Der unbemerkte Krieg: Donezker Wohngebiete nach wie vor unter Beschuss

Donezker Wohngebiete werden immer noch von der ukrainischen Armee beschossen. Hier stelle ich Informationen aus Donezk zusammen.

von

13. März 2022 12:46 Uhr

Den Beschuss von Zivilisten in Donezk durch die ukrainische Armee will der Westen einfach nicht sehen. Westliche Medien haben acht Jahre lang die Augen davor verschlossen und tun das auch jetzt noch. Dass während des nun acht Jahre andauernden Krieges in Donezk nach offiziellen Angaben mindestens 14.000 Menschen gestorben sind, wird im Westen berichtet. Es wird aber verschwiegen, wer dafür verantwortlich ist, obwohl die OSZE darüber berichtet hat. Es passt jedoch nicht in das vom Westen gewollte Bild, dass die OSZE meldet, dass 75 Prozent der zivilen Opfer im Donbass auf das Konto der ukrainischen Armee gehen, also verschweigen die „Qualitätsmedien“ diese Information gnädigerweise.

Dank Alina Lipp habe ich inzwischen gute Kontakte nach Donezk und bekomme von dort Informationen aus erster Hand. Daher zeige ich hier eine Zusammenstellung des Beschusses durch die ukrainische Armee der letzten Tage.

Dies ist der Kindergarten Nummer 251 im Donezker Stadtteil Kiewsky, der vor einigen Tagen beschossen wurde. Es wurden 22 Fenster, sowie Möbel und Inventar zerstört. Zum Zeitpunkt des Beschusses waren glücklicherweise keine Kinder dort, sondern nur ein Mitarbeiter, der unverletzt geblieben ist.

Das ist ein besonders interessantes Foto. Es zeigt ein Wohngebäude im Donezker Stadtteil Kiewsky, das kürzlich getroffen wurde. Sollten Sie mal in der Gegend sein, finden Sie das Gebäude in der Mironova-Straße. Warum ich darauf hinweise? Weil dieses Gebäude und dieses Foto auch in westlichen Medien zu sehen gewesen ist, allerdings stand es nach deren Berichten in Charkiw und ist angeblich von der russischen Armee beschossen worden.

In dem Donezker Vorort Makeewka kam es auch zu Beschuss.

Hier hat es auch Opfer gegeben.

Dies ist wieder der Stadtteil Kiewsky, der einer der am schlimmsten betroffenen Stadtteile von Donezk ist. Das ist der Kindergarten 392, der 2015 von der ukrainischen Armee schwer beschädigt wurde. Er wurde wieder repariert und hat seinen Betrieb 2020 wieder aufgenommen, wurde jetzt aber wieder beschossen. Glücklicherweise waren keine Kinder dort, weil die aus der Stadt evakuiert waren.

Die eingesetzten Waffen

Fast täglich werden Donezk oder seine Vororte aus Grad-Raketenwerfern beschossen. Die Grad (russisch „Hagel“) ist eine Weiterentwicklung der aus dem Zweiten Weltkrieg berüchtigten „Katjuscha“. Dabei handelt es sich um ungelenkte Raketen, von denen ein Werfer bis zu 40 Stück praktisch gleichzeitig abfeuern kann. Sie sind so ausgelegt, dass sie ein Gebiet komplett dem Erdboden gleichmachen. Eine Batterie von sechs Werfern deckt mit insgesamt 240 Raketen eine Zielfläche von 450 × 450 m (über 200.000 m²) ein. Das sind Waffen, die gemäß humanitärem Völkerrecht nicht gegen zivile Gebiete eingesetzt werden dürfen, weil sie unkontrolliert töten und zerstören.

Das stört aber die ukrainische Armee nicht, denn es vergeht kaum ein Tag, an dem Donezk oder seine Vororte nicht von Grad-Raketen getroffen werden. Allerdings „nur“ von einzelnen Raketen oder von einer „kleinen“ Salve aus 12 Raketen, wie es vor einigen Tagen in dem Donezker Vorort Gorlowka geschehen ist.

