Tesla-Fabrikeröffnung: Es lebe das Atomauto!

Dirk Maxeiner / 22.03.2022 / 06:25 / Foto: Daniel Oberhaus / 33

Heute wird die Tesla-Fabrik bei Berlin eröffnet. Doch wo soll der Strom für die E-Autos herkommen? Elon Musk hat da so eine Idee, die man den grünen Partygästen am besten nicht auf die Nase bindet./Heute Mittag scheint die Sonne in Grünheide besonders hell. Elon Musk eröffnet seine Gigafactory und will die ersten Teslas an seine Kunden überreichen. Und alle, wirklich alle, die ein wenig Beleuchtung brauchen können, werden versuchen, sich im Glanze des amerikanischen Unternehmers zu sonnen. Neben Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich auch Wirtschaftsminister Robert Habeck angesagt, der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke, selbstredend auch dessen Wirtschafts- und Umweltminister. Es sollen 500 Gäste geladen sein, schwarze Tesla-Limousinen wurden reihenweise herangeschafft, um die hochmögenden Herrschaften am gemeinen Volke vorbei zu defilieren.Politik und Justiz haben beschlossen, dass in Grünheide genug Wasser da ist, um die Tesla-Mobile herzustellen. Kleinliche Bedenken der umliegenden Gemeinden und gegenteilige Gutachten wurden vorübergehend außer Kraft gesetzt. Ferner hat man in Berlin beschlossen, dass in Deutschland genug Strom für die Voll-Teslafizierung Deutschlands vorhanden ist. Hoffentlich stehen die Bürgen für den Wunderstrom, der aus dem Nichts kommt, nicht bald so blank und ohne Unterhose da wie die Generäle der Bundeswehr im Verteidigungsfall.

Elon Musk ist sich jedenfalls nicht so ganz so sicher und hält es mit der alten leninschen Devise „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Und so lässt er auf dem Werksgelände ein Erdgaswerk bauen, auf dass dem Tesla-Fließband nicht der Saft ausgehe. Nicht nur die Trocknungsöfen der Lackiererei benötigen rund um die Uhr eine gesicherte Stromversorgung. „Ich sage es nur ungern, aber wir müssen die Öl- und Gasproduktion sofort erhöhen“, twitterte Musk Anfang des Monats, „außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen“. Und damit ist er nicht alleine.Und noch eine bittere Pille hat er für die grünen Leuchten am Wegesrand parat: „Wenn der gesamte Verkehrssektor elektrifiziert wird, brauchen wir die doppelte Menge an Strom. Dazu müssen wir die Kapazitäten von Wind-, Solar- und Atomkraftwerken erhöhen“. Ja, er hat das böse Wort gesagt. Aaatoooomkraaaft. Derzeit fahren deutsche Elektroautos übrigens an erster Stelle mit Kohlekraft, die Windrädchen spielen eine untergeordnete Rolle. Der Nachbar mit dem schicken E-Auto wird es nicht so gerne hören, aber die bittere Wahrheit lautet: Er fährt derzeit die meisten Kilometer mit einer Dampflokomotive. Deshalb ein Hoch auf Elon Musk! Wer Olaf Scholz und Robert Habeck dazu bringt, als Botschafter für das atomgetriebene Automobil aufzutreten, ist einfach genial. Zumal die beiden das garantiert nicht kapieren.

Quelle

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