Causa Medwedtschuk: Lieber Spiegel, was ist eine Geisel?

Der Spiegel hat in einem Artikel behauptet, Russland führe „britische Geiseln“ im Fernsehen vor. Da man beim Spiegel anscheinend nicht weiß, was eine Geisel ist, will ich das gerne erklären.

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19. April 2022 04:00 Uhr

Das Thema, um das es hier geht, hat mehrere Komponenten, auf die ich kurz eingehen muss, damit verständlich wird, worum es geht.

Die ukrainische Regierung hat Viktor Medwedtschuk, den gewählten Oppositionsführer des Landes, dessen Partei in den Umfragen an der Spitze lag, entführt und will ihn gegen Gefangene austauschen, die die russische Armee in Mariupol gemacht hat. Ukrainische Regierungsvertreter haben sogar offen angekündigt, Medwedtschuk zu foltern („Aussagen aus ihm herausprügeln“ war die Formulierung). Ich habe darüber ausführlich berichtet, die Details finden Sie hier.

In Mariupol hat die russische Armee mindestens zwei britische Söldner gefangen genommen, die dort auf ukrainischer Seite gekämpft haben. Da Großbritannien keine Konfliktpartei ist und die gefangenen Briten keine Mitglieder der ukrainischen Armee sind, fallen sie nicht unter den Schutz, den Kriegsgefangene laut Genfer Konvention genießen. Die Briten sind juristisch gesehen keine regulären Kämpfer, sondern schlicht bewaffnete Banditen, die nun dem russischen Strafrecht unterliegen und nicht als Kriegsgefangene gelten.

Mariupol ist fast vollständig unter der Kontrolle der russischen Armee, lediglich in dem großen Industriekomplex Asow-Stahl verschanzen sich noch Kämpfer des Asow-Regiments. Der mediale Wirbel, der derzeit um Mariupol veranstaltet wird, dürfte damit zusammenhängen, dass in den Katakomben unter dem Stahlwerk vermutlich hohe NATO-Offiziere sind, die es nicht geschafft haben, die Stadt zu verlassen, bevor sie von der russischen Armee eingeschlossen wurde. Kiew scheint versuchen zu wollen, Medwedtschuk gegen das austauschen zu wollen, was die russische Armee unter dem Stahlwerk finden könnte, seien es NATO-Offiziere oder was auch immer. Auch darüber habe ich berichtet, die Details finden Sie hier.

Nun scheint ein Tauziehen begonnen zu haben, denn die Ehefrau von Medwedtschuk hat sich in Moskau an die Öffentlichkeit gewandt und vom britischen Premierminister Johnson gefordert, er solle Druck auf Kiew ausüben, damit Kiew ihren Mann gegen die beiden britischen Staatsbürger austauscht. Dagegen scheint Russland nichts zu haben, denn kurz danach hat das russische Fernsehen die beiden Briten gezeigt, ihnen vor laufender Kamera die Videobotschaft der Frau vorgespielt und sie danach zu Wort kommen lassen.

Den beiden Briten drohen nach russischen Strafrecht lebenslange Haftstrafen, weshalb es wenig überraschend ist, dass beide sich bereitwillig der Forderung angeschlossen und Johnson vor laufender Kamera aufgefordert haben, sie gegen Medwedtschuk auszutauschen.

Wenn wir davon ausgehen, dass auf dem Gelände von Asow-Stahl etwas ist, was für den Westen peinlich werden könnte (die Spekulationen reichen von den erwähnten NATO-Offizieren bis hin zu Biolabors), dann war das ein geschickter Coup der Russen. Sie setzen damit Johnson unter öffentlichen Druck, seine Landsleute gegen Medwedtschuk auszutauschen, anstatt sich Medwedtschuk „aufzuheben“ und ihn gegen das zu tauschen, was im Stahlwerk versteckt wird.

Was ist eine Geisel?

Soweit die Vorgeschichte, nun kommen wir dazu, wie der Spiegel darüber berichtet. Dort ist unter der Überschrift „Videos von Gefangenen auf beiden Seiten – Russisches Fernsehen führt britische Geiseln vor“ ein Artikel zu dem Thema erschienen und wie immer enthält er reichlich Propaganda. Das beginnt schon mit der Überschrift, in der der Spiegel die Briten als „Geiseln“ Russlands bezeichnet.

Also müssen wir uns die Definition anschauen, um zu verstehen, ob die Briten russische Geiseln sind, oder ob Medwedtschuk eine ukrainische Geisel ist. Wikipedia definiert das Wort „Geisel“ wie folgt:

„Eine Geisel (von althochdeutsch gisal „Pfand“) ist eine Person, die gewaltsam und widerrechtlich ergriffen wurde und festgehalten wird. Durch die Festhaltung, mitunter sogar durch die Bedrohung der Geisel, wollen die Geiselnehmer Forderungen gegen Dritte durchsetzen.“

Sind die britischen Söldner „widerrechtlich ergriffen“ worden? Nein, sie haben als irreguläre Kämpfer gekämpft und sind in Kriegsgefangenschaft geraten. Hat Russland versucht, Forderungen durchzusetzen? Wieder nein, Russland war nicht der Initiator eines möglichen Austauschs.

Und wie steht es mit Medwedtschuk? Ist er „widerrechtlich ergriffen“ worden? Ja, denn er wurde nicht etwa aufgrund einer Anklage verhaftet, sondern vom ukrainischen Geheimdienst ohne Rechtsgrundlage entführt und an einen unbekannten Ort gebracht. Hat die Ukraine versucht, Forderungen durchzusetzen? Wieder ja, denn Präsident Selensky hat unmittelbar nach der Meldung, Medwedtschuk sei in der Gewalt des Geheimdienstes, dessen Austausch gegen Gefangene aus Mariupol angeboten. Die Ukraine benutzt Medwedtschuk als Faustpfand.

Propaganda-Instrument Spiegel

Propaganda lebt davon, dass die sie mit suggestiven Formulierungen die Emotionen der Leser anspricht, damit deren Meinung in die gewünschte Richtung beeinflusst wird. Genau das tut der Spiegel, wenn er die Tatsachen verdreht und die Briten (und nicht Medwedtschuk) als „Geiseln“ bezeichnet. Wir wissen alle, dass Geiselnehmer unangenehme Zeitgenossen sind und der Spiegel macht Russland mit seiner Formulierung in den Augen seiner Leser zu einem Geiselnehmer. Und was kann man schon über einen Staat denken, der Geiseln nimmt und sich damit wie ein gewöhnlicher Mafioso benimmt?

Das Problem ist, dass der Spiegel die Tatsachen komplett verdreht hat, denn der Geiselnehmer ist die Ukraine, nicht Russland.

Damit stellt sich eine Frage: Sind die Spiegel-Redakteure so ungebildet, dass sie nicht wissen, was eine Geisel ist? Oder macht der Spiegel bewusst Kriegspropaganda gegen Russland und stellt sich damit in die „gute alte Tradition“ des deutschen Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, das von 1933 bis 1945 von einem klumpfüßigen Mann geleitet wurde, der sich unter anderem auf anti-russische Propaganda spezialisiert hat?


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