Die Ukraine hat noch aus Sowjetzeiten ballistische Raketen von Typ Totschka-U (NATO-Bezeichnung SS-21 Scarab), die einen fast 500 Kilogramm schweren Sprengkopf tragen. Sie können mit Atombomben, Splitterbomben oder Kassettenbomben, also Streumunition, bestückt werden. Im Donbass werden sie von der ukrainischen Armee mit Streumunition bestückt.

Streumunition ist eine Form explosiver Munition, die bei Kassettenbomben oder Schüttbomben verwendet wird. Eine solche Bombe dient als Behälter, der mehrere kleinere Bomblets oder Submunition enthält und diese nach dem Abwurf verstreut. Die Bomblets werden dabei wie Schrapnell verstreut, allerdings explodieren sie im Gegensatz zu Schrapnell, was sie wesentlich gefährlicher macht. Hinzu kommt, dass es dabei eine große Zahl von Blindgängern gibt, die auch noch lange nach dem Beschuss eine große Gefahr darstellen.

Diese Art von Waffen ist dazu ausgelegt, in einem recht großen Gebiet alles Leben zu töten. Sie töten wahl- und ziellos. Oft sind Kinder Opfer, die glauben, die nicht explodierten, teilweise knallbunten Sprengsätze seien Spielzeug. Nach UN-Angaben stellen diese Waffen eine tödliche Gefahr für die Zivilbevölkerung in rund 30 Ländern dar. Gerade in zivilen Gebieten bedeutet der Einsatz von Streumunition die Gefahr einer großen Zahl ziviler Opfer. Daher trat 2010 das Übereinkommen über Streumunition in Kraft, in dem diese Waffen verboten wurden und dem über 100 Staaten beigetreten sind.

2014 hat Kiew einige Totschka-U Raketen auf Donezk abgefeuert, danach meines Wissens aber nicht mehr. Das ist nun anders geworden. Schon am 17. Februar, also bevor die russische Militäroperation begonnen hat, hat die ukrainische Armee wieder eine Totschka-U auf Donezk geschossen, die allerdings von der Luftabwehr abgefangen werden konnte und – wie man in Donezk sagt – „nur geringen Schaden angerichtet“ hat. Man ist dort schlimmeres gewohnt, als eine ohne Explosion in die Stadt stürzende ballistische Rakete.

Der Beschuss von Donezk mit Totschka-U-Raketen wird fortgesetzt. Seit dem 17. Februar sind insgesamt 14 Totschka-U-Raketen auf Donezk abgefeuert worden, die aber alle abgefangen werden konnten.

Meldungen aus Donezk

Die Pressestellen in Donezk bringen ständig Zusammenfassungen der Kampfhandlungen und der Angriffe auf Donezk. Sie bringen die in erster Linie für ihre eigene Stadt, aber auch für russische Medien. Da die Menschen vor Ort wissen, was in ihrer Stadt vor sich geht und wo eine Rakete eingeschlagen ist, wird darin nicht gelogen, sondern „nur“ zusammengefasst. Die eigene Bevölkerung vor Ort würde es merken, wenn man sich einen Angriff auf ein Wohngebiet einfach ausdenken würde. Früher, als es noch OSZE-Beobachter gab, haben die übrigens alle Meldungen der Donezker Behörden immer einen oder zwei Tage später bestätigt.

Ich habe schon erwähnt, dass ich Kontakte nach Donezk habe. Dort war man so freundlich, die Meldungen der letzten Tage und Wochen zusammenzufassen und auf Deutsch übersetzen zu lassen. Ich veröffentliche sie hier zur Information.

In meinem neuen Buch „Inside Corona – Die Pandemie, das Netzwerk und die Hintermänner – Die wahren Ziele hinter Covid-19“ zeige ich anhand von umfangreichen zugespielten Datenanalysen, wie die Pandemie durch diverse Organisationen in mehreren Phasen vorbereitet wurde, wobei die aktive Vorbereitungsphase etwa 2016/2017 begann. Darüber hinaus zeigen die Daten auch, welche übergeordneten Ziele diese Organisatoren verfolgen und wie die Pandemie ihnen den Weg zur Erreichung dieser Ziele ebnet.

Das Buch ist aktuell erschienen und ausschließlich hier direkt über den J.K. Fischer Verlag bestellbar.

Quelle

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: