Ungewollte Bestätigung im Spiegel: Ukrainische Armee nutzt Zivilisten als menschliche Schutzschilde

Einer der wichtigsten Vorwürfe Russlands gegen die ukrainische Armee ist, sie missbrauche Zivilisten als menschliche Schutzschilde. Genau das bestätigt der Spiegel nun, wenn auch wohl ungewollt.

von

19. April 2022 19:18 Uhr

Bei meinem Besuch in Mariupol haben mir viele Zivilisten erzählt, dass sie wochenlang in den Kellern ihrer Häuser ausharren mussten und dass die ukrainische Armee und die Kämpfer des neonazistischen Asow-Bataillons sie nicht herausgelassen haben, während sie sich in den Wohnungen der Zivilisten versteckt und von dort aus gegen die russische Armee gekämpft haben.

Menschliche Schutzschilde

Ein solches Vorgehen ist ein Kriegsverbrechen. Und es ist eben dieses Vorgehen der ukrainischen Armee, das der russischen Armee das Leben schwer macht. Die Russen wollen – auch wenn westliche Medien das Gegenteil behaupten – die Zivilbevölkerung schonen. Genau das verhindern aber die ukrainischen Soldaten, wenn sie Zivilisten in die Keller treiben und sich dann in den Wohnungen über diesen Kellern einnisten.

Wären die Zivilisten nicht dort, könnte die russische Armee die Häuser notfalls mit schweren Waffen zum Einsturz bringen und so schnelle Erfolge erzielen. Durch das Vorgehen der ukrainischen Seite sind die Russen jedoch gezwungen, die Städte in schwierigen Häuserkämpfen zu erobern. Dabei werden Panzer und Infanterie eingesetzt, wobei die Panzer auf entdeckte ukrainische Kräfte in den Häusern schießen. Dabei werden die Häuser zwar beschädigt und sie geraten in Brand, aber sie stürzen nicht ein, was den Zivilisten in den Kellern das Leben rettet.

Ich habe es in Mariupol selbst gesehen: Praktisch kein Haus in der Stadt ist unbeschädigt, fast alle Hochhäuser sind ausgebrannt, aber sie stehen noch. Und auch die Menschen haben mir das bestätigt. Ich konnte mit Menschen sprechen, die gerade erst aus ihrem Keller entkommen waren. Sie erzählten mir nicht nur, dass die Ukrainer sie nicht aus den Kellern lassen wollten, die ukrainischen Soldaten haben sogar gezielt auf Zivilisten geschossen, die trotzdem versucht haben, die Kellern zu verlassen und aus den umkämpften Gebieten zu entkommen.

Wie das im Spiegel klingt

Der Spiegel hat am 18. April einen Artikel mit der Überschrift „Eingekesseltes Mariupol – Die Stadt, die nicht fällt“ veröffentlicht, in dem er (sicher ungewollt) genau das bestätigt hat. Nur klingt es im Spiegel anders.

Übrigens ist schon die Überschrift des Spiegel-Artikels irreführend, denn Mariupol ist nicht eingekesselt. Ich war schon vor einer Woche da und es gab dort nur noch einzelne Nester des Asow-Regiments in Wohngebieten. Eingekesselt ist nicht Mariupol, sondern eingekesselt sind die Kämpfer des Nazi-Bataillons Asow, die sich im Asow-Stahlwerk verschanzt haben.

In seinem Artikel beschreibt der Spiegel ausführlich, was der schon lange aus Mariupol geflüchtete Bürgermeister und sein Stellvertreter im mehrere hundert Kilometer entfernten Saporischschja erzählen. Was man im Spiegel hingegen nicht erfährt ist, wie wütend die Menschen in Mariupol auf eben diesen Bürgermeister sind, denn sie beschuldigen ihn, dass er in der Stadt die Versorgung mit Gas, Wasser und Strom gekappt hat, dann aus der Stadt geflohen ist und die Menschen im Stich gelassen hat. Ersteres konnte ich nicht überprüfen, letzteres stimmt jedoch sicher, denn auch der Spiegel berichtet, dass diese Vertreter der Stadtregierung schon seit über einem Monat nicht mehr in Mariupol sind.

Nachdem der Spiegel in dem Artikel zunächst alles tut, um Russland in ein schlechtes Licht zu rücken und den Kampf des Nazi-Bataillons Asow gegen die russische Armee zu heroisieren, kommt dann etwas Interessantes. Der Spiegel schreibt über das, was eine Familie aus Mariupol berichtet hat:

„Sie beobachteten, wie ukrainische Soldaten die Bewohner anderer Blocks in die Keller schickten, um in den Wohnungen Position zu beziehen. Sie sahen, wie die Gebäude unter Feuer gerieten.“

Das klingt im Spiegel irgendwie sympathisch, es ist aber die Bestätigung dessen, was die Russen den ukrainischen Streitkräften vorwerfen: Sie beziehen Stellung in Wohnhäusern, Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern und das auch noch, während unter ihnen im Keller Zivilisten sitzen, die sie selbst dahin geschickt haben, anstatt sie ziehen zu lassen. Diese Menschen werden von der ukrainischen Armee als menschliche Schutzschilde missbraucht, was aber bei der Spiegel-Redaktion niemanden zu stören scheint.

