Der Ukraine-Krieg – Die etwas andere „Wahrheit“

Von Manaf Hassan – 3. Mai 2022, 21:05 Uhr

Die Welt, die wir kannten, es gibt sie nicht mehr.

Wir hatten bis vor wenigen Jahren – gemessen an der fernen Vergangenheit – viele Jahre der Vernunft in Europa. Doch wir haben uns von diesem Weg nun endgültig verabschiedet.

Mehr als 2 Monate ist der neu geschürte Krieg um die Ukraine nun her. Begonnen hat er aber im Jahre 2014.

Was ist in diesen 2 Monaten und den Jahren zuvor passiert ? Und was könnte noch passieren ?

Zuallererst muss man festhalten, dass der Begriff „Ukraine-Krieg“ eigentlich nicht ganz richtig ist. Es geht um die Ukraine – das stimmt. Und der Krieg findet fast ausschließlich in der Ukraine statt – auch das stimmt. Aber eben nur fast. Denn doch versammelt sich gefühlt die gesamte Welt in der Ukraine. Russland, die USA, Großbritannien, die EU und allgemein die NATO.

Ist es also schon ein Weltkrieg ? Im engeren Sinne sicher nicht. Im weiteren Sinne kann und sollte man ihn aber als solchen bezeichnen. Denn es geht hier bei weitem nicht mehr nur um die Ukraine und um Russland. Die USA und viele andere Mächte haben ihre Interessen in der Ukraine und darüber hinaus. Und allein für Abschreckung sollte man ihn als das bezeichnen, was er wirklich ist. Viele gehen mit diesem Krieg nämlich viel zu leichtfertig um.

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Viele Menschen wissen offenbar nicht, dass dieser Krieg wirklich das Potenzial zum 3. Weltkrieg hat. Und sie wissen auch nicht, was dieser mit sich bringen würde. Zu lang sind die „ganz großen“ Kriege der Vergangenheit her. Die neuen Generationen wissen nicht, was es bedeutet, in einen solchen, potenziell atomaren, Weltkrieg hineinzugeraten. Anders kann man die Forderungen nach großen und schweren Waffen nicht mehr erklären – statt von den Regierungen dieser Welt Diplomatie und einen Friedensplan zu fordern. Seit 2 Monaten hat man nicht einen einzigen Friedensplan gehört. Das ist ein Armutszeugnis. Denn das ist genau die Aufgabe von echten Staatsmännern ohne dubiose Interessen. Ich nehme eher eine Stimmung wahr, als wären Krieg und Eskalation die ultimativen Lösungen aller Probleme rund um die Ukraine.

Ein großer Krieg wäre überhaupt nicht möglich, wenn die Völker dieser Welt sich vereinen und solchen Kriegen eine klare Absage erteilen würden. Die Völker vereinen sich aber nicht, weil sie bewusst gespalten werden. Und sie lassen sich darauf ein. Gewollt und ungewollt.

Man hört sie kaum mehr, die Friedensaktivisten. Weil sie keine Plattform bekommen (dürfen). Im Gegenteil. Frieden ist laut der Herrschenden Krieg geworden. Krieg ist Frieden geworden. Waffen bringen angeblich den Frieden. Frieden wird nun als Schwäche beschrieben. Verrückte Zeiten, in denen wir leben. Es ist so traurig. Der Mensch lernt einfach nicht dazu.

Der Ukraine-Krieg ist ganz offensichtlich ein Krieg, an dem besonders die Großmächte beteiligt sind. Es geht um Geopolitik. Es geht um strategische Ressourcen mit weltweiter Bedeutung und um eine grundsätzliche Neuordnung der weltweiten internationalen Beziehungen. Also: Weltkrieg. Im weiteren Sinne – aber dem engeren Kreis zugehörig.

Die USA bilden mitten in Deutschland – in Ramstein – ukrainische Soldaten aus. NATO-Einheiten operieren bereits in der Ukraine. Großbritannien und die USA trainieren mit ukrainischen Soldaten in der Ukraine. Die Ukraine kündigt Angriffe auf Ziele in Russland an. Ohne Rückendeckung wäre das unmöglich. Das weiß jeder. Dafür muss man kein Experte sein. Nur ein wenig objektiv.

