Chronik des Irrsinns – der Februar 2022

Der zweite Monat des Jahres 2022 geht zu Ende, also das zweite Zwölftel eines Irrsinns. Die mit dem Klammerbeutel Gepuderten erhöhen die Schlagzahl, der Chronist kommt kaum hinterher. Lesen Sie, staunen Sie!

Einer Studie der Johns Hopkins Universität zufolge wurden mit dem strengen Lockdown im Frühjahr 2020 in Amerika und Europa kaum Leben gerettet. Diese Maßnahme sei daher, so die Schlussfolgerung, abzulehnen. Was machen deutsche Staatsfunker mit der Nachricht? Gehen sie jetzt wenigstens im Nachhinein kritisch mit der Politik ins Gericht? Aber nicht doch! Nils Metzger vom ZDF zweifelt lieber die Studie an. Sie „ignoriere wichtige Aspekte“, und überhaupt. Außerdem sei „die Sinnhaftigkeit von Lock- und Shutdowns… in den vergangenen zwei Jahren immer wieder debattiert“ worden. Ach ja? Ich habe das noch so in Erinnerung, dass die Medien immer schnellere, längere und härtere Lockdowns gefordert haben. Das Internet vergisst nichts, Herr Metzger.

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NDR info stellt die neue Grünen-Chefin Ricarda Lang vor. Da sie außer Geburt und abgebrochenem Studium nur die (Quoten-)Parteikarriere vorzuweisen hat, wird auf der Kachel noch ihre Mitgliedschaft in der Gewerkschaft ver.di erwähnt, und dass sie die „erste offen bisexuelle Abgeordnete“ sei. Man hätte auch noch das Seepferdchen-Abzeichen (falls geschafft) erwähnen können, oder den Besitz einer Payback-Karte. Das Netflix-Abo. Ein Jodel-Diplom…

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Ganz Skandinavien öffnet, auch die Schweiz hat ein Ende der Corona-Maßnahmen angekündigt, doch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sieht mindestens bis Mitte April keine Chance für das Ende von Corona-Beschränkungen. Gerade eben hat er doch verfügt, dass man im ÖPNV die FFP2-Maske zu tragen hat, das werde man nicht durch „haltlose Ausstiegsdebatten“ konterkarieren. Man sei immer noch in einer „dramatischen Situation“. Und jetzt haltet mal alle die Maultaschen!

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Licht-Projektion am Münchner Rathaus: Am Abend des 2. Februar werden von 18.00–23.00 Uhr die Begriffe #Wissenschaft, #Solidarität, #Demokratie und #Zusammenhalt auf die Rathausfassade projiziert. Kostet so gut wie nix, tut niemandem weh, signalisiert, dass man zu den Guten gehört. Symbolpolitik eben. Und etwas moderner als die Spruchbänder damals unter Honecker. Das wird sicher ein Riesenerfolg!

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Oh nein! Karl Lauterbach liegt flach, aber natürlich nicht mit Omikron, das gerade Millionen die Nase laufen lässt, sondern mit einem anderen Erkältungsvirus. Und zwar so arg, dass er seine Teilnahme bei Maischberger absagt. Da muss es wirklich schlimm um ihn stehen. 

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Die neue Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ startet. Traten früher ausschließlich blutjunge, klapperdürre Mädels an, waren in den letzten Staffeln schon vermehrt farbige, kurvige oder irgendwie diverse zu sehen. Diesmal kreischt Heidi Klum sogar mit adipösen und sehr gereiften Teilnehmerinnen um die Wette, ein Möchtegern-Model zählt 50, eines 66 und eines gar 68 Lenze. Kurzum: GNTM ist so geworden, wie sich das Grüne immer schon gewünscht haben. Nächstes Jahr wird’s Ricarda!

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Brisante Enthüllung: Innenministerin Nancy Faeser hat im Juli vergangenen Jahres einen Gastbeitrag für die Publikation einer „antifaschistischen“, leider linksextremistischen Organisation geschrieben, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Welcher wiederum wem nachgeordnet ist? Genau, dem Innenministerium. Und hat Nancy nicht selbst noch Anfang Januar gesagt: „Wir werden Verfassungsfeinde schneller aus dem öffentlichen Dienst entfernen, Extremisten haben in Behörden nichts verloren“? Hat sie. Tritt aber trotzdem nicht zurück. Am linken Rand faesert Deutschland aus.

