Wie im russischen Fernsehen über die Lage in Mariupol berichtet wird

Da Mariupol in Deutschland die Schlagzeilen beherrscht, ist es interessant, wie in Russland über die Lage in der Stadt berichtet wird.

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21. April 2022 00:07 Uhr

Mariupol ist auch für mich von besonderem Interesse, nachdem ich die Stadt selbst besucht habe. Die Zerstörung und das Elend vergisst man nicht so leicht. Vor allem die Berichte der Menschen dort, die erzählt haben, wie die ukrainische Armee und die Asow-Kämpfer Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbraucht und auf Zivilisten, die fliehen wollten, geschossen haben, waren sehr schockierend.

Da Leser mich fragen, warum das Asow-Bataillon auf ukrainische Zivilisten schießt, das seien doch deren eigene Leute, will ich das kurz erklären. Man muss wissen, dass Mariupol eine ausgesprochen pro-russische Stadt ist, in der mehrheitlich ethnische Russen, aber auch andere Ethnien, wie zum Beispiel Griechen, leben. Die ukrainischen Nationalisten halten diese Menschen nicht für ihre Landsleute, sondern für „Moskali“ – also verhasste Russen oder Sympathisanten Russlands. Daher haben viele dieser Kämpfer keinerlei Hemmungen, im Donbass auf Zivilisten zu schießen.

Da Mariupol in Deutschland die Schlagzeilen beherrscht, habe ich einen Bericht aus den russischen Abendnachrichten des russischen Fernsehens vom 20. April übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Heute hat die russische Armee erneut eine Feuerpause in Mariupol verhängt und den Kämpfern in Asowstal die Möglichkeit gegeben, ihre Waffen niederzulegen und über einen humanitären Korridor herauszukommen. Wieder einmal haben die Nationalisten die Gelegenheit nicht genutzt. Die Unterbrechung der Feindseligkeiten ermöglichte jedoch einer Gruppe von Zivilisten, die sich in Gebäuden in der Nähe der Anlage aufhielten, die Flucht. Ein Bericht aus Mariupol.

Die Asow-Nationalisten hatten eine Stellung auf diesem dominanten Hügel. Eine taktische Gruppe von etwa 30 Mann hatte hier Stellung bezogen. Die Position des Feindes wurde durch Luftaufklärung genau ermittelt und dann wurde die Asow-Stellung von Artillerie getroffen.

Dutzende von Kratern von großkalibrigen Granattreffern sind überall zu sehen. In der ehemaligen ukrainischen Stellung wurden zahlreiche Waffen und Munition zurückgelassen. Aber das ist nicht das Bemerkenswerteste hier.

In verlassenen ukrainischen Stellungen finden wir überall ihre Militäruniformen. Diese Uniform ist intakt, keine Einschusslöcher, keine Blutspuren. Das deutet darauf hin, dass die ukrainischen Militärs hier ihre Uniformen ablegt, Zivilkleidung anzogen und versucht haben, die Umzingelung als Zivilisten verkleidet zu verlassen. (Anm. d. Übers.: Solche zurückgelassenen Uniformen habe ich bei meinen Reisen in das Konfliktgebiet auch an vielen Stellen gesehen)

Und hier hatten die Asow-Kämpfer eine Art Feldlazarett. Hier wurden viele Medikamente zurückgelassen, darunter auch berauschende. Die Nationalisten zogen sich von ihren Stellungen zurück und gaben auch ihre Ausrüstung auf. Hier ist ein ukrainisches Kozak-Panzerfahrzeug ohne Schäden. Unsere Kämpfer haben bereits das Z auf den Kühlergrill gemalt. Es gibt aber viel wichtigere Trophäen.

„Er ist übrigens völlig intakt, die gesamte Ausrüstung scheint einsatzbereit zu sein. Ich sehe noch keine Munition, sie scheinen alles verschossen zu haben“, sagen die Soldaten über diesen erbeuteten Panzer.