Der SAS, einst gegründet zur Bekämpfung der deutschen Wehrmacht in Nordafrika, wird bei seinem Untergrundtraining von zwei weiteren britischen Sondereinheiten unterstützt: Der Special Boat Service (SBS) schickte Kampfschwimmer, Fernspäher und auch Fallschirmjäger sollen vom Special Reconnaissance Regiment (SRR) gekommen sein.

Die USA verlegten ebenso militärische Profis in die Ukraine: Die Green Berets vom 1st Special Forces Operational Detachment trainieren die Ukrainer im Häuserkampf. Die Ausbilder der Navy Seals nutzten ein altes Manövergelände im Westen des Landes als Trainingsstätte. Für die Koordination der amerikanischen Spezialkräfte ist in Stuttgart das US Special Operation Command Europe (SOCEUR) verantwortlich.

Was sich wie ein Kriegsfilm anhört, ist die bittere Realität. Das sind keine Verschwörungstheorien. Das ist alles so bestätigt. Von unseren eigenen Medien.

Der 3. Weltkrieg ist zum Greifen nah. Er ist nur fern für die Menschen, die naiv denken, dass unsere Welt und Verantwortliche nie wieder einen großen Krieg führen würden. Zudem ist er nur fern für Menschen, die in Geschichte nicht aufgepasst haben und eben auch nicht wissen, wie solch ein Weltkrieg anfängt.

Ja, Russland hat vor 2 Monaten den direkten Angriff auf die Ukraine gestartet. Doch dieser Krieg hat eine Vorgeschichte und einen Anfang, der bis zum Jahre 2014 zurückreicht.

Damals wurde ein „Regime Change“ – vom Westen entfacht und geschürt – eingefädelt. Mit Hilfe von u.a. militanten ukrainischen Rechtsextremisten/Neo-Nazis, die aufgrund der Vergangenheit zwischen Russland und der Ukraine einen Hass auf Russland, Russen und Pro-Russen haben. Sie wurden damals salonfähig gemacht, weil sie sich für größere Interessen als nützlich erwiesen haben.

Der Westen ist ohnehin bekannt dafür, mit Extremisten gern gemeinsame Sache zu machen, wenn es darum geht, Interessen durchzusetzen. So war es in Afghanistan mit den Terroristen der Taliban, denen man nach 20 Jahren das gesamte Land überlassen hat obwohl man angeblich dort stationiert war, um sie zu besiegen. Sie wurden ohnehin von den USA gegründet. So war und ist es in Syrien mit der extremistischen und terroristischen Muslimbruderschaft oder mit dem salafistischen IS, mit denen man die syrische Regierung stürzen wollte. So war es in Libyen gegen Gaddafi. Und so war und ist es im Irak. In keinem der Länder hat man übrigens für bessere Verhältnisse gesorgt. Die Länder hat man zerstört, ausgeraubt und vergewaltigt.

Selbstverständlich gibt es in der Ukraine nicht nur Rechtsextremisten/Neo-Nazis. Das wird dem Land nicht gerecht. Aber u.a. mehrere zehntausend bewaffnete Neo-Nazis waren eben anfangs wichtig und ausschlaggebend, um Unruhen zu stiften, die die Regierung stürzen und das Land in den Ruin treiben. Nicht umsonst wurden diese rechtsextremistischen Regimente und Bataillone mit tausenden Kämpfern dem ukrainischen Innenministerium und der Nationalgarde untergliedert. Das passt auch nicht zur Propaganda, dass sie nicht mal der Rede wert seien. Das Gegenteil ist der Fall.

Jetzt würde das beliebte Argument kommen: „Aber Selenskj ist doch Jude.“

Ja, ist er. Aber wir wissen doch auch, dass der Feind meines Feindes mein Freund ist. Warum also sollte ein in allererster Linie ukrainisches Staatsoberhaupt nicht mit diesen Rechtsextremisten/Neo-Nazis zusammenarbeiten ? Man hat ein gemeinsames Interesse. Für die Ukraine und für die Großmächte im Hintergrund, die nicht mehr zu übersehen sind. Daher passt diese Allianz auch so, bis die Ziele erreicht werden.