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Die Tagesschau bezeichnet RKI-Chef Wieler als „Virologen“. Unser Faktencheck ergab allerdings, dass der Mann gelernter Tierarzt ist, also, wie ein Staatsfunker sagen würde, Veteran.

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In den sozialen Medien postet ZDF heute einen Beitrag zum Thema Gaskraftwerke und Atomkraft und dazu ein Foto von zwei AKW-Kühltürmen, aus denen dunkle, graue Rauchschwaden quellen statt harmlosen weißen Wasserdampfes. Die „Erklärung“ der Qualitätsjournalisten ist noch peinlicher als die Manipulation: Man habe „eine Photoshop-Vorlage mit Abdunkelungsebene verwendet, um helle Schrift lesbarer zu machen“, diese sei falsch positioniert worden. Was glatt und richtig schlecht gelogen ist und allgemeine Heiterkeit auslöst.

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Ju-huuuu: Fünf junge FDP-Abgeordnete tänzeln zur Abstimmung des Bundestages über Paragraph 219a (Werbeverbot für Abtreibungen) – mit einem Ghettoblaster, aus dem „Little Short Dick Man“ dröhnt, zwei von ihnen machen mit der Hand eine „Kopf ab“-Geste. Nicht wirklich geschmackvoll, bei dem Thema. Die FDP-Abgeordnete Kristine Lütke, die das Video gepostet hat, löscht es nach einem Proteststurm und bedauert, dass das Video „bei diesem sensiblen Anlass… Raum für Missverständnisse geboten“ habe.

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Ein Dieter Weber (AfD) illustriert seine Ablehnung der Legalisierung von Cannabis in den sozialen Netzwerken mit dem Bild einer vermeintlich kaputten Raucherlunge. Nur blöd, dass das Foto eine wenig appetitliche Walnuss zeigt. Wir müssen wirklich mal über den Geisteszustand des politischen Personals in diesem Land sprechen.

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Ricarda Lang wird in der Talkshow „Markus Lanz“ vom Moderator zu „Nord Stream II“ befragt und antwortet: „Wenn die russischen Aggressionen weitergehen (…), dann kann diese Pipeline nicht einfach so gebaut werden.“ Aber die Gas-Pipeline ist doch schon seit September 2021 fertiggestellt, Ricarda! First you crawl before you walk, first you think before you talk! Oder frag’ wenigstens vorher jemanden, der sich auskennt.

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Gilt übrigens auch für das Tragen von FFP2-Masken für Kinder. Die Stiftung Warentest hat neulich einen Test mit eben diesen Modellen abgebrochen, wegen erschreckender Erkenntnisse zur Sauerstoff-Versorgung. Und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC sieht grundsätzlich keinen Mehrwert in der universellen Alltagsverwendung der Kaffeefiltertüte. Trotzdem fordert die Grünen-Vorsitzende kostenlose FFP2-Masken für Kinder, um „Räume zum Spielen, Lernen und Kind sein (sic!) wieder sicher zu machen“. So, und jetzt raten Sie mal, ob Frau Lang Kinder hat.

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„Zugriff!“ In Essen stürmt ein SEK eine Wohnung, bricht dabei die Tür auf und überwältigt den dort lebenden 28-jährigen Studenten. Leider haben sich die Einsatzkräfte in der Etage vertan, die Zielperson wohnt ein Stockwerk tiefer. Als Entschuldigung bekommt der junge Mann vom SEK-Leiter einen Amazon-Gutschein über 50 Euro.

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„TV total“-Moderator Sebastian Pufpaff zeigt Ausschnitte der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Peking, macht sich über das breite Grinsen der Showteilnehmer lustig und fordert die Mitglieder der Showband auf, ebenfalls breit zu grinsen. Dann kündigt er an, die chinesische Nationalhymne erklingen zu lassen, doch stattdessen spielt seine Band das Kinderlied „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“. Daraufhin wird Pufpaff vorgeworfen, sich „rassistisch verhalten“ zu haben.