Kolonnen von DNR-Sturmtruppen bewegen sich durch die Straßen von Mariupol in Richtung Asowstal. Der Einkreisungsring um die letzten Gruppen von Nationalisten, die auf dem Gebiet dieses Werks verblieben sind, wird von Tag zu Tag kleiner. Das Ausmaß der letzten Festung des Asow-Regiments, in die sie das gesamte Gebiet von Asowstal verwandelt haben, kann nur aus der Luft beurteilt werden. Es handelt sich im Grunde um eine ganze Stadt, in der anstelle von Häusern massiv verstärkte Werkshallen mit dicken Betonwänden und ein ganzes Netz von Verbindungswegen, auch unterirdische, vorhanden sind.

Auf dem Gebiet des Werkes sind Einschlagsspuren zu sehen. Die russische Luftwaffe und die Donezker Artillerie greifen die Stellungen der Nationalisten an. Nachdem sie sich unter dem Ansturm der Koalitionstruppen Russlands und der DNR auf das Gelände des Hüttenwerks zurückgezogen hatten, hinterließen die Asow-Leute in den Straßen der Stadt buchstäblich verbrannte Erde.

„Asow-Soldaten, Jungs, kämpft am Stadtrand! Warum haben die sich in den Schulen und Kindergärten versteckt? Ich wohne hier in dem Dorf Morjakow. Die sind zu der Schule gefahren, peng, peng, peng, haben geschossen und sind wieder verschwunden. Die Kinder weinten, die Kinder waren hysterisch. Die Kinder fingen an zu stottern. Sie haben sich hinter Kindern und Frauen versteckt. Am linken Ufer haben sie sich hinter der Geburtsklinik versteckt. Sind das Soldaten?“, sagt der Anwohner Konstantin. (Anm. d. Übers.: Auch das haben mir viele Menschen im Donbass erzählt: Die ukrainischen Streitkräfte stellen ihre Raketenwerfer neben Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und in Hinterhöfe, feuern von dort, und ziehen dann wieder ab. Sollte die russische Artillerie das Feuer erwidern, werden zivile Ziele das Opfer)

Gefangene der ukrainischen Streitkräfte decken immer mehr Fälle von Kriegsverbrechen ihrer Kameraden auf. Meinem Kollegen Andrej Rudenko hat ein Leutnant der 36. Marinebrigade, deren Angehörige vor einigen Tagen in Mariupol fast vollständig kapituliert haben, folgendes berichtete:

„Die Menschen liefen mit Wasserkanistern und Tüten die Straße entlang, um Lebensmittel zu finden. Rechts von uns stand das 501. separate Bataillon. Sie schossen auf Zivilisten, die an ihren Stellungen vorbeikamen. Dabei sind acht oder neun Menschen gestorben“, erinnert sich Leutnant Vadim Bondarenko.

Wie schon am Vortag haben die russischen Truppen und die DNR-Volksmilizeinheiten das Feuer auf das Gebiet von Asowstal für zwei Stunden vollständig eingestellt. Allen dort stationierten Kämpfern des Kiewer Regimes wurden Korridore zugewiesen, damit sie das Gelände unbewaffnet verlassen und so ihr Leben retten konnten. Wieder hat keiner der ukrainischen Kämpfer das genutzt. Die Unterbrechung der Feindseligkeiten ermöglichte es jedoch, wie schon am Vortag, Dutzende von Zivilisten aus den Kellern der an das Firmengelände angrenzenden Häuser zu evakuieren.

Auf die eine oder andere Weise kehrt allmählich wieder Ruhe in Mariupol ein. Notdienste stellen die Infrastruktur wieder her und mit Spezialgeräten werden Schutt und Barrikaden entfernt. Und immer mehr Menschen tauchen in den noch vor kurzem menschenleeren Straßen auf.

Ende der Übersetzung


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Quelle

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