Passend dazu ist auch, dass die Pandora Papers enthüllten, dass der patriotische Präsident Zelenskj Zahlungen von seinem wichtigsten Geldgeber, dem ukrainisch-israelisch-zypriotischen Oligarchen, Igor Kolomoyski, auf Offshore-Konten entegegennahm. Ganz zufällig ist Igor Kolomoysky auch der Gründer und Geldgeber des rechtsextremistischen/neo-nazistischen Azov-Regiments und des Ajdar-Bataillons. Er hat Selenskj überhaupt erst vom Schauspieler zum Präsidenten gemacht. Dass Selenskj bis vor der Eskalation vor 2 Monaten von der deutlich überwiegenden Mehrheit seines Volkes nicht mehr gewollt war, weil die Korruption einen Höhepunkt erreichte, der vom Volk gewollte und von ihm versprochene Frieden zwischen der Ost- und West-Ukraine nicht vorankam und, weil Oppositionelle bzw. andere Parteien bekämpft, ermordet und verboten wurden, ist bis heute ein offenes Geheimnis, für das sich kaum mehr jemand interessiert. In der Ukraine herrschte nie das Selbstverständnis von Demokratie. Daher ist der Satz „die Ukraine kämpft für uns und unsere Demokratie“ völliger Blödsinn, der zur ohnehin erdrückenden Propaganda passt.

Unabhängig davon war Selenskj 2014 eben noch nicht Präsident. Die Allianz Jazenjuk – Klitschko – und der Neo-Nazi Tjagnibok ebneten den Weg für den Umsturz und für die Zeit danach. Vor dem Umsturz traf sich Tjagnibok im Jahre 2013 auch mit dem mittlerweile verstorbenen republikanischen US-Senator John Mc Cain, der für seine Besuche vor gesteuerten Umstürzen bekannt war und Marschrouten im Namen der USA vorgab, die man umzusetzen hatte. So übrigens auch zuvor in Syrien.

Einige entgegnen, dass die rechtsextreme Swoboda-Partei von Tjagnibok doch viel zu schwach gewesen sei. Dass sie aber dennoch in die Rada (ukrainisches Parlament) eingezogen ist und 3 Minister gestellt hat, wird dann aber merkwürdigerweise außen vor gelassen. Auch, dass Tjagnibok an den Schalthebeln der Mächtigen in Kiew saß und im Hintergrund noch immer als Berater der Regierung fungiert, wird gern außen vor gelassen. Dabei zeigen diesen Fakten genau, wie wichtig die Rechtsextremisten in der Ukraine für das ganze Spiel sind.

Weiterhin waren Lindsey Graham und John Mc Cain im Dezember 2016 in der Ukraine, um den Stellvertreterkrieg gegen Russland vorzubereiten. Man wollte 2017 die „europäische Offensive“ von Washington aus befeuern. Nur 22 Tage später kam überraschenderweise Donald Trump statt Hillary Clinton an die Macht und der wollte nicht mitmachen. Daher setzt Joe Biden diesen Plan nun bedingunglos fort. Sie denken die Geschichte ist frei erfunden ? Ich muss Sie enttäuschen. Sie ist wahr und es gibt Videoaufnahmen davon. Jener Lindsey Graham forderte übrigens umgehend nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine die Ermordung von Putin. Merkwürdig, nicht wahr ?

Zudem dürfte Victoria Nuland vielen bekannt sein. Sie war von 2013 bis 2017 Unterabteilungsleiterin und zuständig für Europa und Eurasien. In einem im Februar 2014 geleakten Telefongepräch mit dem damaligen US-Botschafter in der Ukraine – Geoffrey Pyatt – fand folgende Konversation statt:

Nuland: „Ich glaube nicht, dass Klitsch (Klitschko) in die Regierung sollte. Ich glaube nicht, dass das von Nützen wäre. Ich glaube, das wäre keine gute Idee.“

Pyatt: „Ja, lassen wir ihn lieber raus und andere politische Hausaufgaben und Sachen machen. Ich glaube, um wirklich voranzukommen, müssen wir die moderaten demokratischen Kräfte zusammehalten. Tjagnibok und seine Männer werden da ein Problem sein und ich bin mir sicher, dass Janukowitsch all das auch berücksichtigt.“

Nuland: „Ich glaube, dass Jats (Jazenjuk) die wirtschaftliche Erfahrung und die Regierungserfahrung mit sich bringt. Was er braucht, sind Klitsch (Klitschko) und Tjagnibok draußen. Er sollte sich mit ihnen 4 mal die Woche beraten.“

Die USA hatten also mit drei wichtigen Oppositionsführern direkten Kontakt und mischten sich aktiv in innere Angelegenheiten ein. Die Proteste wurden also gelenkt und es wurde schon entschieden, wer am Regierungstisch Platz haben sollte. Die Ukraine sollte pro-westlich werden und eine neue Sperrspitze gen Russland werden.