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Das Magazin WISO (ZDF) gibt Tipps, mit welchem „Notfall-Kit“ man die Omikron-Variante des Jahrtausendvirus Corona bekämpfen kann: Hustensaft & Schleimlöser, Nasenspray, Augentropfen, Fieber- und Schmerzmittel, Gurgellösungen oder Lutschpastillen.

Derweil wird wegen derselben Krankheit konkreter über eine allgemeine Impfpflicht diskutiert.

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Und jetzt in die Hauptstadt der Irren: Aktivisten der Gruppe „EssenRettenLebenRetten“, die sich sonst gern mit Sekundenkleber auf den Boden von Fahrbahnen festpappen, erscheinen mit Schaufeln auf den kleinen Grünflächen vor dem Bundeskanzleramt und graben die Erde um, nach eigener Aussage, um dort Kartoffeln „einzupflanzen“ (die man ja eigentlich setzt). Tatsächlich haben ihre subterranen Knollenfrüchte keine Triebe, und es ist auch erst Februar, nicht Frühling. So wachsen höchstens Tiefkühlpommes, wie ein Spötter bei Twitter bemerkt. Haben sie in Bio wieder nicht aufgepasst, die kleinen Racker.

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Amelie Fried, Moderatorin und Schriftstellerin: „Wenn man in einem der freiesten und demokratischsten Länder der Welt (sie meint Deutschland, Anm. CC) abends durch eine Großstadt geht und das dämliche ,Freiheit’-Geplärre der ,Spaziergänger’ hört, wünscht man diesen Schwachköpfen doch mal einen Aufenthalt in einem russischen oder chinesischen Straflager.“ 

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Der Grüne Stephan Ostermann zwitschert: „Hey #Schwarm, ich suche für eine Demo ein paar knackige Sprüche für Plakate, die wir den ,Spaziergängern’ vorhalten wollen. Habt Ihr etwas? Feuer frei!“ Ich schlage ihm vor:

„Grundrechte? Braucht kein Mensch!“
„We ❤️ Maßnahmen!“
„Protestiert zu Hause!“
„Karl, ich will ein Kind von Dir!“
„Ausnahmezustand forever!“
„Ende März seid Ihr alle tot!“
„Wer braucht schon genaue Zahlen?
In vier Jahren erst sind Wahlen!“

Und werde umgehend geblockt. Sind aber auch empfindlich, unsere Politiker…

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Wertvoller Spartipp von „funk“, dem Medienangebot von ARD und ZDF für 14-29-Jährige (und nach Alexander Kissler eine Mischung aus Radio Antifa und verfilmter Sexualkunde): einfach in die Dusche urinieren! Denn: „Wer einmal am Tag beim Duschen pinkelt, kann rund 2.200 Liter Wasser im Jahr sparen!“ Noch besser: Wenn man „funk“ einstellen würde, ließen sich jährlich 45 Millionen Euro einsparen.

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Jetzt wird’s lustig! Der neueste Gag der heute-show: „Helsinki und Oslo haben 2019 generell Tempo 30 eingeführt. Seitdem ums Leben gekommene Fußgänger oder Radfahrer: null.“ Ja, äh, gut. Stockholm, Kopenhagen und Oslo haben übrigens alle Corona-Restriktionen aufgehoben, sollte man sich da nicht auch ein Beispiel an den Skandinaviern nehmen?

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Anlässlich der Wiederwahl des Bundespräsidenten listet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND), das nach eigenen Angaben mehr als 60 Tageszeitungen mit mehr oder weniger verlässlichen Berichten versorgt, die bisherigen Staatsoberhäupter der Bundesrepublik auf. Dabei ordnen die Qualitätsjournalisten Heinrich Lübke der FDP zu (richtig: CDU), Gustav Heinemann der CDU (richtig: SPD) und Walter Scheel der SPD (richtig: FDP). Vertrauen Sie trotzdem dem RND und seinen Faktencheckern – und meiden Sie die Fake News der alternativen Medien!

