Details dazu finden Sie hier.

Trotzdem wird correctiv als unabhängiges Journalistennetzwerk präsentiert, das den Medien angeblich kritisch auf die Finger schaut und Fakten checkt. In Wahrheit haben die deutschen Medienkonzerne sich nur ein nützliches Instrument geschaffen, das sie bei Bedarf als Bestätigung der Richtigkeit ihrer eigenen Meldungen und Narrative ins Feld führen können, denn der durchschnittliche Medienkonsument hat von all dem noch nie gehört und denkt sich natürlich: Wenn ein unabhängiges Journalistennetzwerk das bestätigt, dann muss es ja stimmen.

Dass das angeblich unabhängige Journalistennetzwerk in Wahrheit von den Medien gegründet, finanziert und kontrolliert wird, muss ja niemand wissen.

So funktionieren selbsternannte Faktenchecker auf der ganzen Welt: Jemand gründet sich eine kleine Organisation, gibt ihr einen schönen Namen und die ernennt sich dann zum Faktenchecker, der genau weiß, was wahr und was Fake ist. Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, haben die sich sogar eine internationale Dachorganisation gegründet, die international Faktenchecker zertifiziert, damit der Betrug noch seriöser aussieht, denn der durchschnittliche Medienkonsument denkt sich dann, dass da klare und objektive Qualitätsstandards angesetzt werden. Das stimmt nicht, das Zertifikat gibt es nicht für Qualität, sondern für die richtige Gesinnung.

Das Internationale Fact-Checking Network

In den USA hat sich eine Zeitung in Florida schon 1975 einen eigenen Faktenchecker gegründet, das sogenannte Poynter Institute. Heute ist das eine mächtige Organisation im Kreise der selbsternannten Wahrheitswächter und 2015 hat Poynter das Internationale Fact-Checking Network gegründet, das für sich in Anspruch nimmt, internationalen Faktencheckern den Ritterschlag zu geben. Aktuell führt es auf seiner Seite 102 „verifizierte“ Mitglieder auf. Die Liste dürfte aber nicht vollständig sein, wie wir gleich sehen werden.

Poynter wird von diversen NGOs und Stiftungen finanziert, die mithilfe der Faktenchecker dafür sorgen, dass die von ihnen unterstützten Projekte ins rechte Licht gerückt werden. Besonders interessant ist die Liste der Partner von Poynter, die den Faktencheckern bei Medienkompetenz helfen sollen. Darunter sind: Facebook, Google, Microsoft und auch Töchter von denen, wie zum Beispiel WhatsApp. Auf weitere Unterstützer der Medienkompetenz kommen wir später noch, bleiben wir erst einmal bei diesen.

Wer sich mit Faktencheckern beschäftigt, der stellt fest, dass sehr viele von ihnen von den Internetkonzernen bezahlt und unterstützt werden. Die Internetkonzerne lenken viele Faktenchecker direkt und sie lenken sie auch noch über ihrer Dachorganisation, zu der sich Poynter erklärt hat.

Der offene Brief an YouTube

Daher ist es interessant, sich anzuschauen, wer den offenen Brief, in dem 80 Faktenchecker aus aller Welt mehr Zensur von YouTube gefordert haben, unterzeichnet hat. Ich habe die Liste der Unterzeichner mit der Liste der 102 Mitglieder des Fact-Checking-Network von Poynter abgeglichen und wenig überraschend sind fast alle Unterzeichner des Briefes an YouTube bei Poynter organisiert.

Die Liste von Poynter ist jedoch nicht vollständig, wie ich bereits erwähnt habe. Der Grund: correctiv ist dort schon seit 2017 Mitglied, wird aber in der Liste von Poynter nicht erwähnt. Die große Mehrheit der Unterzeichner des offenen Briefes steht in der Liste von Poynter und wegen des Beispiels von correctiv, das den Brief unterzeichnet hat, aber bei Poynter nicht aufgeführt ist, gehe ich davon aus, dass auch (fast) alle anderen Unterzeichner, die sich nicht in der Liste von Poynter finden, trotzdem Mitglieder im Poynter-Netzwerk sind.

Der Brief an sich selbst

Wir haben also eine Situation, in der Internetkonzerne wie Google eine Dachorganisation und auch viele ihrer Mitglieder bezahlen und diese Mitglieder schreiben dann einen offenen Brief, in dem sie von der Google-Tochter YouTube fordern, sie möge für mehr Zensur bei YouTube sorgen. Google hätte den Brief auch gleich an sich selbst schreiben können.

Aber so funktioniert das Spiel: Google kann sich nun ein wenig zieren und dann auf Druck der nur der Wahrheit verpflichteten internationalen Faktenchecker nachgeben und seine Zensur verschärfen. Google kann seine Hände in Unschuld waschen, denn es wurde ja von den Wahrheitswächtern gedrängt, gegen das vorzugehen, was die (die von Google bezahlt werden) als Falschinformationen ansehen.

Wer für die „Wahrheit“ kämpft

Eine weitere NGO, die bei Poynter für Medienkompetenz sorgen soll und dabei auch viele andere Faktenchecker finanziell und mit Rat und Tat unterstützt, ist das National Endowment for Democracy, über das ich schon oft berichtet habe, ein Beispiel finden Sie hier.

Das National Endowment for Democracy ist ein klassisches Beispiel für „NGOs“, die keine sind. Wir müssen uns daran erinnern, dass „NGO“ „Nicht-Regierungsorganisation“ bedeutet. Aber wie kann man von einer Nicht-Regierungsorganisation sprechen, wenn die Organisation von einer Regierung gegründet wurde und von ihr finanziert wird?

Das National Endowment for Democracy (NED) ist eine US-amerikanische Stiftung mit dem erklärten Ziel der weltweiten Förderung der Demokratie. Sie wurde 1983 vom US-Kongress in Washington gegründet und erhält von diesem für ihre Arbeit eine jährliche Finanzierung aus dem US-Bundeshaushalt.

Nicht in allen Fällen haben die Aktivitäten des NED zu demokratischen Veränderungen geführt, das NED war offensichtlich schon zufrieden, wenn mit seiner Hilfe pro-amerikanische Regierungen an die Macht kamen, die amerikanischen Konzernen freien Zugang zu ihren Märkten, Bodenschätzen und so weiter ermöglicht haben, sodass danach das Ziel der „Förderung der Demokratie“ nicht weiterverfolgt werden musste.

Auf den Punkt brachte die Arbeitsweise des NED sein Mitbegründer und ehemaliger Vorsitzender Allen Weinstein, der zur Tätigkeit des NED in einem Interview mit der Washington Post am 21. September 1991 sagte, das NED tue das, „was vor 25 Jahren die CIA verdeckt getan hat.“

Das NED war seit seiner Gründung an allen Regimechanges der USA beteiligt und finanziert alles und jeden, der die Gegner der USA – egal mit welchen Mitteln und Zielen – bekämpft. Und diese ehrenwerte Organisation steht hinter den Faktencheckern, die uns erzählen, was die Wahrheit ist und was nicht.

Fuck den Checker!

Die selbsternannten Faktenchecker sind reine Propaganda-Instrumente, deren Aufgabe es ist, die politisch gewollten Narrative durchzusetzen und sie werden von denen gegründet und bezahlt, die daran ein Interesse haben. Beispiele dafür habe ich während meiner Arbeit so viele gefunden, dass es den Rahmen sprengen würde, sie alle aufzulisten. In ihrer Gesamtheit erzeugen sie für den durchschnittlichen Medienkonsumenten den Eindruck, dass ganz viele unabhängige, nur der Wahrheit verpflichtete Journalisten und Experten alle zu dem gleichen Schluss kommen – und dann muss das ja wahr sein!

Diese Illusion funktioniert, wie wir täglich daran sehen, dass immer mehr Menschen in sozialen Netzwerken als Beleg für eine These inzwischen Artikel von Faktencheckern verschicken, anstatt selbst zu recherchieren und Originalquellen zu suchen.

In meiner Arbeit habe ich mich sehr viel mit der Macht der NGOs und Stiftungen beschäftigt und in meinem Buch „Abhängig beschäftigt“ bin ich auf das Thema und seine Wirksamkeit im Detail eingegangen. Nachdem ich mich so viel damit beschäftigt habe, kenne ich auch die Finanziers dieser selbsternannten Wahrheitswächter – und es handelt sich dabei um eine recht kleine Gruppe von vielleicht 20 Stiftungen (und natürlich den Internetkonzernen), von denen man bei jedem Faktenchecker eine oder mehrere unter den finanziellen Förderern findet.

Correctiv zum Beispiel nennt neben anderen als Unterstützer des Jahres 2021 drei der „üblichen Verdächtigen“: Die Open Society Foundation von George Soros die Stiftung „Luminate – Omidyar Network Foundation“ und die Mercator Stiftung. Und so kann man das bei jedem Faktenchecker der Welt durchspielen und wer sich deren Finanziers anschaut, der stellt fest, dass sich dabei eine Gruppe von etwa 20 Stiftungen (und natürlich die Internetkonzerne) herauskristallisiert, die über ihre finanziellen Zuwendungen dafür sorgen, dass die Wahrheitswächter das zur Wahrheit erklären, was die wenigen Superreichen, die hinter den Stiftungen stehen, wollen.

Dabei wechselt man sich jedes Jahr ein wenig ab. 2020 waren unter den finanziellen Unterstützern von correctiv folgende „übliche Verdächtige“: Soros, Luminate, Google, Twitter, Mercator und Adessium (Adessium ist eine besonders interessante Stiftung, über die ich in einem anderen Zusammenhang berichtet habe). 2019 wurde correctiv unter anderem von folgenden der „üblichen Verdächtigen“ unterstützt: Mercator, Adessium und Soros. Für 2018 nennt correctiv unter anderem: Omidyar (also Luminate), Soros, Mercator, Adessium und Google. Und so wechselt man sich jedes Jahr ab und dieses Spiel kann man bei allen internationalen Faktencheckern beobachten, die im Mainstream zitiert werden, und es sind immer die gleichen etwa 20 Finanziers.

In meinem Buch „Abhängig beschäftigt – Wie Deutschlands führende Politiker im Interesse der wirklich Mächtigen handeln“ habe ich mich sehr intensiv mit weiteren Themen rund um die komplexen Zusammenhänge der gesteuertern Politik im Westen und deren brisanten Verstrickungen mit einer ganzen Reihe von Organisationen beschäftigt und dabei einiges zu Tage gefördert.

Das Buch ist aktuell in diesem Monat erschienen und ausschließlich hier direkt über den J.K. Fischer Verlag bestellbar.

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