Die USA waren übrigens mit der EU-Politik und ihren Interessen, einen gewaltlosen Umsturz einzuleiten, nicht einverstanden. Deshalb sagte Victoria Nuland in Verbindung mit ihren oben angeführten Sätzen den berühmten Satz: „Fuck the EU.“ Man wollten den Sturz der Janukowitsch-Regierung um jeden Preis, obwohl die Wahl von der OSZE beobachtet und genehmigt wurde und die Regierung rechtmäßig gewesen ist.

Die USA und die EU wollten mit der Ukraine mehr Zusammenarbeit bei Kriegseinsätzen und gemeinsame Rüstungsprojekte. Stand im Asoziierungsabkommen. Dieses Abkommen war also prädestiniert für Eskalation in der Ukraine. Nur haben die Medien diese heiklen Themen nie so wirklich thematisiert. Es ist mehr als klar, dass Russland über Jahre provoziert wurde.

So hatte man in der Ukraine dann schnell einen bürgerkiegsähnlichen Zustand, der in Wahrheit ein Stellvertreterkrieg war. Die Rechtsextremisten/Neo-Nazis und pro-westliche Freiwillige begingen Massaker im Osten der Ukraine, im Donbass, bei denen mehrere tausend Menschen – überwiegend Russen/Pro-Russen – gestorben sind. Ein Kampf pro-russischer Separatisten gegen pro-westliche Milizen zog sich seitdem über Jahre. Vor ziemlich genau 8 Jahren – am 02.05.2014 – ermoderte ein faschistischer Mob über 50 Menschen im ukrainischen Odessa. Unmittelbar nach dem Maidan-Putsch im Februar 2014, der mit Milliarden $ finanziert wurde, wurden Verbrechen gegen die russischsprachige Bevölkerung begangen, die bis heute so gut wie gar nicht in westlichen Medien stattfinden. Die Massaker am 2. Mai 2014 in Odessa und am 9. Mai 2014 in Mariupol, die nahezu jeder kennt, der sich mit diesem Thema schon damals intensiv befasst hat, gehören dazu. Menschen wurden erschlagen, eingesperrt und verbrannt. Vor allem pro-russische Aktivisten, Linke, Gewerkschafter oder einfach nur russisch sprechende Mitbürger. Menschenrechtsverletzungen, die all den Menschen, die heute bei jedem Toten Krokodilstränen weinen, völlig egal waren. Hinrichtungen, Vergewaltigungen, Folter und so viele weitere Gräueltaten. Schwangere Frauen wurden erdrosselt. Es gibt dazu genügend Bilder und Videos. Ich bin eigentlich der Meinung, dass sich kein Mensch so etwas anschauen sollte, aber durch die erdrückende Propaganda ist es fast schon Pflicht, sich mit all dem zu beschäftigen. Man könnte jetzt noch ein Buch über all das schreiben, aber das würde hier den Rahmen wirklich sprengen.

Das war ein für diesen komplexen Konflikt kurzer Rückblick. Dieser Rückblick ist notwendig, um diesen Krieg überhaupt verstehen zu können. Deshalb war es mir bis hierhin wichtig, diesen Krieg von Beginn an nochmal kurz zu beschreiben, weil er in den Medien so gut wie nicht stattfindet. Wenn man all diese Details liest, die nun wirklich von allen interessierten Menschen gelesen werden können, versteht man auch, warum westliche Medien kein Interesse daran haben, dass dieser Konflikt von Anfang an erzählt wird. Für westliche Medien begann dieser Krieg ausschließlich mit dem Angriff Russlands gegen die Ukraine vor 2 Monaten. So ist es aber einfach nicht.

Die Ukraine war unter Janukowitsch ein Verbündeter Russlands. Deshalb arbeitete man an einem „Regime Change“. Der Altstratege Zbigniew Brzezinski hatte bereits Mitte der 1990er Jahre die Einbeziehung der Ukraine in den Einflussbereich von EU und NATO angemahnt, da das Land ein geopolitischer Dreh- und Angelpunkt sei und Russland ohne die Ukraine als Partner kein eurasisches Land mehr sein könne.

Im Folgenden werde ich mich auf die aktuellen Geschehnisse beziehen und erklären, warum die Situation nun so eskaliert ist und welche Interessen verfolgt werden.

Russland fordert seit geraumer Zeit eine schriftliche Zusicherung von den USA und allgemein dem Westen, dass die Ukraine weder Teil der NATO noch der EU wird und, dass die Ukraine zumindest ein rein neutraler Staat werden müsse, ohne militärischer Aggressor bzw. Handlanger des Westens zu werden. Darauf kam nie eine Antwort. Nicht mal als Putin mehrere hunderttausende Soldaten an der Grenze zur Ukraine stationierte, um ernst zu machen. Wer sich genau erinnert, der weiß, dass diese Streitkräfte dort lange standen. Putin benutzte die gewaltige Truppenstärke also rein als Abschreckung, um eine Lösung zu forcieren. Auch darauf gab es keine Antwort.

Bundeskanzler Scholz hat nur wenige Tage vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine einen letzten Versuch unternommen, um Selenskj umzustimmen und um einen noch größeren Krieg zu vermeiden. Laut Wallstreet Journal riet er ihm dazu, die Ukraine zum neutralen Staat zu machen. Selenskj lehnte jedoch ab und schielte stattdessen weiter in Richtung NATO und EU.

Ob das wirklich die Entscheidung von Selenskj war, darf bezweifelt werden. Die USA haben nämlich verdammt viel Einfluss in der Ukraine und haben auch verdammt viel investiert. Sie haben der aktuellen Führung überhaupt erst eine bedeutende Rolle gegeben.

Die USA werden der Ukraine daher nicht erlauben, einen Deal abzuschließen, der für die USA inakzeptabel wäre. Vor allem keinen, der die Russen zum Sieger machen oder sie wie einen Sieger aussehen lassen. Die USA wollen Russland eine schallende Niederlage hinzufügen, die Russland als Weltmacht ins Wanken bringt. Sollte die Ukraine unter Selenskj auch nur darüber nachdenken, einen Deal mit Russland abzuschließen, der mit den USA nicht abgestimmt wäre, würde man sicher Wege finden, um Selenskj aus dem Weg zu räumen und anderen Kräften in der Ukraine den Weg zu ebnen. Im schlimmsten Falle mit den Rechtsextremisten in der Ukraine. Was mit Selenkj passieren würde, könnte man dann Russland in die Schuhe schieben.

In meinen Augen wurde Russland nämlich in diesen Krieg getrieben. Das macht den Krieg nicht richtig, aber es erklärt zumindest, was wirklich passierte. Ich erinnere mich noch ganz stark an die Worte der US-Präsidentschaftskandidatin Tulsi Gabbard, die Russland vor dem Angriff auf die Ukraine gewarnt hat, in eine Falle zu tappen. Sie sagte 11 Tage vor dem Angriff, dass Biden darauf hoffe, dass Putin die Ukraine angreift, um drakonische Sanktionen zu verhängen und um den militärisch-industriellen Komplex, der Biden kontrolliere, noch reicher machen zu können. Der Krieg ließe sich ihrer Meinung nach sehr leicht verhindern – womit sie, wie oben beschrieben (schriftliche Zusage der Neutralität), recht hat. Aber sie würden es lieber sehen, wenn Russland in die Ukraine einmarschiert, um die harten Sanktionen rechtfertigen zu können, dadurch eigene strategische Ressourcen mit weltweiter Bedeutung ins Spiel zu bringen, wo sie sonst nicht gefragt waren und um einen Kalten Krieg oder gar noch mehr auszulösen, mit dem sich viel Geld verdienen lassen würde, das die USA bitter nötig haben. Kurz: Eine grundsätzliche Neuordnung der weltweiten internationalen Beziehungen. Wer aktuell genau hinsieht und hinhört, der merkt auch, dass genau das passiert.

Russland hatte im Dezember Sicherheitsvorschläge an die USA geschickt. Die USA wollten die „Politik der offenen Tür“ beibehalten und ignorierten alle Vorschläge. Die Lösungen lagen offen auf dem Silbertablett. Zum Greifen nah. Aber sie wurden nicht genutzt.

Ich sehe daher aktuell keine Lösung, dass die Ukraine diesen Krieg friedlich beenden könnte. Die USA hingegen operieren gern nach dem Motto: „Bis zum letzten Ukrainer.“ Russland ist im westlichen Narrativ ja eh schuld an allem. Dafür sorgt man dann schon.

Wer genau darauf achtet, der weiß, dass es aktuell kaum mehr kritische Stimmen gibt. Die Berichterstattung ist sehr einseitig, propagandistisch und auch Polit-Talkshows finden wie zu Corona-Zeiten sehr einseitig statt oder aber es wird eine kritische Stimme eingeladen, die von allen Seiten massiv angegriffen und diffamiert wird. Ohnehin sind Andrij Melnyk – der undiplomatische, ukrainische Botschafter in Deutschland mit unübersehbarem Russland-Hass, einem mehr als eingeschränkten Demokratieverständnis und regelmäßigen Beleidigungen gegen Kritiker (ein schönes, aber noch viel zu mildes Beispiel, wie mit kritischen Stimmen in der Ukraine umgegangen wird) – und Marina Weisband – deutsch-ukrainische Grünen-Politikerin, die zwar Emotionen und kaschierten Russland-Hass auf der „richtigen Seite“ bieten kann, aber eben offensichtlich keine Expertin ist – gefühlt die einzigen Stimmen in diesem Land, die aktuell jede Plattform nutzen können, die sie haben wollen. Mehr noch sind sie die Lobbyisten für Waffenlieferungen, die mit moralistischen Appellen daherkommen. Die Mitglieder der Atlantikbrücke unter den deutschen Politikern sind dann noch die Kirsche auf der Torte. Wie voreingenommen können sich Medien bitte noch präsentieren ? Mehr geht aus meiner Sicht gar nicht.

Russland hat sicher seine Interessen. Aber man muss auch einfach zugeben, dass Russland in eine Falle gelockt wurde. Wenn jemand Bomben um mein Haus legt, dann warte ich nicht darin, bis das Haus explodiert, sondern versuche die Bomben zu entschärfen und den Übeltäter zu stellen. Das Problem dabei ist, dass Russland in eine Zwickmühle manövriert wurde. Entweder macht es nichts und verliert die Ukraine komplett als Verbündeten an den Westen und der geopolitische bzw. geostrategische Einfluss wird schwächer und die Sicherheit ist gefährdet. Oder aber man macht es so, wie Russland es seit 2 Monaten macht und wehrt sich und versucht den alten Zustand wieder herzustellen und tappt in eine andere Falle, nämlich ein schon weit im Voraus geplantes, selten dagewesenes Sanktionsregime, das Russland wirtschaftlich kaputtmachen und die große Gegenseite – die USA – entschieden stärken soll, weil sie die große Lücke füllen soll, aus der Russland verjagt wurde.  Militärisch soll Russland bei dem Ganzen ebenfalls geschwächt werden. Zum einen, weil die Ukraine schon vor dem Angriff mächtig aufgerüstet und ausgebildet wurde, um stand halten zu können. Das beweist auch, weshalb die Ukraine bisher so gut mithalten kann. So soll Russlands bisherige Militärstärke Stück für Stück geschwächt werden. Zum anderen, weil dem russischen Militär durch die Sanktionen Nachschübe erschwert werden, weil viele Teile aus dem Westen kommen. Russland soll also militärisch entschieden geschwächt werden.

Was viele aber bis heute nicht verstehen: Russland hat noch nicht annähernd gezeigt, was es hat. Man wäre amateurhaft, wenn man sich in der Ukraine militärisch so schwächen würde, dass man die eigene Sicherheit im Lande oder bspw. die Militärbasen in Syrien in Gefahr bringen würde. Russland hat noch ein Gesicht, das es noch nicht gezeigt hat. Russland versucht aber aktuell „nur“, die Ukraine zu entwaffnen und den größeren Osten der Ukraine zu besetzen. Die Aufrüstung des Westens in der Ukraine, die sich gegen Russland wendet, soll komplett zerstört werden. Die Ukraine soll keine Gefahr für Russland darstellen und vor allem soll die Ukraine politisch keinen Feind darstellen. Auch nicht für russischsprachige Menschen der Ukraine. Das hier ist übrigens keine Wertung meinerseits, nur eine Eröterung der aktuellen Situation.

