Nach der Absage an Gazprom: Polen bezieht Gas aus Deutschland

Es hat Schlagzeilen gemacht, dass Polen die Rubelzahlungen für russisches Gas abgelehnt und Gazprom daraufhin die Lieferungen eingestellt hat. Allerdings war das (bisher) ein Bluff für die dumme Öffentlichkeit. von 28. April 2022 23:56 Uhr Russland fordert seit Anfang April für seine Gaslieferungen Zahlungen auf Konten in Russland. Die Zahlungen können in Euro oder Dollar geleistet werden, müssen aber sofort in Rubel getauscht werden. Da die Gasrechnungen immer am Monatsende gezahlt werden, rückt der Tag der Wahrheit für die EU-Staaten nun immer näher, wenn sie Ende April ihre Rechnungen bezahlen und sich entscheiden müssen, ob sie der russischen Regelung Folge leisten wollen.Polen hat das abgelehnt, woraufhin Gazprom die Lieferungen an Polen eingestellt hat. Polen bezieht dadurch aber nicht etwa weniger russisches Gas, denn nun wurde der Gasfluss durch die Jamal-Pipeline, die Polen mit Deutschland verbindet, umgedreht und Polen bezieht das russische Gas nun aus Deutschland. Diese Umkehr des Gasflusses nennt man Revers und das wurde mit dieser Pipeline in den letzten Monaten schon öfter gemacht, wie Sie hier nachlesen können. Wie lange diese Regelung funktionieren wird, steht in den Sternen. Polen könnte sich in Zukunft vielleicht von russischem Gas unabhängig machen, wenn es sein Flüssiggasterminal ausbaut und wenn die Baltic-Pipe, eine Pipeline aus Norwegen nach Polen, fertig ist. Aber das ist Zukunftsmusik und das norwegische Gas, das dann nach Polen geht, würde in den europäischen Ländern fehlen, die es bisher bezogen haben. Eine Erhöhung der Förderung aus den norwegischen Gasfeldern ist nicht möglich.Das russische Fernsehen hat am Donnerstag in den Abendnachrichten über den ersten Tag ohne direkte Gaslieferungen aus Russland berichtet und dabei konnte man vieles erfahren, was deutsche Medien nicht für berichtenswert gehalten haben. Daher habe ich den russischen Beitrag übersetzt. Beginn der Übersetzung:Polen kauft weiterhin russisches Gas, jetzt aber im Reversverfahren aus Deutschland. Diese Erklärung von Gazprom verdeutlicht die Aufregung, die in Europa durch das äußerlich ruhige Warschau und Sofia ausgelöst wird. Und während Europa denen gespalten ist, die bereit sind, Gazprom in Rubel zu bezahlen, und denen, die dazu nicht bereit sind, formuliert Deutschland, der Hauptverbraucher von russischem Gas durch Scholz: Es ist unmöglich, sich schnell auf eine gasfreie Diät einzustellen.Nachdem die polnischen Behörden im Frühjahr eine für ihre Verhältnisse beträchtliche Gasreserve angelegt haben, beschlossen sie, ein Experiment an ihrer eigenen Bevölkerung durchzuführen, um herauszufinden, ob es möglich ist, in der warmen Jahreszeit ohne den Brennstoff zu überleben. Dutzende von Bezirken in mehreren Wojewodschaften waren gestern Abend von der Gasversorgung abgeschnitten. Die Ergebnisse des Stresstests sind zufriedenstellend: Die abgetrennten Gemeinden sind in Panik geraten.„Private Verbraucher, alle kommunalen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Sozialeinrichtungen, Bibliotheken, Gesundheitszentren und Unternehmen wurden vom Gas abgeschnitten“, so der Bürgermeister einer der polnischen Gemeinden.Die Quälerei entbehrt nicht einer gewissen Sinnhaftigkeit: Polen muss sich über den Sommer ein Kraftstoffpolster anlegen, um den nächsten Winter zu überstehen, da der Gasversorger PGNiG sich offenkundig geweigert hat, in Rubel zu zahlen, und Gazprom den Hahn zugedreht hat. Die Polen haben bekanntlich ihren eigenen Stolz – sie bezahlen die Deutschen jetzt in Euro, weil das billiger ist als auf dem Markt, da die Deutschen immer noch einen langfristigen Vertrag mit Gazprom haben. Der Stolz ist also gut auf den Preis pro Kubikmeter durchgerechnet.„Diese Woche weigerte sich Polen, die Gaslieferungen aus Russland nach den neuen Regeln in Rubel zu bezahlen. Es wurde feierlich verkündet, dass russisches Gas nicht mehr benötigt werde und Polen es nicht mehr kaufen werde. In Wirklichkeit ist das nicht der Fall. Nachdem Polen die direkten Gaslieferungen aus Russland eingestellt hat, kauft es russisches Gas in Deutschland, von wo aus es über die Jamal-Europa-Pipeline nach Polen fließt. Der Revers beträgt 30 Millionen Kubikmeter pro Tag, das entspricht fast genau den Bestellungen aus dem Vertrag mit Gazprom in den vergangenen Tagen“, sagte Sergej Kupriyanov, der Sprecher des Vorstandsvorsitzenden von Gazprom.Am selben Tag wie Polen weigerte sich auch Bulgarien, Gas in Rubel zu bezahlen. Sobald bekannt wurde, dass zwei kleine EU-Volkswirtschaften diese Entscheidung für sich getroffen haben, sprang der Brennstoffpreis auf den europäischen Märkten auf 1.350 Dollar pro tausend Kubikmeter, das bedeutet, dass der russische Haushalt nichts verliert. Und der Markt reagierte auf eine weitere Ungewissheit: Wird Gazprom die ausfallenden Mengen langfristig an die EU-Länder ausgleichen, die dem neuen Zahlungssystem zustimmen, damit sie die Überschüsse an Bulgarien und Polen weiterverkaufen können, oder wird es ihnen einfach den Hahn zudrehen, so dass es zu einer Gasknappheit kommen wird? Es gibt derzeit nur ein Land in der EU, das sich gegen das Marktverhalten abgesichert hat, indem es die Zahlungsänderungen ausdrücklich akzeptiert hat: Ungarn.„85 Prozent der Gaslieferungen kommen aus Russland, 65 Prozent der Öllieferungen kommen aus Russland. Und warum? Weil das durch die Infrastruktur so vorgegeben ist. Wir machen das ist nicht zum Spaß, wir haben uns diese Situation nicht ausgesucht“, erklärte der ungarische Außenminister Péter Szijjártó.Die neuen Regeln für Zahlungen für russisches Gas bedeuten, dass westliche Geschäftspartner ein Konto bei der russischen Gazprombank eröffnen müssen, auf das Euros überwiesen werden, die über die Moskauer Devisenbörse in Rubel umgetauscht werden müssen. Die Bank überweist die Rubel dann direkt auf das Konto von Gazprom. Zwei Dinge passen Brüssel dabei nicht: Sobald bargeldlose Euro auf ein Konto einer russischen Bank fließen, entziehen sie sich sofort der Kontrolle der europäischen Finanzinstitute – die Rubel können nicht eingefroren oder dauerhaft beschlagnahmt werden, wie Polen es vorschlägt. Und zweitens sichert der Verkauf von Euro die Stabilität der russischen Währung, die die EU mit ihren Sanktionen untergraben will. Und das ist der Punkt, an dem die Hysterie und Kakophonie einsetzt. Zum Beispiel sagte der deutsche Wirtschaftsminister:„Es gibt klare Vereinbarungen und wir halten uns an die Bedingungen der Vereinbarungen. Deutschland wird weiterhin Zahlungen in Euro leisten, andere Länder werden Zahlungen in Dollar und nicht in Rubel leisten“, sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck.Gleichzeitig