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Die Rapperin Lady Bitch Ray und die Drag-Queen Gloria Viagra, von der Linksfraktion in die Bundesversammlung geschickt, kreuzen in reichlich schrillem Outfit (u.a. mit Schleier, Stulpenstiefeln, greller Schminke und Perücke) im Hohen Hause auf, um in diesem clownesken Aufzug das Staatsoberhaupt zu wählen. Angesichts des Zustands der deutschen Politik und ihrer Vertreter muss man sagen: durchaus angemessen!

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Verzweifelt wehrt sich Karl Lauterbach bei „Anne Will“ gegen das drohende Ende seiner Pandemie: „Die Idee, dass das jetzt immer harmloser wird, demnächst eine Erkältungskrankheit, das ist eine ganz gefährliche Legende. Das mag in 30, 40 Jahren so sein, aber nicht für die nächsten zehn Jahre.“ Und: „Die Impfungen sind halt, mehr oder weniger, nebenwirkungsfrei“. Ist hier irgendwo ein Arzt?! Der Mann braucht Hilfe!

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Die Initiative „QueerWein RheinlandPfalz“ ist ein Ei, das der LGBTIQ-Beauftragte des Landes als Initiative des Familienministeriums ausgebrütet hat. Er hat zu Monatsbeginn „alle lesbischen, schwulen, bisexuellen, transidenten, intergeschlechtlichen und nichtbinären Winzer“ (nicht Weinanbauenden?) eingeladen, ihm jeweils ein oder zwei Weine vorzuschlagen. Der aus der Verkostung hervorgehende Sieger soll dann als „QueerWein“ bei offiziellen Veranstaltungen ein Jahr lang als „Vielfaltsbotschafter“ dienen. Nach zwei Wochen hat sich allerdings noch kein einziger queerer Winzer gemeldet. Aber es war ja gut gemeint! Und irgendwie muss so ein LGBTIQ-Beauftragter ja auch mal was machen.

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Sollte Gleisbettstoßen mal olympisch werden, hat Deutschland dank Zuwanderung gute Medaillenchancen: Wie die WELT berichtet, wurden im Jahr 2021 ganze 49 Taten dieser Art verübt, von den 65 Tatverdächtigen hatten 38 keinen deutschen Pass. Dazu Martin Rettenberger, Direktor der Kriminologischen Zentralstelle: „Nach 2015 haben wir zumindest gesehen, dass manche Eingereiste mit psychischen Problemen nicht adäquat versorgt wurden.“ Unser Versäumnis also, klar. Theoretisch könnte man natürlich weniger Leute mit psychischen Problemen einreisen lassen, praktisch will man jedoch mehr Kameras installieren und Bahnsteige besser ausleuchten. Da fühlt man sich doch gleich viel sicherer!

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Im Bundestag schildert René Springer, sozialpolitischer Sprecher der AfD, wie in seiner ostbrandenburgischen Heimat die Tankstellen vor die Hunde gehen, weil die Leute in Polen tanken, wo Benzin ca. 60 Cent billiger ist, und fragt, ob die Bundesregierung nicht auch in Betracht ziehen könnte, wie die polnische Regierung zur Entlastung der Menschen die Steuern auf Spritpreise zu senken. Andreas Audretsch (Grüne) verweigert eine Antwort unter Hinweis auf die „wehrhafte Demokratie“, derentwegen er „mit Rechtsextremisten nicht spreche“.

Für diese interessante Arbeitsauffassung wird Audretsch, wie auch alle anderen Parlamentarier, demnächst wohl noch etwas üppiger entlohnt. Die „Abgeordnetenentschädigung“ (wer entschädigt uns eigentlich für unsere Vertreter?) beträgt derzeit monatlich 10.012,89 Euro und soll um 3,1% (310,40 Euro) erhöht werden, zusätzlich gibt’s eine steuerfreie „Aufwandspauschale“ (4.583,39 Euro pro Monat). Mögen uns unsere Abgeordneten auch nicht lieb sein, teuer sind sie auf jeden Fall.