Man kann also festhalten, dass dieser Krieg noch lange nicht vorbei ist. Er könnte tatsächlich sogar richtig eskalieren und uns alle in den Krieg reißen. Am Ende, nach deutlich mehr Toten, aber deutlich mehr Gewinnen für die Mächtigen, wird man sich an einen Tisch setzen und das Leid beenden. So war es bisher immer.

Politik kann so grausam sein. Sie hat mit Menschlichkeit nichts zu tun. Der militärisch-industrielle Komplex macht tonnenweise Geld. Und wir alle bezahlen den Preis. Das amerikanische, das russische, das ukrainische und das deutsche Volk. Mit Geld und Blut. Dieser Komplex regiert die Welt. Er regiert Politiker, Medien und so viel mehr. Und niemand versteht das. Im Gegenteil. Die Menschen schreien dann diese unglaublich ignoranten und naiven Parolen wie „mehr Waffen für Frieden“ und andere ähnliche Sätze. Die Menschen müssen sich damit beschäftigen, wer die Medien kontrolliert. Nicht nur jetzt, sondern immer. Es stecken Organisationen dahinter wie die Münchener Sicherheitskonferenz, Trilaterale Kommission, The German Marshall Fund of the United States, Atlantische Initiative, Bundesakademie für Sicherheitspolitik, die Atlantikbrücke, The Aspen Instiute und und und. Es ist also nicht verwunderlich, dass man auf sicherheitspolitische Themen fast überall in den Medien dieselben Antworten auf gewisse Fragen bekommt. Wie aktuell: „Mehr Rüstung.“ Hinter diesen Organisationen wiederum stecken Militärs, Wirtschaftsbosse, Politiker – alles NATO-Versteher. Die Medienvertreter sind in diesen Organisationen selbst drin – und zwar auch als Beiräte und in den Vorständen – und es gibt tatsächlich so viele Menschen, die immer und immer wieder schreien, dass unsere Medien unabhängig seien. Und das Beste: Diese sogenannten Medienvertreter beraten aus ihrer Funktion in den Organisationen heraus dann sogar unsere Bundesregierung obwohl sie sie in ihrer Funktion als Medienvertreter kritisieren sollen. Man könnte also sagen, dass die alle unter eine Decke stecken.

Ein Beispiel zum besseren Verständnis: Ein Politiker kriegt seine Rede zum Ukraine-Krieg von seinem Berater geschrieben, der in einer der oben genannten Organisationen Mitglied ist. Der Berater ist wiederum aber auch ein Medienvertreter. Er scheibt in den Medien also gut über seine selbst geschriebene Rede, die von unseren „Volksvertretern“ vorgelesen wird. Interessant, nicht wahr ?

Deshalb greifen die Medien aktuell auch Scholz, Steinmeier, Schröder, Schwesig und die SPD im Allgemeinen an. Die Medien sind eine Macht. Sie bestimmen, was wir denken. Sie bestimmen, wen wir toll finden. Sie bestimmen, was unsere Politiker machen, weil sie sie ständig unter Druck setzen oder sie dann so einengen, dass ihre Karriere vorbei sein kann. Unsere Politiker sind aber auch keine Unschuldslämmer. Nur diejenigen, die wirklich unabhängig sind. Und davon gibt es nun wirklich nicht viele.

Scholz bspw. ist aktuell in einer Zwickmühle. Er wollte nicht eskalieren, er wollte nicht gegen deutsche Interessen handeln, er wollte keine schweren Waffen in die Region liefern. Plötzlich – innerhalb von nur Tagen – tut er genau das Gegenteil, unter Buhrufen und Pfiffen gegen seine Person. Lieber das eigene Volk gegen sich bringen als das Establishment. Die Rolle der USA sollte man dabei aber auch auf keinen Fall kleinreden. Sie üben mindestens genauso Druck aus. Allein schon mit fragwürdigen Alleingängen in ihrer Militärbasis in Ramstein.