meldet der deutsche Energiekonzern Uniper Pläne zur Eröffnung eines entsprechenden Kontos bei der Schweizer Niederlassung der Gazprombank. Aus Österreich kamen heute im Laufe des Tages zwei widersprüchliche Meldungen: Zuerst zitierte die Financial Times eine Quelle bei der OMV mit der Aussage, dass der österreichische Konzern auch ein Konto bei der Gazprombank in der Schweiz eröffnen werde, und dann sagte die OMV selbst offiziell, nein, sie suche nach einer Zahlungsmethode, die nicht gegen das Sanktionsregime verstoße.Technisch gesehen ändert sich für die Europäer nichts – sie haben das Recht zu sagen, dass sie weiterhin in Euro zahlen. Ein weiterer Punkt ist, dass Russland nicht nachgeben wird, ganz gleich, wie lange und herzlich die Partnerschaft in der Vergangenheit gewesen ist. In Deutschland gab es ein Alarmsignal: Gazprom weigert sich, Zahlungen seiner ehemaligen Tochter GAZPROM Germania anzunehmen. Gründe werden nicht genannt, aber es sei daran erinnert, dass die Gruppe vor etwa einem Monat unter dem Druck der deutschen Behörden gezwungen war, sich von diesem Unternehmen zu trennen, und es nun von der Bundesnetzagentur extern verwaltet wird. Es ist also alles sehr ernst – Deutschland läuft Gefahr, aus dem Energieparadies verjagt zu werden.„Ob Russland eine Entscheidung treffen wird und wie diese aussehen wird, darüber kann man nur spekulieren, aber das macht wenig Sinn. Wir müssen uns vorbereiten“, sagt Bundeskanzler Scholz.Um sich auf ein Ende der Erdgaslieferungen aus Russland vorzubereiten, kann man aus den Erfahrungen der Vorfahren lernen. Vor vielen Jahren lachten deutsche Geschäftsleute zusammen mit Putin über seine Bemerkung. Putin sagte 2010 bei einem Treffen mit deutschen Managern: „Ich weiß nicht, warum die deutsche Öffentlichkeit Atomenergie nicht mag, und ich will das auch gar nicht kommentieren. Aber… Ich verstehe nicht, wie Ihr heizen wollt. Gas wollt Ihr nicht, die Atomkraft entwickelt Ihr nicht, was wollt Ihr? Wollt Ihr mit Holz heizen? Aber das Holz kommt dann doch auch wieder aus Sibirien…“Und bitte schön, der Teil des Scherzes, der kein Scherz war, wird Realität. Deutsche, Niederländer und Dänen kaufen Holz kubikmeterweise – der Kamin ist nicht mehr nur zur Dekoration der Wohnung da.„Wir haben etwa 30 bis 40 Prozent mehr Holz verkauft als im letzten Jahr“, berichtet Peter Scheibel, CEO von Nordicwoods.Was die Grünen von dieser Energiewende halten, ist eine rein rhetorische Frage. Eine andere Frage macht mehr Sinn: Woher kommt das Brennholz? In Europa gibt es nur wenige Wälder und die ukrainischen Karpaten sind bereits kahl. Putin sagte ihnen damals, dass sich das Holz dort befindet, wo auch das Gas ist, nämlich in Sibirien.Aber das ist aus der Vergangenheit, aus einem Leben im Wohlstand. Jetzt sind seltsame Zeiten. Im Diskurs europäischer Beamter, Politiker und Diplomaten über die Energiefrage herrschte eine verdrehte Logik und Moral: Sie haben die Amerikaner bei der Vorbereitung und Provokation des Stellvertreterkriegs in der Ukraine unterstützt, zehntausend Sanktionen verhängt, russisches Geld gestohlen und und der russischen Wirtschaft einen Vernichtungskrieg erklärt.Und als Russland angefangen hat, zu reagieren und sich zu verteidigen, nannten sie das eine Gas-Erpressung.Ende der Übersetzung


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