Der Witz zum Sonntag: Die G7 und der „Kampf gegen Desinformation“

Die G7 haben beschlossen, den Kampf gegen „Desinformation“ zu intensivieren. Die dabei genutzten Formulierungen sind – schwarzer Humor vorausgesetzt – wirklich lustig.

von

13. März 2022 04:09 Uhr

Ich erinnere nochmal daran, dass der Westen sich auf die Fahnen geschrieben hat, für Meinungs- und Pressefreiheit zu stehen. Das steht sogar im deutschen Grundgesetz in Artikel 5:

„Eine Zensur findet nicht statt.“

Leider gilt das Grundgesetz nicht mehr, seit die EU per Dekret beschlossen hat, die russischen Medien RT und Sputnik zu verbieten, also zu zensieren. Deutlicher kann man nicht aufzeigen, was für eine Bananenrepublik Deutschland inzwischen ist, wenn eine der angeblich zentralen Bestimmungen des Grundgesetzes per Dekret – also einfach per Federstrich – außer Kraft gesetzt werden kann. Das Parlament wurde in der „Demokratie“, die Deutschland angeblich ist und in der das Parlament angeblich die Entscheidungen trifft, gar nicht erst gefragt. Der Kaiser ist nackt und wie in dem Märchen merkt er es nicht.

Zensieren tut nur der, der Angst vor der Wahrheit hat. Wer auf Seiten der Wahrheit steht, der hat Argumente und braucht keine Zensur. Das sollten wir in Deutschland aus der Geschichte mit zwei sehr entgegengesetzten Diktaturen doch eigentlich gelernt haben.

Übrigens hat das böse Russland, wo angeblich seit jeher Zensur herrscht, erst nach der EU nachgezogen. Kritische Medien waren in Russland erlaubt, aber nachdem der Westen so offen in den Informationskrieg gezogen ist und alle russischen Medien verbietet, hatte Russland keine Wahl, als zur Wiederherstellung der „Waffengleichheit“ mit gleicher Münze zu reagieren. Ich kann das als Journalist nicht gut finden, aber man muss berücksichtigen, wer mit der Zensur angefangen hat. Und das war nun einmal der Westen, nicht Russland.

Und der Westen ist bereit, noch weiter zu gehen. Die G7 haben eine sehr bemerkenswerte, aus acht Punkten bestehende Erklärung veröffentlicht, die sich wie eine Kriegserklärung an Russland liest. Allerdings hat der Punkt fünf etwas von Realsatire, wenn man bedenkt, wer die Zensurorgie, die nun um sich greift, eingeläutet hat:

„Fünftens sind wir entschlossen, die Versuche des russischen Regimes, Desinformationen zu verbreiten, abzuwehren. Wir bekräftigen und unterstützen das Recht des russischen Volkes auf freie und unvoreingenommene Informationen.“

Es ist doch wirklich rührend, wie sich die G7 um das russische Volk sorgen, gegen dessen Angehörige nun im Westen ungestraft zu Gewalt aufgerufen werden darf, oder? Vielleicht sollten sich die Herrschaften erst einmal darauf besinnen, ihren eigenen Völkern wieder ungehinderten Zugang zu Informationen und Meinungen zu gewährleisten, auch wenn diese von der gewollten politischen Linie abweichen?

Ich denke, die Stammleser des Anti-Spiegel haben bei der Formulierung, die G7 wollen „freie und unvoreingenommene Informationen“ verbreiten, genauso gelacht, wie ich. Von „freier Information“ kann im Westen keine Rede sein, seit dort Zensur eingeführt wurde. Und wer die geifernden Artikel der westlichen Medien sieht, die derzeit veröffentlicht werden, der kann auf das Wort „unvoreingenommen“ kaum ohne heftigen Lachkrampf reagieren.

Oder es bleibt einem das Lachen im Halse stecken…

Quelle

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