Was ich gerade lese>Freya Klier<

Nach dem ich den „Verratenen Himmel“ (vielen Dank Dieter Broers) durch habe, habe ich mir nun „Unter mysteriösen Umständen“ von Freya Klier vorgenommen.

Nach den ersten ca. 50 Seiten muss ich eine Pause machen;

ich hatte vergessen oder verdrängt wie grausam und perfide das System damals mit den Menschen umgegangen ist.

Freya Klier bringt es einem so nüchtern und deutlich nah, das man fröstelnd erschaudert, ob der menschenverachtenden sadistischen Perfidie der Stasi und der restlichen Machthaber.

Und dann kriechen mir die Bilder von sadistisch bis aufs Blut prügelnden „Sicherheitskräften“ ins Hirn, welche ich zentimeternah in Berlin erlebt habe!

Nein – es war nicht genau so – aber es fing genau so an!

Ohne jede Rücksicht auf Alter, Geschlecht oder sonst irgend etwas – mit der Visage in den Straßendreck gepresst,

mit einem Knie im Nacken und so brutal wie möglich mit Kabelbindern gefesselt und dann wegen der „Feststellung der Personalien“ mit brutal auf dem Rücken zusammengebunden und nach oben gezerrten Armen in ein Kaninchenkäfig -ähnliches Fahrzeug verbracht um zu erfahren, das man daraus einen „Widerstand“ gemacht hat.

Oder auf dem Rücken gefesselt mit dem Knie ins Gesicht getreten werden, wobei die Prügelknaben immer sofort eine „Schildkröte“ bilden, damit Beweisaufnahmen nicht möglich sind!

Und?

Eine Chance das der Delinquent „Vor Gericht“ Recht bekommt? (Hypothetische Frage)

Da schreit ein erwachsener friedlicher Demonstrant um Hilfe, weil fünf oder sechs Sicherheitskräfte auf ihm sitzen –

wer sollte ihm wohl helfen?

Ein anderer wird mit blutig geschlagenem Gesicht weg gezerrt und versucht derweil „Artikel 20 Absatz 4“ zu schreien!

Ja und? Artikel ? (Grund)Gesetze? Makulatur!

Dann höre ich wieder: Die waren ja nicht alle böse! Es gab auch ruhige! Ach ja?

Welche meinst du denn jetzt?

Ich kann weder das Eine noch das Andere fassen und muss erst mal eine Pause in der Stasidiktatur machen bis mir klar wird, wie Bürger-und Menschenrechte heute immer schneller erodieren und „ehemalige“ Stasi-Leute wieder ganz offen auftreten.

Es kommt mir vor – ich bin gedanklich aus der roten Matrix aufgetaucht um in einer neuen blauen zu verschwinden!

Ich sah gestern zufällig ein Bild vom inneren des Bundestages – und ich war ein wenig über mich selbst erschrocken darüber, wie galaxienweit diese ganze politische Kaste inzwischen von mir entfernt ist.

Lo

Ein ganz aktueller Fall: Aus welcher Matrix? Endscheiden Sie selbst!

Montag, ca 19°° Uhr in Deutschland, genauer Schweinfurt.

Ich laufe allein mit meiner Hündin im Rahmen des Abendspaziergangs in der Hohen Brückenstraße, als für mich völlig überraschend ca. 10 Polizeibusse mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit, mit Blaulicht, aber ohne Martinshorn, an mir vorbei rasen!
Sie rasen am Roßmarkt vorbei, somit viel zu schnell durch den verkehrsberuhigten Bereich und, wie sich kurz danach herausstellt, zur Hadergasse (ca. 5 Busse sperren diese von oben ab, ca. 5 von unten) – ich komme kurz danach hinzu.

Unzählige Polizeibeamte springen aus den Bussen und schreien Menschen an, die sich dort aufhalten, die ganze Luft vibriert vor Aggression. Unwillkürlich bekam man ein Gefühl des Entsetzens und der Beklemmung, weil die ganze Szenerie sehr bedrohlich wirkte.

Was genau war passiert? Ein Gefängnisaufstand in der „Villa Rosa“? Bombendrohung? Bewaffneter Raubüberfall? Oder ein Messerstecher mit Tötungsabsicht? Das waren meine Gedanken.

Aber nein, ca. 60-70 Menschen, unverkennbar die bürgerliche Mitte, waren leise durch die Straßen gelaufen und wurden schließlich wie Vieh zusammengetrieben. Sie trugen keine Plakate, sie skandierten keine Parolen, nichts – sie drückten allein durch ihre Anwesenheit ihr Missfallen gegenüber den restriktiven und zerstörerischen Maßnahmen gegen die Pandemie aus.

Und das rechtfertigt so einen Einsatz? Nein, tut es nicht, wie ich finde. Was ich seit fast zwei Jahren sehe und teilweise auch selber erfahren durfte, ist, dass die Verhältnismäßigkeit völlig verloren gegangen ist.

Kritiker (z.B. die Unterzeichner der sogenannten Schweinfurter Erklärung) werfen den Maßnahmen-Kritikern vor, sich nicht „ordentlich“ anzumelden. Denen sei gesagt, dass das Grundgesetz, Artikel 8 jedem Deutschen das Recht, sich unter freiem Himmel zu versammeln, gibt. Punkt.
Trotzdem wurden in der Vergangenheit viele Kundgebungen angezeigt – mit dem Ergebnis, dass für alle Beteiligten eine Kontaktschuld ausgesprochen wurde (weil angeblich auch jemand mit „rechter Gesinnung“ dabei war), die Anmelder in die rechte Ecke gestellt (dadurch beruflich zerstört) wurden und die Auflagen von Mal zu Mal unsinniger und bar jeglicher Evidenz ausgesprochen wurden. Diejenigen, die sich nicht daranhielten, bekamen drakonische Strafen – die Anmelder im Übrigen auch für andere Teilnehmer, z.B. auch für Leute, die außerhalb der Demofläche standen…!?

Womit wir zurück bei der Verhältnismäßigkeit wären.
Es werden Strafen bis zu 3000,- angedroht, wenn man bei einem „illegalen Spaziergang“ mitläuft (hätte das vor zwei Jahren jemand prophezeit, hätte der sofort den „goldenen Aluhut“ bekommen).
Wissen Sie, was man „anstellen muss“, bis man so eine hohe Strafe für ein nicht regierungskritisches Vergehen vor Gericht bekommt? Einiges, z.B. Diebstahl, Kinderpornografie, Bedrohung… wie ich aus meiner Zeit als Schöffin weiß.

Und nun der Vorfall am Montag, den etliche Augenzeugen (ich war leider etwas zu spät) völlig anders berichten, als offiziell verlautbart.
Ich kenne aber die „gewalttätige Dame“ und muss ehrlich sagen, dass, wenn vier junge Polizeibeamte (Männer) Angst vor einer sehr schlanken 51jährigen Frau haben, diese wohl ihren Beruf verfehlt haben. Sie soll einen Beamten ins Bein (Uniform) gebissen haben?
Ich hörte dagegen, dass sie keine Luft mehr bekam, weil einer der Vieren sein Knie in ihre Rippen gerammt hatte, ein anderer an ihrem langen Haar gerissen hat. Wenn, dann hat sie aus Schmerz bzw. um sich aus der schlimmen Lage zu befreien, gebissen.

Egal, der eigentliche Skandal folgte danach. Diese bis dato absolut unbescholtene Frau wurde wie eine Schwerverbrecherin in U-Haft genommen! Sie bekam bis zum (macht das jetzt Schule?) Schnell-/Standgericht am Folgetag um ca. 16°° nichts zu essen! Keine Waschmöglichkeit, keine frischen Kleider, keinen Besuch/Anruf durch/mit ihrem Mann… lediglich 1 Glas Wasser!?
Lesen Sie das bitte noch einmal. Ich berichte aus erster Hand und nicht aus Turkmenistan o.ä., sondern immer noch aus Schweinfurt, Unterfranken im Jahre 2022.

Dies gehört noch zum letzten Link dazu 🤮🤮🤮

Diese Frau wird am nächsten Nachmittag mit Handschellen im Gericht vorgeführt und erhält eine sehr hohe Geldstrafe und eine Bewährungsstrafe dazu!?
Ich fasse zusammen: sie erfährt fast 24 Std. Freiheitsentzug in Isolation, Bedingungen, die Amnesty International als Folter bezeichnen würde, und schließlich eine Bewährungsstrafe, so dass sie ab sofort als „vorbestraft“ gilt.
Ist allen bewusst, wie viele Pädophile, Mörder und Vergewaltiger da draußen herumlaufen, die eine geringere Strafe bekommen haben? Oder wenn das egal ist, können Sie ermessen, wie viele Steuergelder für so einen Einsatz „aufgewendet“ werden?

Ich appelliere in aller Eindringlichkeit an die Verantwortlichen, das Ganze noch einmal zu überdenken und den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu berücksichtigen. Dies gilt vor allem auch, wenn ich mir die Definition für das Beschleunigtes Verfahren* anschaue. Da frage ich mich, wie man diese Situation als „strafrechtlich relevant“ einstufen und wo man die „einfache Beweislage“ sehen kann.
Mir kommt es eher so vor, als solle Eine bestraft werden, um Hunderte zu „erziehen“.
Und die Augenzeugen vor Ort, mit denen ich gesprochen habe, wurden definitiv nicht befragt. Genauso wenig, wie Videomaterial angefragt/gesichtet wurde.
Eine Gruppe völlig unbeteiligter Passanten aus allen Lagern, also Befürworter der Maßnahmen, Kritiker und eben auch tatsächliche Augenzeugen haben die Situation im Übrigen genauso beurteilt wie ich.

Ich bin fassungslos.

Daniela Rupprecht, Bildungswissenschaft B.A./Sozialarbeiterin

*Beschleunigtes Verfahren bezeichnet im deutschen Recht eine besondere Form des Strafverfahrens durch die Justiz. Es dient dazu, strafrechtlich relevante Sachverhalte mit einer einfachen Beweislage schnell und effektiv zu verhandeln. Die Strafe soll dabei der Tat gewissermaßen „auf dem Fuße“ folgen.

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