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Empörung im Bundestag: Der Grüne Markus Ganserer (verheiratet, zwei Kinder) ist dank Frauenquote und Landeslistenplatz 13 ins Parlament eingezogen, weil er sich seit 2018 als transident, nunmehr als Frau definiert und sich Tessa nennt. Beatrix von Storch (AfD) sagt, jeder könne privat natürlich so leben, wie er mag, stellt aber fest, dass Ganserer rechtlich und biologisch ein Mann sei, auch wenn er Rock, Lippenstift und High Heels trage, deshalb zu unrecht einer Frau das Abgeordnetenmandat weggenommen, der Sache der Quote also einen Bärendienst erwiesen habe. Die Presse spricht von einem Eklat, von Storch habe Ganserer „diffamiert und beleidigt“ bzw. die „Grenzen des Anstands strapaziert“; Abgeordnete der Grünen, der SPD und der FDP nennen ihre Aussagen „abscheulich und erschütternd, niederträchtig, bodenlos, homophob und zutiefst menschenverachtend“, eine „Schande“.

Da es offizielle Ganserer-Porträts mit Gesichtsbehaarung gibt, kursiert in sozialen Netzwerken das angebliche russische Sprichwort „Wenn du hast Frau mit Bart, kann sein, ist Mann.“

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ARD, ZDF und Deutschlandradio benötigen bis 2024 rund 600 Millionen Euro zusätzlich – wegen Corona (Hygienekosten und weitere Zusatz-Ausgaben). Das Geld soll an anderer Stelle eingespart werden. Bisher gibt man beim Staatsfunk die neun Gebührenmilliarden mit vollen Händen aus. Hätten Sie gewusst, dass eine Sendeminute einer Serie wie „Bettys Diagnose“ mit 10.600 Euro zu Buche schlägt? Fast eine halbe Million mithin für 45 Minuten Schrott? Na gut, immer noch besser als „Anne Will“.

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Die Journalistin und Moderatorin Katrin Seibold war dem Staatsfunk zu kritisch. Im Kündigungsschreiben ihres ehemaligen Arbeitgebers ZDF findet sich u.a. dieses Schmankerl: „Redaktionssitzungen werden von Ihnen immer wieder für Kritik am System genutzt, was bei Kolleg*innen erhebliche Störgefühle auslöst.“

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Pfarrbrief aus der Hölle: In Bonn hetzt ein Pfarrverweser in einem Gemeindebrief gegen Ungeimpfte: „Impfen ist nach Auskunft der Wissenschaft die beste und effektivste Methode, die Pandemie in den Griff zu bekommen“, schreibt der Geistliche, der offenbar zu viel fernsieht. „Ungehaltene und zunehmend aggressive Äußerung über Menschen, die sich der Impfung verweigern oder gar gegen sie auf die Straße gehen, sind nachvollziehbar und verständlich.“ Aber da ist ja noch diese vermaledeite Feindesliebe, und Pfarrer Norbert Grund muss die Kurve kriegen: „Gegner*innen sind zu lieben, und das soll sich darin zeigen, dass mensch ihnen (auch noch) Gutes tut. Geht das nicht entschieden zu weit für uns normale, durchschnittliche Glaubende?“ Ja, eigentlich schon, aber Gott ist nun mal gütig „auch gegen die Undankbaren und Bösen“, und vielleicht auch gegen scheinheilige Priester, die ihrer Gemeinde mit schwer erträglichem Gender-Geschwurbel auf den Sack gehen. Oder was hätte Jesus mit so einem wie Pfarrer Grund wohl gemacht? Schreiben Sie es gern in den Kommentarbereich! 

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Eine Grundschule in der Karnevalshochburg Hamburg-Altona verschickt einen Elternbrief, dem zu entnehmen ist, welche Kostüme beim Kinderfasching nicht getragen werden sollten. So sind in der Theodor-Haubach-Schule neben dem Indianerkostüm auch Prinzessinnenkleider verboten, weil sie das Mann-Frau-Stereotyp bedienen. Empfohlen wird, dass sich die Kinder geschlechts- und kulturneutral verkleiden, etwa als Karotte oder Spiegelei.

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Nun marschieren also doch russische Truppen in die Ukraine ein. Aber… aber… hat die Presse nicht noch vor wenigen Tagen versichert, Olaf Scholz habe bei seinem Besuch in Moskau „auf den Tisch gehauen“ (BILD)? Und hat nicht SPD-Chefin Saskia Esken triumphiert, Putins Bereitschaft, „den Weg der Verhandlungen zu gehen“, sei das „erste Ergebnis einer beeindruckenden Krisendiplomatie und des Bundeskanzlers. Well done, Olaf Scholz!“? Und dann desavouiert das Kremlmonster unsere schöne neue feministische Außenpolitik? Wir sind betroffen und auch ein Stück weit enttäuscht.