Wie der Spiegel Plünderungen schönredet

Die Einwohner in Mariupol (und übrigens auch in anderen Orten im Donbass) haben mir übereinstimmend erzählt, dass die ukrainischen Streitkräfte alles geplündert haben, was sie tragen konnten. Nicht nur Lebensmittel- oder Elektronikgeschäfte und Juweliere, sondern auch Wohnungen und sogar ganze Zahnarztpraxen. Deren Ausrüstung lässt sich für viel Geld verkaufen.

Diese Plünderungen waren in den letzten Wochen, als die Menschen in den Kellen auf sich selbst gestellt waren, ein großes Problem, weil es in den Kellern am Ende oft gar nichts mehr zu essen und auch kein Trinkwasser mehr gab. Und selbst, wenn man den Keller dann verlassen konnte, war in den Geschäften nichts essbares mehr. Derzeit sind die Menschen vollständig auf die humanitäre Hilfe angewiesen, die die russische Armee ihnen bringt.

Im Spiegel klingt das aus dem Mund eines der aus Mariupol entkommenen ukrainischen Kämpfer allerdings so:

„»Wir haben noch vor dem 4. März große Speicher in der Stadt angelegt, indem wir die Vorräte von Supermärkten aufgekauft hatten«, sagt Petro Andriuschtschenko, »doch diese wurden dann bald alle bombardiert. Eindeutig das Werk russischer Spione.«“

Von „aufgekauft“ kann nun wirklich keine Rede sein, wie mir übereinstimmend berichtet wurde. Sie sind in die Geschäfte gegangen und haben alles mitgenommen. Aber „aufgekauft“ klingt natürlich sympathischer, wobei man sich auch in dem Fall fragen muss, wovon eigentlich die Zivilisten leben sollen, wenn die Soldaten (ob mit oder ohne Bezahlung) die Supermärkte leerräumen.

Nazis sind kein Problem für den Spiegel

Ich habe mich in den letzten Jahren schon oft sehr über das geärgert, was der Spiegel unter „Berichterstattung“ versteht, aber dabei ging es meist um geopolitische Analysen und ähnliches, bei denen der Spiegel einfach Tatsachen verdreht hat, damit das Ergebnis in das von ihm gewollte Bild passte.

Nachdem ich nun aber selbst mehrmals im Donbass und auch in Mariupol war, und mit eigenen Augen gesehen habe, was dort vor sich geht, und nachdem ich selbst mit sehr vielen Menschen vor Ort gesprochen habe, fehlen mir einfach nur die Worte über das, was der Spiegel seinen Lesern mitteilt. Dass der Spiegel Plünderungen schönredet und nichts daran auszusetzen hat, dass Asow-Kämpfer, die sich mit Nazi-Symbolen des Dritten Reiches schmücken, Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbrauchen, ist einfach nur noch menschenverachtend. Anders kann ich das nicht bezeichnen.

Auch das Asow-Regiment selbst verharmlost der Spiegel. Er geht zwar darauf ein, dass sogar die offiziellen Insignien des Regiments aus dem Repertoire der Nazis stammen, aber der Spiegel verharmlost das eiskalt. Im Spiegel klingt das zum Beispiel so:

„Asow bedient sich eindeutig nationalsozialistischer Bildersprache. Ihr Symbol ist die Wolfsangel, die während der NS-Zeit unter anderem von der Hitler-Jugend und der SS genutzt worden ist. Für Bürgermeister Petro Andriuschtschenko aber ist ihre Einstufung als »Nazis« nichts als russische Propaganda: »Ich habe viele Freunde, die bei Asow kämpfen. Das sind unsere Besten.« Der Gebrauch der Symbolik sei auf die Wurzeln der Gründer in der Hooliganszene zurückzuführen.“

Während der Spiegel jeden deutschen Politiker, der irgendwann neben einem Nazi-Symbol gestanden hat, medial schlachtet, verharmlost der Spiegel es, wenn ein ganzes Bataillon sich mit Nazi-Symbolen schmückt. Dieses Foto zeigt beispielhaft, wofür das Asow-Bataillon steht.

Aber sicher hätte der Spiegel auch für so ein Bild eine ganz einfache und harmlose Erklärung, schließlich sind für den Spiegel in der Ukraine die Neonazis die Guten.


In meinem neuen Buch „Inside Corona – Die Pandemie, das Netzwerk und die Hintermänner – Die wahren Ziele hinter Covid-19“ zeige ich anhand von umfangreichen zugespielten Datenanalysen, wie die Pandemie durch diverse Organisationen in mehreren Phasen vorbereitet wurde, wobei die aktive Vorbereitungsphase etwa 2016/2017 begann. Darüber hinaus zeigen die Daten auch, welche übergeordneten Ziele diese Organisatoren verfolgen und wie die Pandemie ihnen den Weg zur Erreichung dieser Ziele ebnet.

Das Buch ist aktuell erschienen und ausschließlich hier direkt über den J.K. Fischer Verlag bestellbar.Hier geht es zum neuen Buch

Quelle

Ein Kommentar zu “Ungewollte Bestätigung im Spiegel: Ukrainische Armee nutzt Zivilisten als menschliche Schutzschilde

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: