Eine Reportage über die Lage in Tschernobyl

Das russische Fernsehen hat eine Reportage über Tschernobyl gebracht, das von der russischen Fallschirmjägern als eines der ersten Ziele eingenommen wurde und das jetzt von russischen und ukrainischen Kräften gemeinsam bewacht wird.

von Anti-Spiegel

28. Februar 2022 03:11 Uhr

Die Ankündigung von Selensky auf der Münchner Sicherheitskonferenz, die Ukraine atomar bewaffnen zu wollen, war sicher einer der Gründe für die russische Militäroperation. Die Ukraine hat alles, was sie für eine nukleare Bewaffnung braucht: Sie hat Uran, kann es zu waffenfähigem Plutonium verarbeiten und sie hat auch eigene Raketen, die Atombomben tragen können. Daher hat Selenskys Ankündigung vor einer Woche sicher eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für den russischen Einsatz in der Ukraine gespielt.

Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass russische Fallschirmjäger gleich am ersten Tag der Operation in Tschernobyl gelandet sind und die Anlage unter ihre Kontrolle gebracht haben, denn dort ist ein wichtiges Lager für die atomaren Abfälle, die man zu Plutonium verarbeiten oder für den Bau von schmutzigen Bomben benutzen kann.

Das russische Fernsehen hat am Sonntag in seinem wöchentlichen Nachrichtenüberblick eine Reportage aus Tschernobyl gezeigt, die ich übersetzt habe.

Beginn der Übersetzung:

Das wurde noch nie gezeigt: Was in Tschernobyl passiert

Am ersten Tag der Militäroperation in der Ukraine wurde das Gebiet des Kernkraftwerks Tschernobyl unter Kontrolle gebracht. Nicht verbrauchter Kernbrennstoff hätte für Selensky eine Quelle für waffenfähiges Plutonium werden können. Und die Hochrisikoanlage selbst sollte besser gut bewacht werden. Jetzt wird das gemeinsam getan – eine russisch-ukrainische Patrouille, unsere Fallschirmjäger mit dem ehemaligen Bataillon der KKW-Sicherheit. Alles ist friedlich. Ein Bericht aus Tschernobyl.

Das Kernkraftwerk von Tschernobyl. Der berüchtigte Sarkophag über dem vierten Kraftwerksblock. Das russische Militär musste die Kontrolle über diese strategische Anlage zu übernehmen, um eine Tragödie wie die von 1986 zu verhindern. Hätte das russische Militär das nicht getan, hätten Radikale oder Nationalisten des Rechten Sektors die Anlage in ihre Gewalt bringen können. Die Folgen wären katastrophal gewesen.

Berichte der ukrainischen Seite über angeblich heftige Kämpfe entpuppten sich als eine weitere Falschmeldung. Die Soldaten des Bataillons der Nationalgarde, das die Anlage bewacht, haben freiwillig ihre Waffen niedergelegt, um unsere Truppen beim Schutz der Kraftwerksblöcke, des Sarkophags und des Lagers für abgebrannte Brennelemente zu unterstützen.

Die Übernahme der Kontrolle über das Kernkraftwerk Tschernobyl war von größter Bedeutung. Nach Selenskys Erklärung über seinen Wunsch, wieder eine Atommacht werden zu wollen, konnte die Ukraine natürlich kein waffenfähiges Plutonium herstellen. Aber eine sogenannte „schmutzige Bombe“ schon. Das verbrauchte Uran in der Anlage würde für Dutzende oder sogar Hunderte von Sprengköpfen ausreichen. Und das Land verfügt über die nötigen Trägersysteme.

Jetzt fahren wir gemeinsam mit dem Militär auf einem gepanzerten Mannschaftswagen nach KHOYAT-2. Das ist das Lager für abgebrannte Brennelemente. Es ist etwa anderthalb Kilometer vom Kraftwerk selbst entfernt. Wir werden sehen, wie die Soldaten der russischen Armee und der ukrainischen Nationalgarde zusammenarbeiten.

Der Konvoi fährt über das Gelände des Kernkraftwerks. Ringsum herrscht Trostlosigkeit. Die Blöcke des Kraftwerks sind seit 2000 außer Betrieb. Das zivile Personal ist mit der Wartung der Reaktoren beschäftigt. Sie sind abgeschaltet, werden aber noch mehrere Jahrzehnte lang abkühlen.

Hier kommen wir zum Lager. Dies ist exklusives Filmmaterial. Hier hat noch nie jemand gefilmt. Die grauen Behälter enthalten abgebrannte Kernbrennstoffe. Die Sicherheit wird hier geteilt. In dem Raum stehen vor dem Monitor der Überwachungskameras Kämpfer in russischen und ukrainischen Uniformen.

Dem ukrainischen Soldaten zufolge hat das Sicherheitssystem mehrere Ebenen. Es ist unmöglich, das Gebiet zu betreten, geschweige denn, in die Behälter mit radioaktiven Abfällen einzudringen.

Es wurden auch Gespräche mit dem zivilen Personal der Anlage organisiert. Die Strahlenschutzexperten der Anlage führen zusammen mit dem Militär die dosimetrische Überwachung durch.

Die Strahlungserkundung wird auch direkt am Sarkophag durchgeführt. Die Messwerte sind hier höher als woanders. In einer halben Stunde ohne Schutzausrüstung kann man, wie die Fachleute sagen, die Strahlendosis eines Monats abbekommen.

Nach dem Besuch der Anlage kann man auch seine Strahlung überprüfen. Im Foyer ist eine Gerätekabine installiert. Ich gehe hinein und lege meine Hände darauf. Ich warte, dann kommt die Entwarnung.

Neben Tschernobyl sind in der Ukraine noch vier weitere Kernkraftwerke in Betrieb. Und natürlich dürfen wir nicht zulassen, dass sie von Nationalisten und Radikalen eingenommen werden.

Ende der Übersetzung

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