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Die Bekundungen deutscher Politiker zur Solidarität mit der Ukraine sind keine leeren Worte: Immerhin wird das Brandenburger Tor blau-gelb angestrahlt.

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Der frühere NATO-General Egon Ramms wird im heute-journal gefragt, ob die Bundeswehr aktuell im Ernstfall in der Lage wäre, Deutschland zu verteidigen. Seine militärisch kurze Antwort: „Nein.“ Zuvor hat bereits der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, gesagt, die Bundeswehr stehe „mehr oder weniger blank“ da. Aber Herr Ramms, Herr Mais, dafür gibt es jetzt familienfreundlichere Arbeitszeiten, Unisex-Toiletten und Kitas in den Kasernen sowie Kurse über geschlechtliche und sexuelle Vielfalt! Und demnächst wohl auch Wurf-Wattebäuschchen in Tarnfarben!

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Die versprochenen 5.000 deutschen Helme für die ukrainische Armee, die sich mittlerweile seit zwei Tagen gegen die russischen Invasoren stemmt, sollen demnächst übergeben werden, allerdings außerhalb der Grenzen. Das wird der Wendepunkt des Krieges sein… Danke, Frau Lambrecht!

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Die europäischen Partner wollen Russland wegen des Angriffs auf die Ukraine vom Banken-Kommunikationssystem SWIFT ausschließen. Alle – bis auf Deutschland, das noch blockiert. Das wäre dann doch mal eine echte Sanktion, die Scholz und seine Zeichensetzer*innenregierung lieber nicht mittragen.

Für den deutschen Umgang mit Despoten steht beispielhaft der EDEKA Sven Fiedler in Kiel, der bei Facebook ankündigt, dass Herr Putin ab sofort Hausverbot (!) im Supermarkt hat: „…und deshalb möchten wir Sie in unserem Geschäft nicht mehr sehen.“ Das ist ein harter Schlag, schließlich hat Putin offenbar immer gern in der Filiale eingekauft. Dann geh‘ doch zu Netto!

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Altbundeskanzlerin Merkel ist in einem Berliner Feinkost-Supermarkt beklaut worden, obwohl sie von einem Personenschützer begleitet wurde, der seinen Auftrag offenbar etwas eindimensional verstand. Jedenfalls gelang es einem Langfinger, ihr das Portemonnaie aus der Handtasche zu entwenden – inklusive EC-Karte, Personalausweis und Führerschein. Und vielleicht auch einem Autogramm von Erich Mielke mit Widmung, wer weiß das schon…

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180-Grad-Wende: Jetzt ist die Bundesregierung plötzlich doch für harte Sanktionen, will sogar 1.000 Panzerabwehrwaffen und 500 Stinger-Raketen an „unsere Freunde in der Ukraine“ liefern, wie Olaf Scholz bei Twitter ankündigt. Annalena Baerbock meint in der Sendung Brennpunkt, man wolle Instrumente nutzen, die das „ruschisse Restrim“ hart treffen würden, aber nicht die falschen „Intrumente“ wählen, „wo Putin drüber lacht“. Der lacht doch über was ganz anderes, Annalena!

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Scholz verspricht zusätzliche 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr. Einen Tag zuvor hat sich SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich noch gegen höhere Militärausgaben ausgesprochen, „immer noch mehr Aufrüstung“ könne nicht die Antwort sein. Die SPD, wie sie leibt und lebt!

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Baden-Württemberg bereitet sich auf die Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine vor und hat erste Maßnahmen beschlossen. So soll das Landesgesundheitsministerium allen Ankommenden schnell eine Covid-19-Schutzimpfung anbieten. Dem Krieg entronnen, nur um sofort den Zeugen Coronas in die Hände zu fallen – tragisch. Andererseits: Wer flüchtet denn ausgerechnet nach Deutschland?

Foto: Illustration Rudolf Wildermann

2 Kommentare zu „Chronik des Irrsinns – der Februar 2022

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