Und am Ende ist Deutschland plötzlich einer der Hauptakteure in einem Weltkrieg und niemand wollte es gewesen sein. So schnell kann es gehen. Das müssen wir unbedingt verhindern. Wir dürfen keine Kriegspartei mehr werden. Wir müssen uns für Frieden einsetzen. Ohne Waffen. Wir brauchen ausgefuchste Diplomatie, die alle Parteien zwingt, sich an einen Tisch zu setzen. Und ich sehe niemanden in der aktuellen Bundesregierung, der die Voraussetzungen dafür hat. Vor allem Annalena Baerbock als Außenministerin ist seit Amtsantritt eher Außenministerin der USA als dass sie im Sinne Deutschlands agiert. Sie wirkt wie eine pubertierende, ichbezogene Politikerin, die sich unbedingt bei denen ganz oben beweisen möchte, um Anerkennung von ihnen zu bekommen.

Ich würde mich generell freuen, wenn die Menschen in Deutschland auch mal wieder unsere Probleme realisieren würden. Wir haben ganz große Probleme und die Krisen werden jetzt alle nacheinander kommen. Da steckt auch weit mehr dahinter als viele glauben. Es ist nicht so einfach, wie es in den Medien gemacht wird. Es gibt nicht immer nur ein groß gemachtes Problem, das ein anderes ablöst. In der Welt passiert so viel mehr. Kriege werden dann auch missbraucht, um andere Interessen leise und still umzusetzen, während alle hypnotisiert sind von einem bewusst in den Mittelpunkt gestellten Problem. Die Welt funktioniert aber so einfach nicht. Auf der Welt passieren ähnliche Dinge wie in der Ukraine. Dafür interessiert sich dann aber kein Mensch.

So viele Fakten und es gibt noch immer Menschen, die sich alles so einfach machen und nur das wiedergeben, was die Medien ihnen hinschreiben. Sie machen Helden und unschuldige Opfer zu Tätern. Sie machen Täter zu Helden. Sie machen aus der Wahrheit eine Verschwörungstheorie. Und ihre kranke Verschwörungstheorie wird zur Wahrheit.

Wer sich mit dem Syrien-Krieg befasst hat, der weiß ganz genau, was hier passiert. Es ist sehr ähnlich. Der Syrien-Krieg passierte, um das russische Gas aus Europa zu bekommen. Eine Gas-Pipeline sollte vom Nahen Osten, unter anderem durch Syrien, nach Europa führen, um das russische Gas aus Europa zu verbannen und um Russland zu schwächen. Syrien weigerte sich mitzumachen. Und schon wurde aus einem wunderschönen Land mit tollen Menschen eine Ruine. Und weil der Plan mit Syrien nicht aufging, wurde die Ukraine zum nächsten Versuch, um russisches Gas aus Europa zu verbannen. Das ist der Plan. Wir befinden uns mittendrin.

Russland darf sich nicht gegen die USA wehren. Die Ukraine – die von den USA benutzt wird – darf und soll sich aber gegen Russland wehren. Tolles Selbstverständnis. Die USA dürfen in Afghanistan und Syrien einmarschieren, um ihre von ihnen selbst initiierten Terroristen zu bekämpfen und um die Länder zu besetzen und auszurauben. Und Russland soll nicht mal in die Ukraine dürfen, um sich selbst zu schützen.

Und der Ukraine-Krieg ist ja ohnehin ein „Vernichtungskrieg“. Merkwürdig nur, dass die Totenzahlen bisher nicht annähernd mit den Kriegen im Irak, in Syrien, in Afghanistan, im Jemen, Libyen usw. mithalten können. Und diese Kriege waren selbstverständlich keine Vernichtungskriege, sondern Kriege für „Demokratie“. Dafür kann Friedrich Merz Wahlkampf in der Ukraine machen und Selenskj die Hände schütteln. Selenksj hat in diesem „Vernichtungskrieg“ eh alle Zeit der Welt, um tolle Videos und Bilder mit den Mächtigen der Welt zu machen, die ihn alle besuchen können. Sogar Angelina Jolie ist sich nicht zu schade, um bisschen für Aufsehen in der Ukraine zu sorgen. Dass Flixbus jetzt auch wieder Reisen nach Kiew anbietet und regelmäßig seine Busse hinfahren lässt, das ist auch völlig normal in einem „Vernichtungskrieg“.

Diese Welt, sie ist ein Irrenhaus.

M.H.

Quelle

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